Ausgabe 
(4.9.1894) 72
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eine Stunde im Schlosse auf, und ich glaube nicht, daßsie mich damals gesehen hat."

Franz, mir kommt ein guter Gedanke! Versucheunter erborgtem Namen Zutritt bei Deinem Onkel zuerlangen."

diesem Namen lange genug die Stellung als Organistbekleidet, Zutritt in unserer Familie erlangt und meinganzes Herz gewonnen?"

Wohl wahr! Ich sollte den Tag segnen, der michnach Deutschland , der Heimath meiner Mutter, brachte,

Durg Trausnitz

bei iandshut.

Löwrnzwingcr unter dem Kälter der Trausnitz .

Du bist immer romantisch, mein Liebling. GlaubstDu nicht, es sei schon genug, daß ich schon ein ganzesJahr lang meinen richtigen Namen abgelegt habe undden einfachen Namen meiner Mutter trage und michFranz Burgfeld nenne?"

Sei nicht undankbar, Franz. Hast Du nicht unter

und es war noch ein glücklicherZufall, der mich hier gleich Be-schäftigung finden ließ."

Wie schade, daß Du mitmeinem Vater und besonders mitmeinem Onkel nicht gut harmo-nirst!"

Ist das schade?" rief derjunge Mann nicht ohne Bitter-keit,es ist doch wirklich nichtmeine Schuld. Bedenke, ich hattefrüher die Musik nur zu meinemVergnügen, aber nicht als Brod-erwerb betrieben. Und jetzt warman mit meinem Orgelspiel nichtmehr zufrieden, und Dein Onkelmachte mir mit Fug und Rechtden Vorwurf, daß die Leitungdes Ktrchenchores nicht in gutenHänden sei. Konnte ich das nochlänger ertragen?"

Gestehe offen, Du eignestDich auch nicht als Organist."Nun, Du kannst Recht haben,Martha. Bedenke, von frühester Kindheit an hatte ichmich an den Gedanken gewöhnt, später die Güter meinesOnkels zu verwalten, als dessen einzigen Erben ich michdachte."

Guter Gott! es ist gleich sieben Uhr!" rief Marthasichtlich erschreckt aus, ihre kleine goldne Uhr aus dem

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