Ausgabe 
(20.3.1894) 23
Seite
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mir wiederholt versichert, Pater Joseph werde noch einberühmter Mann, weil er es solange aushalte als Wächteram hl. Grabe; ich kann wohl versichern, daß der demü-thige Ordensmann nach nichts weniger strebt, als nachBerühmtheit; konnte ihn doch der liebenswürdige PaterVikar nur in Kraft des Gehorsams bewegen, sein Bildbeim Photographen in Jerusalem machen zu lassen.

Sein einziger Ruhm ist es, Tag für Tag an jenenhl. Stätten zu beten, wo der Heiland gelitten und gestorben,wo er nach kurzer Grabesruhe wieder erstanden und denhl. Frauen erschienen ist, sein sehnliches Verlangen, inunmittelbarer Nähe des Hügels Calvaria dereinst sterbenzu dürfen. Möge dieser Augenblick für Pater Josephnoch recht ferne sein, möge er noch recht viel Jahreseines hl. Amtes walten und an der heiligsten Stätteder Welt beten für seine bayerischen und deutschen Lands-leute l

Es sei schließlich gestattet, ein schönes Wort dessel. Alban Stolz anzuführen:Manche fromme Mönchehaben sich hier schon so sehr in ein gottseliges Sinnenund Sein eingelebt, daß sie viele Jahre lang niemals diehl. Grabkirche mehr verließen. Wer die Welt und Sinn-lichkeit gründlich unter den Füßen hat und wahrhaft inChristus sein Leben und seine Welt gefunden, dem wirdder lange Aufenthalt in der hl. Grabkirche zu einemAufenthalt bei Christus sich gestalten und ihm die Lange-weile verschwinden gleich dem Seligen in der Ewigkeit."

-«S-SNUH«-

Zu unseren Bildern

Christi pornenkrönnng.

Die hl. Cha: Woche ist besonders dem Leiden und Sterbenunseres Heilandes geweiht. Wir wandeln im Geiste mit Jesuden Weg des Kreuzes und ergehen uns in frommen Betrachtungenüber all das, was Jesus für uns gelitten. Eines der fünfschmerzhaften Geheimnisse ist es, was auf unserem Bilde dar-gestellt ist, die Dornenkrönung Christi. Bei Math. 27, 27 ff.leten wir hierüber:Dann nahmen die Soldaten des Land-pflegers Jesum in das Richthaus und versammelten die gameSchaar um ihn her. Sie zogen ihn aus, und legten ihm einenPurpurmantel an, flockten eine Krone von Tornen, setzten sieauf sein Haupt und gaben ihm ein Rohr in seine Rechte, fielenvor ihm nieder, verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt,König der Juden!"

Pietü.

Von einer Anzahl hervorragender Künstler der bildendenKunst und der Malerei besitzen wir Werke, welche unter demNamen PielL (Frömmigkeit, Barmherzigkeit) bekannt und hoch-geschätzt sind. In der bildenden Kunst ist es meist die Dar-stellung der Maria mit dem Leichnam Christi im Schooße.Die berühmteste aus der klassischen Zeit ist die überlebensgroßeGruppe von Michelangelo in der Peterskirche zu Rom . Unterden Malern haben besonders G. Bellini und van Dyck dasMotiv der Pietä behandelt. In neuerer Zeit hat Rietschel u. A.eine Abweichung von dem überlieferten Typus insoferne ver-sucht, indem sie die Maria an der Seite des Leichnam's Christiknieend, oder den Leichnam Christi umarmend darstellen.

Hilder aus Palästina.

Die Kirche des heiligen Grabes.

Sonnet von Dr. L. Lang.

O heilig Haus, um das die Völker rangen,

Wie sie um keins auf Erden je gerungen,

Gebenedeit von Millionen Zungen,

Von heißen Wünschen sehnsuchtsvoll umfangen!

Dir gilt der Christen glühendes Verlangen,

In dir zu knie'n zu frommen Huldigungen,

Das Grab zu schau'n, dem sich der Herr entrungen,

Von welchem aus das Heil der Welt gegangen

Und wer dich sah, der scheidet dann in Trauer;

War's uns're Sünde nicht, die in die SchauerDes Todes hat den Gottessohn getrieben?

Doch Freude auch erblüht in deinen Hallen:

Das Grab des Herrn verbürgt den Himmel Allen.

Die Ihm sich weih'n in Glauben, Hoffen, Lieben.

Allerlei.

Von einemWährungswunder" wird derFranks. Ztg." aus Waverly in Iowa geschrieben: Imfernen Südwesten an dem Grenzflüsse Rio Grande liegtdie amerikanische Stadt El Paso, der mexi-kanischen Stadt Juarez gegenüber. Beide sinddurch eine Brücke verbunden. In El Paso ist der ameri-kanische Silber-Dollar selbstverständlich 100 Cents werth,der mexikanische aber nur 85 Cents. In Juarez herrschtdas umgekehrte Verhältniß. Leider ist in beiden Städtendas Kleingeld fast so rar wie in Italien. Wenn nunein Mann in El Paso am Morgen einen Schnaps für15 Cents trinkt und einen Silber-Dollar in Zahlunggiebt, so erhält er einen mexikanischen Dollar heraus.Der Mann geht dann Geschäfte halber nach Juarez, jen-seits des Flusses, und. ist unterdessen wieder durstig ge-worden. Er tritt in eine mexikanische Wirthschaft, trinkteinen mexikanischen Schnaps für 15 Cents, zahlt mitseinem mexikanischen Dollar und erhält einen amerikanischen Dollar heraus. Jetzt hat er für 30 Cents Schnaps ge-trunken und noch keinen Cent seines Vermögens verloren.Für feuchtfröhliche Menschen ist die Gegend ein Para-dies, ein Silber-Dollar und gesunde Beine genügen, umin äulai susiilo zu leben, nur darf man hüben unddrüben jedesmal nickt mehr vertrinken, als der Währungs-unterschied zwischen dem amerikanischen und dem mexi-kanischen Dollar beträgt.

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Schachaufgabe.

Schwarz.

Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt.

Auslösung des Logogryphs in Nr. 22:

Wille, Wolle, Welle.