148
Gründen Hochparterre . Als Schulzimmer fungiert desbesseren Luftzutritts halber — die Temperatur steigt inBonebela von einem Minimum von etwa 20 GradCelsius bis auf 40 Grad — die Veranda. Dort sitzentäglich von 7—12 Uhr 40—50 halbnackte Schwarze,die wie der ganze Duallastamm überhaupt gutmüthigund dabei sehr intelligent sind. Die Disziplin wachtfast gar keine Schwierigkeiten; faule oder nachlässigeKameraden pflegen sogar ab und zu zu besserer Wrckuugihres Lerntriebs von ihren eifrigeren Mitschülern nachder Schule durchgeprügelt zu werden, Während desUrlaubs des Herrn Betz besorgt ein begabter, tüchtigerHäuptlingssohn im Alter von 15 Jahren die Stellver-tretung. Schulzwang gibts nicht.
Die Schüler sind meist Heiden und gehören durch"weg den vermöglicheren Familien an, da die minder gutsituirten Väter ihre Kinder brauchen und auf ihre Handels-reisen in das Innere Afrikas mitnehmen; die Duallasind nämlich ganz praktische, tüchtige Händler und Kauf-leute. Bis zum fünften Jahr gehen sie nackt, spätertragen sie als einzige Kleidung ein um den Körper ge-schlungenes farbiges, wohl auch seidenes Tuch, das jedochbei beiden Geschlechtern Beine und Oberkörper frei läßt.Die Weiber werden gekauft und zwar schon in einemAlter von zwei Jahren; maßgebend für die Höhe desPreises ist der Rang oder das Ansehen, in welchem derkünftige Schwiegervater steht. Je mehr Weiber, destoangesehener der Mann; der Häuptling hat daher ammeisten Weiber. Bleibt eine Frau kinderlos, so kannsie der Mann wieder heimschicken und den Kaufpreiszurückverlangen; je mehr Kinder, desto besser. KingBeils Familie (Kinder und Enkel) soll etwa 200 Köpfestark sein.
Etwas ganz Merkwürdiges und ein Beweis derhohen Intelligenz dieses Stammes ist die Geheimspracheder Dualla, die sog. Trommelsprache, die aber nur dieVornehmeren verstehen und die sie Weißen gegenübergern als Aequivalent für die ihnen fehlende Schrift be-zeichnen. Als Instrument dient ein ausgehöhltes cylin-drisches Holzstück von etwa 60 Ctm. Länge, das anseinem Boden etwas dicker ist und daher dort einendumpferen Klang gibt. Das Verhältniß des oben er-zeugten Tones zu dem unten erzeugten ist etwa daseiner Quarte. Dieses Instrument wird nun mit etwa2 Holzstäben angeschlagen. Dabei bedeutet jeder Tonoder doch jede Tonfigur einen vollständigen Gedanken —Duallismen, wenn wir so sagen können, nur daß dieganze Sprache durch solche Tonfiguren dargestellt werdenkann. Eben dieselben Ausdrücke können jedoch auchMündlich gegeben werden. Das ganze Sprachmaterialbesteht hier einzig und allein in den vier Silben to Zuio ku. Je nachdem diese gemischt werden und je nach-dem die eine höher oder tiefer im Ton gesprochen wird,ändern sich Sinn und Bedeutung. Die Verschiedenheitin der Tonhöhe entspricht dabei ganz derjenigen auf derTrommel, besteht also stets in etwa einer Quarte. HerrVetz ist wohl der einzige Europäer, der nicht nur dieeigentliche Duallasprache, sondern auch diese Trommel-sprache beherrscht; denn so sehr es die gutmüthigen Duallabelustigt, wenn ein Fremder diesen oder jenen harmlosenAusdruck in der Trommelsprache versteht oder sich des-selben am Ende gar bedient, so eifersüchtig wachen siedarüber, daß er keine Kenntniß bekomme von dem aufGötzendienst oder Krieg Bezüglichen. Die auf dem be-
schriebenen Holzchlinder erzeugten Töne oder Tonfigurenwerden, da die Trommelsprache fast nur bei Nacht zuihrer praktischen Verwendung kommt, etwa 1 Kilometerweit gehört und immer vom nächsten Trommelmannweitergegeben. Das ersetzt dann den Dualla vollständigdie Zeitung. Gelernt wird diese Sprache erst im Altervon 18—20 Jahren.
--^SSWS-.-
Allerlei.
Die Zeichensprache der Falschspieler.Ich verfüge zwar nicht über die persönlichen Erfahrungendes von Ihnen citirten Herrn aus der „Kreuzztg." überdie Gepflogenheiten der Falschspieler, aber nichtsdesto-weniger kann ich einige „Enthüllungen" über die beiden Falschspielern übliche Zeichensprache machen.Kein Geringerer als Dickens hat schon vor einigenJahrzehnten in der englischen Zeitschrift „/tll tlls 'X'sa.rrouuä" einige Geheimnisse der „Ritter vom Treff-Buben"aufgedeckt: Der Falschspieler hat in der Regel einenGenossen, der sich am Spiel nicht betheiligt, aber inscheinbar harmloser Weise hinter des Gegners StuhlAufstellung nimmt. Schaut er seinen Genossen an, sobedeutet das, daß dessen Gegner einen König hat; erschaut auf des Gegners Hand, dies bedeutet eine Dame;auf den Einsatz, dies bedeutet einen Buben; nach dergegenüberliegenden Seite, ein Aß. Zu derselben Zeit ,daer den Werth der Karten verräth, gibt er auch dieReihenfolge an. Der Mund leicht offen bezeichnet Herz(Coeur), geschlossen Carreau; die obere Lippe leicht überdie untere gezogen, Kreuz (Treff), die untere Lippe leichtüber die obere gezogen, Schippen (Pique). Wenn alsoder Gehilfe z. B. die Dame, den Buben und Herz-Aßanzuzeigen hat, so blickt er der Reihe nach auf desGegners Hand, den Einsatz und nach der gegenüber-liegenden Seite und hält dabei immerdar seinen Mundleicht geöffnet. — Daß es hierbei alle möglichen Varia-tionen gibt, versteht sich von selbst.
--L-MSS--—
Königszug.
muß
ihr
den
man
weih
täg
der
schö
sprö
rauch
lich
früh
gleicht
heit
weis
nen
streu'«
ihr
gan
sein
die
werth
be
weih'n
zeS
le
zu
lie
um
ben
sein
ihrer
Auslösung des Bilder-Räthsels in Nr.lS:M e d i c a m e n t e.