Ausgabe 
(11.12.1894) 100
Seite
782
 
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Da richtete Bernward sich empor, faltete die Händeund betete:

Diesen Kindern gib, o allmächtiger Gott, DeineGnade, daß sie in Deiner Liebe gestärket werden und zudem Lichte gelangen, welches ewig ist. Gib ihnen, o Herr,die Kraft, daß sie dermals mitWeisheit und Bescheidenheitihre Unterthanen im Friedenregieren mögen. Gib ihnenDeinen Geist, also zu leben,daß sie das ewige Reich er-langen."

Benno lag fassungslos vorSchmerz auf den Knieen undbarg schluchzend sein Gesicht inbeiden Händen.

MitAnstrengung tasteteBern-ward nach dem Weinenden, lösteihm sanft die Hände und er-mähnte ihn:

Du siehst, mein Sohn, daßwir nur durch das Feuer derTrübsal zu Gott gelangen, dero-wegen nimm meine Ermahnungan und beherzige meine letztenWorte. Fliehe und verachtediese Welt wie eine ansteckendeund giftige Seuche. Halte Dichallein zu Gott . Damit Du aberdieses leichter ausführen mögest,und damit Dein noch weichesAlter, dem die Laster leicht Ein-

Graf A. Uamagata, Generaloberst.

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drücke machen, durch Anderer Bosheit nicht verdorbenwerde, so weiche nimmer von der Seite dieses DeinesLehrmeisters." Er deutete auf Herrn Wiger, den daneben-stehenden Lehrer der Domschule, und fuhr fort:

Wenn Du mich liebst, so bezeige selbigem, alsDeinem Vater, in allen Stücken Gehorsam." Dann er-

griff er auch Herrn Wigcrs Hand:Lieber Freund,Euerer Sorge empfehle ich dringlich das Seelenheil meinesBenno."

Diese Mahnung ging Beiden tief zu Herzen. Ja,auf Benno machten die Worte des Scheidenden solch nach-haltigen Eindruck, daß er essei hier eingeschaltet und vor-bemerkt später im KlosterSt. Michael sich dem geistlichenLeben widmete und seiner Tu-genden halber von den Bene-dictinern zum Abt erwähletwurde. Kaiser Heinrich IV. be-rief ihn alsdann an das Col-legiatstift zu Goslar als Propst,worauf nach einiger Zeit ihmdie Bischofs-Mitra zu Meißen aufgesetzt wurde, die er vierzigJahre lang mit großem Ruhmder Heiligkeit trug.

Biscbof Bernward hatte schonin Benno's zarter Jugend dieherrlichen Eigenschaften er-kannt , welche in dem Knabenschlummerten, und dessen künf-tige Größe und Heiligkeit mitprophetischem Blicke vorausge-sehen. Nach der an den ge-liebten Knaben mit väterlicheLiebe gerichteten Ermahnungwendete er sich noch einmalzu den anwesenden Mönchen

Graf H. Ito, Ministerpräsident.

von St. Michael, um ihnen in bewegten Worten seineletzten Wünsche vorzutragen. (Schluß folgt.)

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Goldkörner.

Verschwendete Zeit ist Dasein, gebrauchte Zeit ist Leben.

Vou"g.

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Mulla Kilo, Kaiser von Japan .