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Wie man's nimmt. Ein sehr langweiliger undfader Schwätzer befand sich einst in Gesellschaft des be-rühmten Komponisten Karl Maria von Weber . Als derLetztere das Zimmer verließ, sagte der Schwätzer: „Wieist das zu erklären? Man rühmte mir Herrn von Weberals einen Mann von Verstand, aber er that ja gar nichtden Mund auf." — „Vergeben Sie," erwiderte eineDame, „wohl that er das: als Sie sprachen, gähnte erwenigstens ein dutzendmal."
Bureaukratisches. „Ich weiß nicht, wie daszugeht! Sie nehmen jedes Jahr 4 Wochen Urlaub,kommen keinen Tag vor 10 Uhr ins Bureau und avan-ciren jedes Jahr. Ich dagegen sitze täglich um 8 Uhrhier, habe seit 20 Jahren keinen Urlaub genommen undbin schon wieder Übergängen worden!" „Ja, lieberFreund, das ist ja eben der Beweis, daß Sie nichtsarbeiten, weil Sie nie eine Erholung brauchen!"
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Zu unseren Bildern.
Prälat vi. Weftermayer.
In allen Schichten der Bevölkerung Münchens und inden weitesten Kreisen unseres engeren Vaterlandes hatderRück-fall, den Prälat Dr. Weftermayer erliiten hat, die größte Theil-nahme hervorgerufen. Die Katholiken der ältesten PfarreiMünchens hatten ihre lebhafte Freude daran, als ihr greiserPfarrherr nach der schweren Krankheit, welche ihn dem Grabenahegebracht, sich wieder im Rayon feiner Pfarrei zeigte, wiederdie hl. Messe celebrirte und in den Anstalten erschien, welcheer während seines langjährigen Wirkens unterstützt und nachKräften gefördert hatte. Leider haben all die Hoffnungen einejäbe Unterbrechung erfahren durch die Meldung, daß einNückfall eingetreten sei, der dem Patienten außerordentlichstark zusetzte, so daß die Hoffnung auf Erhaltung desLebens stündlich sich verringert, vr. Anton Weftermayerist geboren am 2. Januar 1816 zu Deggendors, wurdeam 6. Mai 1810 zum Priester geweibt und wurde schonim darauffolgenden Jahre als Domprediger nach Regmsburgberufen. Fünf Jahre später übernahm er die Pfarrei Lamber-berg und war von 1816—1852 Landtagsabgeordneter. 1819wurde er Stadipfarrprediger bei St. Peter, 1853 in derMtchaelshofkirche in München. 1860 wurde ihm die StadtpfarreiSt. Peter in München übertragen. In der Altkatholikensrage,im Kampfe gegen Liberalismus und Sozialdemokratie standWestermaver stets im Vordcrtreffen Lange Jahre hindurch ver-trat er München auch im Landtage und im Reichstage mitgroßem Geschick. Seine Verdienste um die Kirche, den Staatund die Stadt haben durch die Ernennungen zum päpstlichenHausprälaten, zum k. geistlichen Rathe usw. die gebührende An-erkennung gefunden. Auch literarisch war Weftermayer vielfachthätig und manche seiner Werke haben eine außerordentliche Be-deutung und Verbreitung erlangt.
AschrndröLcl.
Zu den schönsten deutschen Volksmärchen gehört das Märchenvom Aschenbrödel. Wir glauben, daß es keinem unserer Leserunbekannt sein dürfte, die Geschichte von der Königstochter, dievon ihrer bösen Stiefmutter und ihren neidischen und hoch-mütigen Schwestern auf das Schimpflichste behandelt wird, bisihre Tugend und Schönheit die Liebe eines Königssohnes ge-winnt und so den Sieg davonträgt.
Ziacharjin und Keqden.
In den jüngstvergangenen Tagen sind die Namen derbeiden Aerzte, welche die Behandlung des nunmehr verstorbenenAlexander III. leiteten, in Aller Munde gewesen. Ihre Auf-gabe war um so undankbarer, als sie keinen willigen Patientenhatten, der ihre wohlgemeinten Anordnungen befolgt hätte, undals weitere Kreise des Volkes ihnen Dinge unterschoben, dienicht angenehm klingen konnten. Grigori Antonowitsch Sa-charjin ist im Jahre 1830 in Moskau geboren und konnte nurunter steten Sorgen um seine Existenz seine Studien in Mos-kau vollenden. Mit Hilfe eines Stipendiums konnte er sich inBerlin weiter ausbilden und übernahm nach seiner Rückkehr
den Lehrstuhl für Therapie an der Universität Moskau. Sa-charjin ist sehr nervös und gilt als außerordentlich geizig.Dr. Ernst Leyden ist geboren am 20. April 1832 zu Danzig, kam als Militärarzt in verschiedene Garnisonen, erhielt 1865einen Ruf an die Universität Königsberg, 1872 nach Straßburg und zog 1876 als Nachfolger Traubes nach Berlin. Die wich-tigsten Arbeiten LeydenS beziehen sich auf Erkrankungen desRückenmarkes. _
Johann Georg Fusieuecker.
Ein Veteran der katholischen Publizistik, Herr JohannGeorg Fußenecker, hat dieser Tage das 80. Wiegenfest ge-feiert und von allen Seiten die herzlichsten Glückwünsche zu demseltenen Feste, das er in ungebrochener Kraft des Geistes feiernkonnte, erhalten. Näheres über die Lebensschicksale des Jubilarsund dessen Thätigkeit als Redacteur und Schriftsteller habenwir bereits mitgetheilt.
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Himmelsschau im Monat Dezember.
—Merkur L ist anfangs Dezember gegen 7 Uhrmorgs. als Morgenstern sichtbar.
Mars L nimmt an Helligkeit ab, ist rechtläufigin den Fischen und geht anfangs 3 U. 30 M., zuletzt2 U. 30 M. früh unter. Am 8. geht der Mond dichtüber dem Mars vorbei.
Jupiter erreicht seinen größten Glanz und istder hellste Stern am Himmel. Er ist die ganze Nachtsichtbar, rückläufig in den Zwillingen, und steht am 22.der Sonne gegenüber. Am 13. südwestlich vom Mond.
Saturn H geht auf zwischen 4 U. 15 M. und2 U. 30 M. früh in der Jungfrau nahe der Waage.
Vom 16.—28. das Zodiakallicht am westlichenHimmelvon 5—7 Uhr abds.
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Schachaufgabe.
Schwarz.
Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt.
Auflösung des Rösselsprungs in Nr. 95:Wohl gibt es RegenschauerAuch in dem schönsten Jahr.
Wohl gibt es Gram und TrauerIn jedem Leben gar.
Getrost! Nach Sturm und RegenLacht dir die Sonne doch.
Nach herben Sch cksalsschlägenBlüht dir die Freude noch.
--HZNZS--