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Im Herbſt 1891 berichtet er einem anderen FreundeDr. v. Mundhy, wie folgt:„Was meinen körperlichenZuſtand betrifft, ſo habe ich die Empfindung, daß Noth-nagel mir ungefähr dasſelbe ſagen würde, wie Ihneneinſt Bamberger, wenn ich die leiſeſte Spur einerPneumonie oder einer kapillaren Bronchitis attrapirenwürde:„Adieu, lieber Billroth! leb' recht wohll!“ Ichpulvre mich mit Strophantus und Cognac auf, und wermich in dieſen Tagen in der Klinik hörte, oder operierenſah, wird ſich vielleicht denken: der Menſch iſt nicht um-zubringen! Und doch habe ich bei den ſonderbarenKapriolen, welche mein Herz macht, die Empfindung,daß es ſich auch einmal den Spaß machen könnte, ganzſtill zu ſtehen! Denken Sie den Jubel unter denjungen Chirurgen. Da man meine Stelle nichtmit einem Privatdocenten beſetzen wird..., ſo wirdes eine Reihe von Verſchiebungen und Verbeſſerungenfür viele meiner jungen Freunde geben, und ſo wirke
ich noch nach meinem Tode erfreulich und erwerbe mir
wahrhafte, perſönliche Dankbarkeit. Es iſt eigentlichſchändlich, daß ich, den die Schüler ſo auf den Händentragen, ſo daher ſchwätze; doch der Galgenhumor bringt
Allerlei.
Die größte Dampffpritze der Welt, und
gleichzeitig die erſte, die auch mit Dampf fährt, beſitztſeit einiger Zeit die Stadt Hartford (Conn.) in denVereinigten Staaten von Amerika. Dieſe leiſtungsfähigſtealler bis jetzt erbauten Dampfſpritzen iſt 10 Fuß hochund 17 Fuß lang und kann in der Minute 6130 LiterWaſſer geben. Bei ihrer Probirung ſchleuderte ſie durcheinen 50 Fuß langen Schlauch von 3½ Zoll Durch-meſſer einen Strahl 360 Fuß weit und 2 Ströme von
gewöhnlicher Stärke auf eine Entfernung von 300 Fuß,
Die Heizeinrichtung iſt ganz die einer Locomotive. DieFortbewegung der Dampffſpritze geſchieht, wie ſchon er-wähnt, ebenfalls durch Dampfkraft. Innerhalb wenigerMinuten iſt ſie zum Abfahren fertig und fährt alsdannaußerordentlich ſchnell. Die Uebertragung der Kraft aufdie Achſe der Hinterräder erfolgt nach einer Mittheilungdes Patent⸗ und techniſchen Bureaus von Richard Lüdersin Görlitz durch eine endloſe Kette. Trotz der großenGeſchwindigleit kann die Maſchine auch an den ſchärfſtenKurven leicht gelenkt und ziemlich raſch zum Stehen ge-bracht werden.*
Ein Tiſch im Werthe von 20,000 Mark,ein wahres Prachtſtück des deutſchen Kunſthandwerkes,iſt gegenwärtig in einer Berliner Hof⸗Möbelfabrik fertig-geſtellt worden. Dieſer für den Speiſeſaal eines reichenBürgers nach eigenen Angaben entworfene und gefertigteSchautiſch zeigt eine Platte in reicher venetianiſcherMoſaikarbeit mit Valuten und Blattwerk in herrlicherFarbenharmonie. Die ſchwere Platte wird von Säulenaus numidiſchen Marmor getragen. Die Haupttheile dieſesherrlichen Kunſſwerkes, das ſtaunenswerthe Schnitzereienaufweiſt, ſind aus italieniſchem Nußbaumholz gefertigt.Dieſer Tiſch, an dem eine große Anzahl Arbeiter faſt2 Jahre gearbeitet haben, bildet nach Mittheilung desPatent⸗ und techniſchen Bureaus von Richard Lüders in
Görlitz nur ein Stück einer einzigen ZimmerEinrichtungim Werthe von einer halben Million Mark.*
Zarte Familienbande. Der Großvater desBauern liegt im Sterben. Die Familie umringt dasBett] des Todkranken und kann ſich vor Weinen undSchluchzen nicht faſſen. Da trilt der Hofbeſitzer zumArzt und ſagt:„Erhalten Sie ihn uns, lieber HerrDoktor! Wenigſtens acht Tage noch — dann könnenwir ruhig das Heu einbringen.“
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Mißtrauiſch. Herr [zum Kellner, bei dem erHaſenbraten beſtellt hat]; Haben Sie auch Katzen imHauſe? — Kellner: Nur eine, aber die iſt ſeit vorgeſternabgängig — das Vieh muß ſich verlaufen haben. —Herr: Wiſſen Sie was, bringen Sie mir doch lieberSchweinebraten!
Der kleine Gärtner.
„O ihr blumenfrohen Herzen!Braucht ihr keinen Gärtner mehr?Gerne möcht' ich mich verdingen,
Lohn und Handgeld ſind nicht ſchwer.“
Singend zog der GärtnerknabeDurch die Wintereinſamkeit,Daß ich froh ihn hab' gedungen,Für die ſchöne Blüthenzeit.
Und es grub und hackt' im HerzenMir ſo ganz erbarmungslos,Daß ich ſelbſt mit meinen ThränenSeine friſche Saat begoß.
Lieblich ſproßten bald die Blüthen,Weiß und roth und himmelblau!Und es ſtand der kleine GärtnerBetend in der bunten Au.
Seine Arbeit zu vollendenLegt er in die BlumenprachtMir das holde Gotteskindlein
Zu des Herzens Gartenwacht. W. Kreiten
Röſſelſprung.
durch hül gel bolu nur ter tönt keivo men ſil grün ſang ne ſchwirrt winber blickt len blüh'n und das girrt mit
nur kein klei die ter eis um ſternen win das ach ner weiß fro aus fen len wei auf nur fut fen merndter meid ſter je chen die blüht hemfül ſe blüm ſe ge klang flim am