Ausgabe 
(8.5.1894) 37
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Hahn gebaut, die noch im 16. Jahrhundert in Urkundenvorkommt, aber wahrscheinlich schon in den vielen Käm-pfen und Fehden Weiss zerstört wurde.

Im Jahre 1217 lebte Probst Albert von Buxheim,Anno 1266 Siegfried v. Donnersberg als Probst vonBuxheim . Um dieselbe Zeit im 13. Jahrhundertbesaßen aber auch die Grafen von Württemberg GröningenGüter in Buxheim . (Baumann, Geschichte des AllgäuS. 423). Nach Braun (Hist.-top. Beschreibung S. 553)waren am Ende des 14. Jahrhunderts die Herren vonJsenburg Inhaber der Gerichtsbarkeit von Buxheim . Dergrößte Theil der Orts-güter war aber ohneZweifel im Besitz desCanonikatstiftes, wel-chemBischofBurkhardim Jahre 1398 diePfarrei Buxheim ein-verleibte. Bald da-rauf, Anno 1402,übergab der letztePropst von Buxheim ,

Heinrich v. Ellenbachmit Einwilligung desBischofs und desDom-kapitels die PropsteiBuxheim mit allenGütern an die Kart-häuser von Christ-garten (im Ries). Derdamalige PriorJohann von Christ-garten übernahm nachder Uebergabsurkundevom22.Januar1402die Propstei Buxheim mit allen GebäudenundZugehör,diePfar-rei, das Dorf Bux-heim undAlthain (dasheutige Westerhart)mit allen Gütern undRechten. Die Propsteiwurde nun in einKart-Häuser-Kloster umge-wandelt. Um dasKloster von allem Ein-fluß der Laien zu be-freien, löste PriorJohann die Gerichts-barkeit der Herren vonJsenburg über Bux-heim mit Geld ab. Der Rath von Memmingen übernahmdenSchutz" des neuen Klosterszur Ehre der MagdChristi als Hausmutter des Gotteshauses zu Buxheim ",wie es in der Urkunde heißt. Als aber 120 Jahre späterdie Memminger Schutzvögte" zwinglianisch wurden, gingdas Schutzrecht über Buxheim an Oesterreich über. DasKloster mußte fortan an die kaiserliche Landvogtei inSchwaben 5 fl. Schutz- und Schirmgeld entrichten.

Die Karthäuser richteten nun die alten Propstei-Gebäude nach den Anforderungen ihrer Ordensregel ein.Sie wohnten in abgesonderten Zellen, d. i. kleinen Häus-chen, welche an die inneren Umfassungsmauern im Ge-

vierte angebaut waren, wie man sie heute in Buxheim ,namentlich an der Südseite des Klosters noch sieht.

Die Pfarrei Buxheim mußte das Kloster mit einemWeltgeistlichen besetzen. Im Jahre 1478 war ConradHuetter Pfarrer von Buxheim.

Die ununterbrochene Reihe der Pfarrer von Bux-heim beginnt nach unseren Quellen erst mit der'Neigedes 16. Jahrhunderts. Nach Math. Jelin's Tod imJahre 1591 erhielt Joh. Baumeister (15911617) diePfarrei. Ihm folgten Jakob Größer (16171620) undHieronymus Meßner (16201639). Unter Pfarrer Meß-

ner kamen die Drang-sale des Schweden-krieges. Im Pestjahre1635 starben so vieleLeute, daß ein Gottes-acker vor dem Dorfeangelegt werdenmußte. Nach demKriegblieb dieser Gottes-acker wiederöde" undunbenützt. Die Mauerzerfiel, wurde aber imJahre 1694 unterPfarrerJohannFranzChrista (1667 bis1700) wieder aufge-baut und der Gottes-acker aufs Neue ein-geweiht.

Als der PfarrerAnno 1639 mitten imSchwedenkrieg gestor-ben war, wurde diePfarrei durch dieKart-häuser k. BasiliusHuber und dann 1>.Joseph Maria Schem-mel versehen. ImJahre 1661 erhieltder Weltpriester Gg.Deffner die Pfarrei,kündigte" sie aberschon 1662, woraufGg.Preisinger'(1665)und Franz Christafolgten. Unter PfarrerSimon Hölzle (1700bis 1740) wurde imJahre 1726 die altePfarrkirche abge-brochen und neu er-baut. Nach Pfarrer Hölzle's Tod-verwalteten J.Schillinger(17401754), Georg Anton Vogt (17541771) undMichael Fech (17711805) das Pfarramt. ImTodesjahr des Pfarrers Fech Anno 1805 wurde dasKarthäuser-Kloster aufgehoben und Buxheim mit Wester-hart dem Grafen von Ostheim zugetheilt, der im näm-lichen Jahre den Gallus Bader (18051820) undAnno 1820 den Anton Benedikt Frik (18201844)als Pfarrer präsentirte. Nach dem kinderlosen Tode desGrafen von Ostheim erhielt dessen Erbe im Jahre 1830Graf Friedrich von Waldbott-Bassenheim Dorf und KlosterBuxheim sammt seiner Klosterbibliothek und dem präch-

Kuxhelm: Schloß und Kloster.

Original-Aufnahme von Gustav Bader. Photograph in Krumbach. ^Vervielfältigungsrecht vorbehalten,)