sonders in mannigfacher Brunnenzier die Mit- undNachwelt nicht selten zu Staunen veranlaßt. Schondie griechische Mythe erzählt uns, daß Danaos die erstenCisternen und Brunnen geschaffen habe. Wie es so oftim Leben geht, haben bereits die Kinder des Danaoszerstreut, was der Vater mühsam gesammelt. Der Keimzum Sprichworts „Wie gewonnen, so zerronnen" wäresomit in der Familie des Danaos aufzusuchen, dennseine vielen Töchter haben bekanntlich unter der Calamitätgelitten, kein Wasser behalten zu können. Glücklicher-weise hatte unter der fatalen Thätigkeit der danaidischenDamen kein anderes Wesen zu leiden. Wäre dem nichtso gewesen, dann hätte man wohl, analog einem be-rühmten klassischen Spruche, recht gut auch sagen können:Fürchtet die Danaiden, wenn sie einschenken! — —(Fortsetzung folgt.)
Allerlei.
Eine Kriegs-Anekdote. Lieutenant B. vomxten Jägerbataillon sieht einen Soldaten seiner Kom-pagnie aus einem Kramladen Villejuifs kommen undhört, wie dieser über „die Dummheit der Malefiz-Franzosen" raisonnirt. B. fragt den Jäger, was erdenn in dem Laden habe kaufen wollen: „a Salz, HerrLeutnant, und segn's, die Kerl habn g'wieß gnua undwalln wer nur kanS geben. Ich Habs lOmal g'sagt, —a Salz, a soa Salz zum Salzen möcht i, nit amol ver-standen habn sie's, wenn ichs noch so laut g'schrien hab."Lieutenant B. nimmt ein Blatt Papier aus seinem Taschen-buch und schreibt darauf „äu ssl". „So, da stehtsdrauf, was Salz auf französisch heißt, jetzt werden sie'sverstehen." „Ich dank' g'horschamst, Herr Leutnant."Andern Tags fragt B. den Soldaten, ob er sein Salzerhalten. „Net gleich, Herr Leutnant, die haben a nitrecht französisch verstanden; ich hab LOmal gsagt, an„Dusel" will ich, und die Lampel haben mich nit ver-standen; erst wie ich gsagt hab „Jetzt hau i aber gleicheuer ganz Malefizglump z'samm" und hab so a bisse!mit der Faust auf'» Tisch klopft, da derwischt der oanden Zettel — nachher habnS wer gleich a Salz geben."
Ein gutes Anlagekapital. „Bei einem Duellzwischen einem Rentier und einem Lieutenant erhältersterer einen Schuß in die Brust. Der Arzt, der denGetroffenen untersucht, findet zu seinem Erstaunen, daßdie Verletzung ganz unbedeutend, da die Kugel an einemin der Westentasche befindlichen Goldstück abgeglitten.Indem er dem Rentier auf die Schulter klopft, ruft erlächelnd aus: „Hören Sie, mein Lieber, Sie verstehen esaber ganz vorzüglich Ihr Geld zu plaziren."
»
Fatale Wendung. „Meine Frau hat, da wirplötzlich Besuch erhielten, eine kleine häusliche Festlichkeitin Aussicht genommen! Haben Sie für heute Abend schonetwas vor, Herr Kamerad?" — „Nein, Herr Hauptmann!Stehe zu Diensten!" — „Dann sind Sie wohl so gütigund — halten der Kompagnie um 8 Uhx den Vortrug,den eigentlich ich halten sollte!"
Ä»>8 seinem Kerzen.
Was da kommt aus Seinem Herzen, —Sei cö Leben oder Tod,
Bring' eS Freude oder Schmerzen —
Ist das Eine, was mir noth lWarum soll' ich denn noch klage»?Kenn' ich doch das Herz des Herrn,
Das aus Liebe pflegt zu schlagen,
Das in: Leide nie mir fernl
Was da kommt auö Seinem Herzen, —Sei es Armuth, sci's Gewinn,
Wohlsein oder Krankheitsschmerzen, —Alles nehm' ich willig hin;
Weiß Er doch am allerbesten,
WaS zu meiner Seele Heil,
Denn ihr Glück ist oft am größten,Wenn das Kreuz ihr täglich' Theil!
Was da kommt aus Seinem Herzen, —Sei eö Liebe, sei eS Leid,
Ruhe oder Scelcnschmcrzen, —
Ist mir recht zu jeder Zeit!
Niemals will ich selber wählen,
WaS Er will, ist meine Wabl,
Und an Keinem wird's mir fehlen.Scheint mir Seiner Liebe Strahl!
Was da kommt aus Seinem Herzen, —Soll d'runr jederzeit gescheh'n.
Müßt' ich auch in bitter'n SchmerzenEinsam durch das Leben gch'n;
Wenn das Liebste mich verlassen,
Das mir einst zur Seite stand,
Will ich um so fester fassenMeines Heilands Herz und Hand!
O ich weiß, in Seinem HerzenWohnt nur Liebe, Lieb' so heiß,
Daß sie alle ErdeuschmcrzenReichlich zu versüßen weiß!
Hätt' das Schwerste mich getroffen,Schien' mir aller Trost auch fern, —Dennoch seh' den Himmel offenIch im Herzen meines Herrn!
Und so bleib' in Seinem Herze»
Ich bei Tage und bei Nacht,
Dieses Lebens Lust und SchmerzenGeb' ich dorten wenig Acht!
Was da kommt, ich bin's zufrieden,
Wie und wann eö Ihm gefällt, —Wahrlich, so ist mir beschickenSchon der Himmel auf der Welt!
Schachaufgabe.
Schwarz.
Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt.
«SA»