Ausgabe 
(14.2.1896) 13
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die der Verheimlichung Schuldigen bestrafen. DiejenigenIndianer, die sich einer friedlichen Ansiedlung mit Waffen-Gewalt widersetzten und keine Rücksicht auf Bekanntgabeeiner Urkunde von 1526 nehmen würden, sollten zuSklaven gemacht werden, wofür die Krone ein Fünfteldes Werthes erhielt; Venezuela versprach Großes alsSklavenmarkt, was den Kaufherren besonders wichtig

Max.

In Andalusien ging nun ein lustiges Werben an,man nahm Jeden außer Juden und Ketzern, exerzirte dieGeworbenen, vereidigte sie auf Kaiser und Gouverneurund brachte sie in Sän Lucas auf die Welser'schen Schiffe.Bis Sän Domingo führte Garcia de Lerma den Ober-befehl, dort übernahm denselben der erste Regent derneuen Kolonie, AmbrosiusEhinger,der irriger Weise,wie Häbler's Forschungen darthun, meist Alfinger ge-nannt wird. Ambrosius landete mit drei Schiffen undfast 500 Mann am 24. Februar 1529 bei Coro undließ sich als Gouverneur und Generalkapitän huldigen;Ampies, der Coro gegründet hatte, machte ihm Platz, daes Karl V. so gewollt, seine Leute aber blieben undwurden Ambrosius ungemein nützlich, als es an die Or-ganisirung des neuen Landes ging. Die spanischen Be-amten, die Ambrosius mitgebracht, um die Aemter einesköniglichen Schatzmeisters, Zahlmeisters, Wirthschöfters(Faktors) und Aufsehers zu bekleiden, geriethen alsbaldin Kompetenzstreit mit ihm, störten den Frieden in derneuen Kolonie und trugen wesentlich zu dem Nationali-tätenhasse bei, der ihr kein Glück in Aussicht stellte.Ambrosius kannte die Spanier seit lange, machte sichihnen gegenüber Anhänger unter den Kolonisten undwußte sich Gehorsam zu verschaffen. Er gab Coro eineStadtverfassung, unterließ es aber, das befreundete in-dianische Gebiet unter die Kolonisten zu vertheilen, wo-mit er doch ihr Interesse am Gedeihen der Kolonie amehesten genährt hätte, während er unter seinen Leutenauch auf ihren Streifzügen eiserne Disziplin handhabte.Die wichtigere von zwei in's Innere unternommenen Ex-peditionen, welche den in der Sage sich stets steigerndenReichthümern galten, führte Ambrosius selbst im October1529 nach dem Westen; die zweite im Vertrage von1528 geforderte Ansiedelung gründete er in Maracaibo, unternahm von da viele Streifereien, vertheilte das in-dianische Gebiet auch hier nicht und verfeindete sich mehrund mehr mit den Kolonisten; das Gebiet war unfrucht-bar, von Perlenbänken im Westen hörte man zwar, undeinige Schiffsladungen mit Sklaven konnten auch nachSanta Maria und Cuba verfrachtet werden, aber diegroßen Erwartungen blieben unerfüllt, Goldlager fandman nicht. (Fortsetzung folgt.)

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Eine interessante Anwendung hat die Elek-tricität schon seit längerer Zeit auf einem Gebiet derAstronomie, der Astrophysik, gefunden. Es ist von vorn-herein einleuchtend, daß mit dem Lichte, welches uns dieam nächtlichen Himmel in so schönem Glänze funkelndenSterne zusenden, auch Wärme, die stete Begleiterin jenerersten Erscheinung, von ihnen aus zur Erde gelangenmuß. Andrerseits ist es unschwer zu erkennen, daß dieseWärmemengen nur außerordentlich klein fein können,so klein, daß erst die letzten Decenuien uns ein Instrumentgebracht haben, welches empfindlich genug ist, jene mini-malen Bewegungen, welche wir als Wärme bezeichnen,

