Ausgabe 
(11.5.1894) 38
Seite
292
 
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nächst nach Paris ab, um hier seine letzten Vorbereitungenfür seine Liebesmission zu treffen uud seinen Bruder ab-zuholen. Ueber Dom Sautons weitere Schicksale und dieseiner Mission hoffen wir unseren Lesern seiner Zeit wiederMittheilungen bringen zu können.

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ALLevLer.

Die großen Fasten von sechs Wochen, die inRußland dem fürchterlichen Rausch der Butterwochefolgen, bekommen vielleicht am besten den Aerzten. Nachihnen ist die Nachfrage um diese Zeit vor Kurzemhat sie ihren Anfang genommen ungewöhnlich stark.In der ersten Woche haben sie wirklich ernsthaft damitzu thun, die zahllosen kranken Magen, die sich währendder Butterwoche übergessen und übertrunken haben, infeste Behandlung zu nehmen und den Besitzer wieder ineinen gewissen Normalzustand zu versetzen. Nachher abermuß ihr Wissen, wenn sie anders sich auf ihre Patientenverstehen, einem allgemeinen menschenfreundlichen Wohl-wollen weichen. Auch der Russe von heute thut sich etwasdarauf zu gute,nach Kräften" die nicht allzu leichtenSatzungen seiner Kirche zu befolgen. Nach Kräftendenn der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.Uud dieses schwache Fleisch hat eine unbezwingbare Sehn-sucht nach festem, gutem Fleisch und nach jenem gebranntenWässerchen, das der Russe Wotka nenut. Der Arztwird herbeigeholt. Er untersucht den Kranken mit rühm-licher Gewissenhaftigkeit und sagt dann mit tiefernstemGesicht:Iwan Jwanitsch, ich weiß, Sie sind ein guterChrist. Ich habe das immer an Ihnen geachtet, undes wäre verächtlich, wenn Sie nicht fasten wollten. Aberes giebt Ausnahmen, Iwan Jwanitsch, wo der Menschsich schonen muß, damit er später die heiligen Gebräucheder Kirche um so besser erfüllen kann. Wollen Sie sichdem Tode in die Arme stürzen? Nein, das dürfen Sienicht. Sie sind elend, Iwan Jwanitsch; ich verordneIhnen, ich befehle Ihnen, Sie müssen drei Tage hindurchFleisch essen und Stärkendes dazu trinken, Portwein oderso etwas. Nach drei Tagen werde ich Sie wiederbesuchen. Iwan Jwanitsch sieht den Doktor mit einemdankbaren Seufzer an und händigt ihm einen Rothen(Zehnrubelschein) ein. Dann theilt er seiner Familiedie betrübsame Thatsache mit und läßt sich ein Filetund eine FlascheGereinigten" bringen. So stärkt erseinen Magen uud hält sein Gewissen rein.

Die Wan-Stämme in Birma so berichtetderGlobus" sind uns jetzt durch I. G. Scottbekannt geworden, der über die bei ihnen in ganz außer-gewöhnlichem Maße gebräuchliche Kopfjägerei viel zuerzählen weiß. Sie wohnen östlich vom Salwin inWest-Manglun im Gebiete der Schau und werden inzahme, die ihr Haar lang wachsen lassen, und wilde, diees abschneiden, geschieden. Die Dörfer der wilden sinddurch gute Straßen mit einander verbunden; die Leutesind vortreffliche Ackerbauer und umgänglich. Aber Trun-kenheit, Unsauberkeit, das Verzehren von Hunden undvor Allem Kopfjägern sind bei ihnen herrschend. Anjedem Ende des Dorfes steht eine Neisschnapsbrennerei,der tüchtig zugesprochen wird; auch ißt man Opium, rauchtes aber nur selten. Der Zugang zu den Dörfern wirdstets durch eine Allee von Schädeln eröffnet, die auf

Pfühle gesteckt sind. Das ärmste Dorf zeigt deren min-destens ein Dutzend; die reicheren schmücken aber denZugang mit hundert und mehr Menschenschädeln. All-jährlich zur Zeit der Ernten werden Schädel geopfert,am liebsten diejenigen von hervorragenden Leuten oderFremdlingen, und die Gemeinden, welche solche Schädelnicht durch Mord erlangen können, suchen sie zu kaufen.Die frischen Köpfe werden in Körben an Bäumen auf-gehängt, wo sie bleichen; dann erst wird der Schädelfeierlich in der Allee aufgestellt. Eine Priesterkastebesteht bei den Wan nicht. Scott meint, daß er undseine Geführten die ersten Fremden waren, die dem blut-dürstigen Volke keinen Schädcltribut leisteten.

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Dem verewigte» Sänger des Ave Maria nnd derDreizeßukinden.

Wonnig weiches LenzeSweben webt und waltet in der RundeStuf den sonnig liebten Hohen, in des Thales grünem Grunde.Horch, aus fernen Sachsengauen dröhnt so dumpf die Trauerkunde:Todt und stumm ruht unser Sänger mit dem liederreichen Munde."

Sangst so süß die Himmclsgrüße, die von Engels Lippen klangen;Priesest hoch des Kreuzes Helden, die zu deutschen Forsten drangen;NordlandSvclk undNordlandSbilderD-iner Meisterhand gelangen:Doch Wer zählt die Licdcrströme, welche Teinem Quell entsprangen?

Goß die Bosheit neuer Heiden aus des leeren Witzes SchaleWider Gott und Seine Kirche uud des Jenseits Ideale:GeisteSmäebiig, wortgewali-g saugst Du, herrlicher Westseite,Und Dein Saug erklang wie Glocken bei des Festtags Purpurflrahle

Christenglaube, Eottesliekc rauscht aus Deiner Weserwelle;Deutsches Wesen, ehrlich, männlich, klingt in Deinen Saiten helle;Wer hat so wie Du geschildert deutschen Volkes Segensguelle,Treuer Kirche Mutlersorgcn und Kultur der Klosterzelle?

Eichenlaub und Lorbeerblätter wirbeln mit des Herbstes Winden.Unverwclklich uud unsterblich blühen Deine Dreizehnlinden.Leuchtend wird Dein Name prangen, wenn im Flug die Jahre

schwinden;

Dankbar wird die späte Nachwelt Licht bei Dir und Wonne finden.

In der Ostern Gnadcntagen schiedest Du von unsern Auen.Sei ihm mildreich, höchster Richter!" fleht dieLi-be voll Vertrauen.Laß ihn, der von Dir gesungen, reinste Königin der Franc»,Ewig Jubellicder singen, selig Deinen Jesus schauen!"

N. a. D. (Overpfalz), am 16. April 1591.

Oautor Llarianns.---S8WSS-«--

AriLHurogriixh.

1 2 3 4 5 6 7 ist

Ein wildes Thier, wie ihr wohl wißt.

3 4 5 1 ein edler Stein,

4 2 6 1 und 2 ist klein,

ES ruht verborgen tief im Meer,

Doch unsre Damen lieben's sehr.

3 2 und 1 wird viel gebraucht,

Manch' Speise wird hineingetaucht,

5 7 2 1 2 heißt manche Dame,

1 2 und 3 ist ein Männernamc,

5 1 3 2 ist ein Gewächs

Und Zwei nennt man 4 5 5 6. (L. L.)

Auflösung des Bilder-NSthsels in Nr. 35:Spielhagen.

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