Kapuziner.
Claudius KellerEusebius SahnerGeminian RonpeckWbilibert Mein!
D. Weltliche:
Wolfgang Jakob Pronner von Prandthause» deS inneren Raths,Paul Parstorser 1Johann Rapp I
Harlmann Reibt! ^ des äußeren Raths u. Handelsmänner.Martin Volpichler") IGeorg Perhawmer ^
Albrecht Jndersdorfer, Gallgeber.
Johann GeierSberger, Gastgeber.
Georg Egetter, Lebzelter.
Mathias Btcher, Rotbgerber.
Georg Voith, Barettmachcr.
Melchior Cammerlohcr, Lebzelter.
Jobann Jakob Kock'. Krämer.
Johann Amdorfer, Eisenbändler, ^ 20. November 163t.Georg Starnberger, Bierbrauer.
Jobann Haber, Rotbgerber» -j- 3. Mai 1633.
Jobann Stöbrrl, Eisenfaltor, f 17. November 1634 ">).Ludwig Rentier» Methschenk.
Michael Neutter, Lebzelter.
Wilhelm Mayer, Handelsmann.
Am 7. Juni Morgens *^8 Uhr fanden sich dieGeiseln auftragsmäßig im Jesuiten -Colleginm zusammen,wo ihrer sechs bespannte Wägen harrten, ein; zweiStunden später ging es unter Escorte von zwei Com-pagnien Dragoner fort. „Was es," schreibt Pater FranzSigl, „dabei für nasse Augen und schwere Herzen, sowohlvon Jungen als Alten, bis wir zu München durch dieStadt sein hinauskommen, abgeben, das wird ein jedergering Verständiger, so nit selbst gesehen, leicht zu Ge-müth führen können; denn manches Weib beweinte ihrenMann, der unbewußter Weise gählig ist aufgezuckt undbei Androhung höchster Gefahr weggeschickt worden."
Bei der Fahrt durch das Lager der Schweden ,welche von hier nach Nürnberg aufbrachen, bot sich denGeiseln der traurigste Anblick: „wie viel wir da dertodten Pferde und anderes Vieh und Unrath gesehen,wäre unzählbarlich zu sagen. Auch ging hinter und voruns der Rauch von den angezündeten Schlössern undDörfern stark auf. Je weiter wir aber kommen, je mehrschon ganz verbrannte Häuser und Dörfer müssen wirsehen. Nit eine einzige haushebige Person, außer derarmen Leute und verlassenen Kinder, die den Kutschenzuliefen und um Gottes Willen das liebe Almosen bettelten,wurden getroffen."
Als sie Nachts zwischen 6—7 Uhr nach Mering kamen, wurden sie im dortigen Schlosse einguartiert, be-kamen jedoch weder Essen und Trinken, noch Lagerstatt;als sie dann andern Morgens die Fahrt nach Augsburg fortsetzten, „hatten die todten Pferde und Kühe noch keinEnde, doch die Dörfer waren nit so übel verbrennt".— Um 9 Uhr Vormittags kamen sie zu Augsburg beider Lechbrücke an, mußten aber wegen Mangels an jeg-licher Vorbereitung bis Nachmittags 3 Uhr warten, wasdie Augsburger zur Begrüßung der Geiseln mit denWorten: „Schelme, Diebe, Mausköpfe, Galgenvogel, aufden Scheiterhaufen und Galgen mit ihnen!" an die Brückeführte.
Volp'chler wurde 7. Juni 1633 als einer der Dcpu-tirtcn der Geiseln nach München geschickt, kehrte aber, wort-brüchig, nicht mehr in die Gefangenschaft zurück, wodurch ernatürlich nur das Schicksal seiner bisherigen LeidenSgenossenerschwerte.
Die sämmtlichen hi-r angeführten Todesfälle ereignetensich während der 2 Jahre 9 Monate 26 Tage währende» Ge-fangenschaft der Geiseln.
