„Von Herzen gern, Kinder.Aber zuerst müßt Ihr michFräulein Morden vorstellen;— sie könnte mich sonst greifen,und wüßte dann nicht, werich bin."
Oberst Dornburg schritt aufBarbara zu, die schnell dieBinde von den Augen gerissenhatte.
Er sah vor sich ein schlankesMädchen, mit edlen aristokra-tischen Zügen, vom Spiel ge-ratheten Wangen, und diedunklen Augensterne leuchtetenin feurigem Glänze. Die dickenkastanienbraunen Flechten, diesonst fest um den Kopf ge-schmiegt waren, wie es sicheiner ehrbaren Gouvernantegeziemte, hatten sich vom Spielgelöst und hingen in schwerenRingeln über Hals undSchulter.
Er sah sie bewundernd an,dann wandte er sich an Eve-line, die noch immer seineHand nicht losgelassen hatte.
„Jetzt mußt Du mich inallerForm vorstellen. — Fräu-lein Morden", fuhr er dannfort, als das Kind beharrlichschwieg, „ich muß mich selbervorstellen, wie ich merke. Ichbin Arthur Dornburg, Ihrganz gehorsamster Diener, —Ihren Namen kenne ich schon."
BarbarasWangen färbtensich dunkler.
„Wollen Sie mir nicht dieHand reichen, ehe das Spielfortgesetzt wird?" fragte erdann heiter.
Barbara konnte nicht wider-stehen, sein offenes, ehrlichesWesen gefiel ihr, und freudigreichte sie ihm die Hand.
Jetzt fing das Spiel vonNeuem an; es wurde gescherztund gelacht, und Arthur sahmehr als einmal in das freudigerregte Antlitz der Gouver-nante, die eben so viel Freudean diesem harmlosen Spiel zuhaben schien, wie die Kinderselbst.
Endlich sank sie auf einenStuhl, um sich auszuruhen,und Arthur fand auch, daßer zu müde war. um weiterzu spielen. Er setzte sich ihrzur Seite, doch damit warendie Kinder durchaus nicht zu-frieden.