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Cardinal I)i . Johannes HaUer, Fiirft-Erzbischosvon Salzburg .
Das im Jahre 582 vom hl. Rupert gestiftete BisthumSatzburg, 789 zum Erzbisthum erhoben, nahm von alters-her den ersten Rang unter den geistlichen FürstenthroncnDeutschlands ein. Seit 1088 bekleidet der Erzbischof vonSalzburg die Würde eines Legaten (IkZatus natus) desHeiligen Stuhls und des Primas des Deutschen Reiches.Er konnte in den Adelstand erheben und hatte mit denHerzogen von Bayern das Turectorium im bayrischen Kreise,führte abwechselnd mit Oesterreich das Dircctorinm im
Der von .Papst Leo XIII . im November v. I. zumCardinal erhobene Fürstcrzbisckwf von Salzburg ist einengerer Landsmann des tiroliscben Volksbelden AndreasHofcr. Als Sohn einfacher Landlente am 30. April 1825zu St. Martin im Passcirthal geboren, absolvirte er dietheologischen Studien in Trient , wirkte lange als Coopcratorund Kaplan in mehreren Dorfgemeinden, dann als Pfarrerin der ansehnlichen Gemeinde Lasen bei Klausen, deren innigeVerehrung er sich erwarb. Er war es, der zuerst auf denVogclweiderhos im Lajcncr Ried hinwies und so der Heimath-fragc Walther's von der Vogelwcide ganz neue Bahnen wies.Im Jahre 1871 zum Domherrn in Trient und Provicar der
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Schwere Aufgabe. Nach
Rcichsfürstencollegium und hatte auf den Reichstagen dieerste Stelle auf der geistlichen Bank im Fürstenrath innc.Seit dem westfälischen Frieden war Salzburg , außer dendrei Kurfürstenthümern, daS einzige Erzbisthum in Deutschland .Im Jahre 1802 erfolgte seine Säcnlarisirung. Den historischenEhrentitel des Primas von Deutschland , mit dem heutzutagekeine besondern Vorrechte mehr verbunden sind, haben dieErzbischöfe von Salzburg bis zum heutigen Tage beibehalten.Außer ihnen führen den Primastitel die Erzbischöfc vonToledo, Canterburv, Bork, Gran, Tarragona, Bahia, Neuen,Mccheln, Venedig, Prag, Armagh (Jrlanvl und Posen. Diecffectiven Machtbefugnisse des Oberhauptes einer National-kirche übt nur der Primas von Ungarn aus.
dem Gemälde von.E. Rau.
Trienter Diöcese ernannt, übernahm er die" Leitung desdeutschen Antheils dieser Diöcese und 1874, nachdem er zumBischof von Adra in xartidiw präconisirt worden war, alsDompropst die Leitung dieser Kirchenprovinz an Stelle desan schwerer Krankheit dahinsiechenden Bischofs Ricabvna.Die Regierung versagte ihm die Ernennung znm EoadMormit dem Rechte der Nachfolge, da er in der Schulfrage undin der Frage der tirolischen Glaubenseinheit auf dem st>eng-kirchlichen Standpunkt beharrte. Kurz nach der Inthronisationdes neuen Fürstbischofs Dellabona ernannte ihn 1890 derPapst zum Dompropst und Weihbischof von Salzburg , aufdessen erzbischöflichen Thron er im Jahre 1890 durch dieWahl des Metropolitankapitels berufen wurde. Die Verleihung