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er los. „Am Tage ſchneidet er Geſichter und rollt dieAugen, daß man die kleinen Kinder vor ihm verbirgt,bei Nacht aber, wenn andere ehrliche Leute in ihrenBetten liegen, ſpaziert er umher!“
„Ich ſehe“, ſagte Pater Vincenz kopfſchüttelnd, „daß
Wohin nun? Originalzeichnung von E. Tetzner.
Du Deinen Erbfehler, die Neigung zu Neckereien undSpott, trotz all' meinen ernſten Ermahnungen noch immernicht abgelegt haſt. Gebe Gott, daß Dir aus dieſer Un-tugend nicht einmal Verdruß oder am Ende noch Schlim-meres erwächſt!“
Auf dem Vorplatze dröhnten ſchwere Schritte, undbald darauf trat ein hagerer, großer Mann in dasZimmer. Unter den dunkeln Brauen blitzen ein Paar
ſtechende Augen hervor, die im Verein mit der gerunzelten
Stirne und den ſchmalen, zuſammengekniffenen Lippen
dem ganzen Geſichte etwas Unheimliches und Ab-ſtoßendes gaben. Der Mode jener Zeit gemäß trug erſich in ſchwarzem, ſammtbeſetztem Tuch nach ſpaniſchemSchnitt. Ueber Bruſt und Schulter fiel ein ausgezackterSpitzenkragen, an der Hüfte glänzte ein Degen mit ſilbernem