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lang. Als die Rettenberger wegen vieler Schulden sichnicht mehr recht zu halten vermochten, kam der größteTheil der Rettenberger Herrschaft meist durch Kauf inden Jahren 1332 bis 1477 an den Bischof, beziehungs-weise an das Hochstift Augsburg , und zwar nicht bloßviele Güter und Besitzungen, sondern selbst auch die Landes-hoheit. Der Grundoberherr oder Landesherr vom Hinde-langer Thal war nunmehr der Bischof von Augsburg .
In Hindelang war neben den Hörigen auch einniederes Adelsgeschlecht mit eigenem Wappen schon im11. Jahrhundert „begütert" und saß ohne Zweifel aufdem nachmaligen sogen. „Stutenhof", der zur Pferdezuchtdiente. Dieses Adelsgeschlecht hatte aber keine Gerichts-barkeit. Noch im 14. und 15. Jahrhundert finden wirmehrmals einen Berthold oder Benz von Hindelang alsZeugen bei Abschließung von Verträgen.
In den Jahren 1575 bis 1641 besaßen die noblen
bis 1802 alljährlich auf einige Zeit in Sommerfrischegerne in seinem Schlosse zu Hindelang .
Das war immer ein hocherfreuliches Ereigniß fürdie Hindelanger , wenn der liebenswürdige und splendideChurfürst bei ihnen wieder Einkehr nahm. Während seineshiesigen Aufenthaltes wurden dann „im Netterschwang"auf Kosten des Churfürsten förmliche Volksfeste abge-halten; überhaupt verdankte Hindelang demselben manchefromme und wohlthätige Stiftung. Die dankbare Pfarr-gemeinde Hindelang wird sein gesegnetes Andenken stetsin Ehren halten.
In Folge des Reichsdeputationshauptschlusses zuRegensburg am 25. Februar 1803 fielen auch die bischöf-lichen Güter in Hindelang , nämlich der ganze Stutenhofmit Netterschwang und sammt dem bischöflichen Schlossean den bayerischen Chur -Staat; auch die bischöflicheLandeshoheit mit den damit verbundenen Einkünften ging
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Glücklich heraus!
Grafen Fugger diesen Stutenhof, welcher dann im letzt-genannten Jahre mittels Kauf durch Bischof Heinrich vonKnöringen in den Besitz des Augsburger Hochstiftes kam.Im Laufe der Jahre wurde dieser Stuten- und Fohlen-hof (z. B. i. I. 1654) durch Ankauf des Gutes in Ret-terschwang, sowie i. I. 1726 durch Ankauf der Scholl'-schen Güter noch bedeutend erweitert, so daß man beidemselben 53 Stück Pferde und 39 Stück Rindvieh zu-gleich halten konnte. Darüber war ein eigener bischöf-licher Stutenhofverwalter gesetzt.
Ganz in der Nähe dieses Stutenhofes erbaute nunBischof Sigismund Franz , Erzherzog von Oesterreich (Jnns-brucker Linie), das prächtige Schloß im Jahre 1660, einstolzer Monumentalbau. Hier nahmen nun die Bischöfevon Augsburg vielfach ihren Sommeraufenthalt. WieBischof Sigismund Franz , so weilte auch besonders Bischofund Churfürst Clemens Wenzeslaus in den Jahren 1768
an die Krone Bayern über. Durch Verkauf kamen dannallmälig die auf diese Weise erworbenen bayerischen Staats-güter in Privatbesitz, so daß nun in dem ehemaligenbischöflichen Schlosse eine Bierbräuerei sich befindet.
Schon im Jahre 1150 begegnen wir in der Ge-schichte des Allgäu's von Baumann einem Priester NamensOggoz von Hindelang, der wahrscheinlich dem hiesigenniederen Adelsgeschlechte angehörte.
Hindelang war ursprünglich eine Filiale von Sont-hofen; im Laufe der Zeit wurde hier eine exponirteKaplanei errichtet, welche dann etwa um das Jahr 1450durch Bischof Peter von Schauenberg, mit zwei DrittelnPfarrzehent dotirt, zur selbstständigen Pfarrei erhobenwurde. Der erste Pfarrer in Hindelang , Heinrich Krumaus Ehingen , stiftete im Jahre 1472 das Frühmeßbenefiziumdaselbst. Nachdem die ehemalige Filiale Unterjoch sich imJahre 1868 in ähnlicher Weise, wie 400 Jahre früher