uns deutlich erkennen zu lassen. Die Combination einerThermosäule mit einem empfindlichen Mnltiplicatorist ein solcher Apparat, dessen sich hauptsächlich Stoneund Langley bei ihren difficilen Versuchen über dieWärmestrahlung der Sterne bedient haben. Erstererbeobachtete am großen Nefractor der Greenwicher Stern-Warte; seine Messungen am Arktur, dem Hauptsternim Sternbild des Bootes, ergaben, daß dieser Sterneben so viel Wärme uns zukommen läßt bei einer Höhevon 25 Grad über dem Horizont, wie ein mit siedendemWasser gefüllter Würfel mit einer Kante von 3 Zoll auseiner Entfernung von etwa 370 Meter. Vega, derhellste Stern am Sonuenhimmel, zeigte bei einer Höhevon 60 Grad nur drei Viertel der Wärme des Arktur,so daß also der Schluß von gleicher Helligkeit zweierSterne auf gleiche Wärme nicht berechtigt ist. In aller-letzter Zeit hat jedoch die Elektricität zur directen Be-stimmung der Lichthelligkeit der Sterne, die bisher ent-weder auf physiologische Art, d. h. durch directes Be-obachten, oder aber mittels der Photographie bestimmtwurde, herangezogen werden können. Die Herren Wil-son und Winchin benützten bei ihren Versuchen eineEigenschaft der amorphen Form des Selens, bei Be-lichtung elektrisch, und zwar positiv elektrisch, zu werden.Sie construirten sich eine Photoelektrische Zelle, die i«wesentlichen aus einem Aluminiumstreifen, der das licht-empfindliche Stückchen Selen trägt, und einer Flüssigkeit,Oenanthol, die durch das Licht negativ geladen wird,besteht. Mit diesem Apparat sind die Kräfte gemessenworden, in welche sich das Licht einiger Fixsterne undPlaneten umsetzt. Hält man eine gewöhnliche Kerze ineiner Entfernung von neun Fuß von der Zelle, ohneihr Licht zu concentriren, so erhält man eine elektro-motorische Kraft von 0,03 Volt; das Licht des Arkturgab nur 0,8 dieser Kraft, Saturn 0,56, während sichbei Vega ein größerer Werth zeigte. Die Empfindlich-keit erstreckt sich über alle Theile des sichtbaren und dieangrenzenden des unsichtbaren Spektrums, nur muß dieganze Oberfläche des Selenstückchens von dem Lichte deszu untersuchenden Sternes bedeckt sein. Soviel manaus den spärlichen, bisher zur Verfügung stehenden Zahlen-angaben schließen kann, steht die auf photoelektrischemWege gemessene Helligkeit zu der direkt gemessenen inrichtigem Verhältniß, so daß diese neue Methode unSzuverlässigere Zahlen liefern wird, als die bisher theil-weise recht ungenauen, in Anwendung gekommenen.

Kombinations-Räthsel.

Willst du es rathen, so zertheile es.

Der erste Theil ist Folgendem gemeinsam:

Er schützt dich gegen Sturm und WettcrbrauS.

Er trieb Napoleon von Moskau fort.

Es hat's der Tisch, das Geldstück und der Teller.Es ist im Meer und ist auch an dem Meere.

Du gehst darauf und ziehst darin umher.

Der zweite Theil ist Folgendem gemeinsam:

Es füllt des Kaisers und der Fürsten Schlösser,Es zieht dahin behend durch Fluß und Meer,

Es führt dich in der Erde dunkle Tiefen,

Es lockt gar manchen Mann zu kühnem Streben.Du gibst's, du uennst's im jetzigen Jahrhundert.Das Ganze: Wenn es mild umzieht dein Herz.Bist du entrückt dem niedern Erdenlebeu.

Ein reiner Glanz durchleuchtet deine Seele,

Es fiel hinein ein Strahl vom Auge Gottes .

Auflösung des Bildcr-Näthsels in Nr. 12:Oberbefehlshaber.

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