In Augsburg endlich eingefahren, wurden die Geiselnzunächst in ein Wirthshaus einlogirt, doch durften dieGeistlichen am 9. sich in Klöster zurückziehen, was abernur bis zum 14. währte, an welchem Tage sie in diebischöfliche Pfalz überführt wurden, von wo man sämmt-liche Geiseln aus München, Freising, Landshut u. s. w.,64 an der Zahl, in das sogenannte Tanzhaus über-, am21. aber wieder in die Pfalz zurückführte, was der süßePöbel aber nicht vorübergehen lassen konnte, ohne diearmen Gefangenen „anzukrähen". Das Hängen, Köpfenund der Scheiterhaufen lag ihnen noch immer im Maul.
Am 21. Juni endlich thaten die Geiseln ein Ge-lübde, „daß, wofern Gott ihnen durch die MütterlicheFürbitte U. L. F. wieder glücklich nach München helfenwerde, sie ihrzu Ehren entweder in Thalkirchen oderNamcrS-dorf einen löblichen Gottesdienst mit Predigt und Pro-zession halten wollten, so allda alle geistlichen Geiselnihre allerheiligsten Meßopfer neben der weltlichen Herrenguter Andacht müßten aufopfern; auch eine ewige Lob-tafel als einer Mutter und Patronin dieser unsererMünchener Geiselschaft sollte aufgerichtet und in ernanntesGotteshaus gemacht werden, welche Tafel dann gleichund ehe wir heimkommen, bei dem Kistler und Malerangesriemt und ins Werk gericht worden ist?
Die armen wackeren Männer waren aber auch deSTrostes von oben um so bedürftiger, als ihre Leiden nunerst recht eigentlich begannen. Da ihre wenige Tagenach ihrer Ankunft in Augsburg von da nach München geschickte Deputation resultatlos heimkehrte, wurden sievon ihren Wächtern stark bedroht, und selbst die am2. August erfolgte Ankunft von 68,000 Thalern Brand-fäiatzung vermochte wenig an ihrem Geschicke zu ändern,trotzdem sie sich die Mittel vom Mund abdarbten, ihrenPeinigern Geschenke zu machen. Dafür wurden sie dannvon jenen mit steten Drohungen theils für ihre Person,theils für München rc. trakttrt, in üble Löcher gestecktund nach dem Tode Gustav Adolfs bei Lützen gar da-hin bedroht, daß „man sie, wenn das Geld nit bald an-lange, unter die Regimenter austheilen und die Oberstenmit ihrer Person bezahlt machen werde." Ja derOberst Walfteiner stellte ihnen sogar Vergiftung inAussicht.
Ein Jahr dauerten die Verhandlungen bereits, dawmden die armen Geiseln, welche nur mit Mühe ihreKnebelung hintertrieben, am 16. Juni 1633 nach Donau -wörth abgeführt, für einige Zeit mit den gemeinsten Ver-brechern zusammengesperrt und am 25. Juni — undzwar die Hälfte, 17 Geistliche und 4 Weltliche, in Ketten
— nach Nördlingen weiter transportirt, wo sie am 27.ankamen und vom Stadtfähnrich mit der Frage em-pfangen wurden, „ob man denn die ehrliche ReichsstadtNördlingen zu einem Schergenhaus machen wolle undob man anderswo keine Henkersknechte hätte, sondern diedortigen Bürger an ihnen zu Henkern werden müßten 2"
Zum Glück dauerte ihr Aufenthalt in Nördlingen ,wo ihr Logement aus einer Stube und vier Kammernbestand, doch bloß bis 27. August, an welchem Tage ihr
— wenigstens etwas rücksichtsvollerer — Rücktransportnach Augsburg begann, wo sie am 28. Aug. ankamen.
Da sich inzwischen die strategische Lage der in Bayern und an dessen Grenzen stehenden schwedischen Trupperr-theile bedeutend verschlimmert hatte, zog der in Braunau weilende Kurfürst die Unterhandlungen so lange hin, bisdie'Belagerung von Augsburg dahin gediehe« war, daß