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Allerlei.
Die größte Entfernung, auf die hin dieMenschenstimme je gehört worden ist, beträgt, so wunder-bar das klingt, 30 Kilometer (4 geographische Meilen).Das war in dem Grand Canon (Felsenschlucht) von Co-lorado, wo ein Mann den Namen „Bob" an dem einenEnde laut ausrief und an dem andern deutlich verstan-den wurde. — Lieutenant Foster, Theilnehmer an Peary's dritter Nordpolexpedition, fand, daß er mit einem Manneauf der anderen Seite des Hafens Bowen auf eine Ent-fernung von 2 Kilometern sprechen konnte. Sir JohnFranklin erklärte ebenfalls, daß er sich bequem auf 1*/zKilometer weit mit Anderen unterhalten habe. — DoctorAoung berichtet, daß bei Gibraltar die menschliche Stimme16 Kilometer weit hörbar gewesen sei. — Der Schallwird vom Wasser besonders kräftig fortgeleitet. Bei Ver-suchen im Genfer See schätzte Colladon die Vernehmbar-keit einer untergetauchten Klingel auf etwa 100 Kilometer.— Franklin behauptete, das Aneinanderreiben von zweiSteinen im Wasser 800 Meter weit gehört zu haben.Dicht über dem Wasser oder einer Eisfläche wird derSchall mit großer Kraft und Klarheit fortgeleitet. DoctorHutton erzählt, daß er an einer ruhigen Stelle der Themse bei Chelsea eine Person auf 42 Meter Entfernung deut-lich vorlesen hörte, während das auf dem Lande höchstensbis 23 Meter weit möglich ist. — Professor Tyndallbeobachtete im Gegentheil auf dem Montblanc, daß einPistolenschuß nicht stärker schallte, als ein aus der Flaschespringender Champagnerpfropfen. Personen in einer Ballon-Gondel können Leute von der Erde aus noch weit längerhören, als sie sich den Leuten unten vernehmbar machenkönnen.
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Der schnellste Eisenbahnzug der Welt istder Empire State Erpreß der New-Iork Central andHudson River-Bahn. Er legt die 229 Kilometer be-tragende Strecke New-Iork-Albany in 2 Stunden 40Minuten zurück, mithin erreicht er auf dieser Distanzeine Geschwindigkeit von 85,5 Kilometer per Stunde.Auf der darauffolgenden Strecke Albany-Utica, im Ganzen380,4 Kilometer, erreicht er eine Schnelligkeit von 88,9Kilometer. Auf der ganzen Strecke New-Aork-Buffalobeträgt seine durchschnittliche Geschwindigkeit 86,72 Kilo-meter per Stunde, den Aufenthalt auf den Stationenabgerechnet. Nur wenig langsamer ist der Nachtzug, dersogenannte Scotch Expreß, der in 7'/z Stunden vonKing's Croß nach Edinburg fährt. Er erreicht eine durch-schnittliche Geschwindigkeit von 86,56 Kilometer per Stunde.
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„Die Liebe gleicht alles aus." Baron:„ Elfe, ich liebe Dich." Sie: „Ich begreife nicht, wieDu mich lieben kannst. Du hast einen vornehmenNamen, und ich besitze nur meine Mitgift von einerMillion." — Er: „Die Liebe gleicht alles ausl"
Treffend. Gast zum Kellner, der ihm ein GlasBier bringt, welches mehr Schaum als Bier enthält:„Kellner, ich will mich nicht rasieren, ich will Bier trinken."
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Boshaft. Herr scher auf sein Flaum - Bärtchensehr stolz ist): „Liebe Cousine , wie finden Sie meinenBart?" — Cousine: „Ich finde ihn gar nichtl"
Zu unseren Bildern.
Vvuli, da kommen stet
Zu den ersten Vorboten des herannahenden Frühlings ge-hört auch die Waldschnepfe, die dann auf ihrem „Strich" vomSüden nach Nordeuropa , wo sie am häufigsten brütet, unsereGegenden berührt, um im Herbste wieder in die warmen Länder,vorzüglich nach Südeuropa , zurückzukehren. Die Schnepfen ziehenmeistens nur Nachts, am liebsten bei Mondschein, und haltensich tagsüber in feuchten, lichten Waldungen, jungen Birken-beständen u. dgl. auf. Da das Wildpret der Schnepfen sebrfein und wohlschmeckend ist, so wird ihnen eifrig sowohl mitFlinten als mit Schlingen und Netzen nachgestellt. Die Gedärmeder Schnepfen enthalten in der Regel große Mengen Einge-weidewürmer, mit denen sie zusammengehackt und mit Gewürzenversetzt auf Brodschnitten gebacken und als Leckerbissen (Schnepfen-dreck) genossen werden. Alle zur Familie der Schnepfen gehörigenVögel charaktcrisiren sich durch einen auffallend langen Schnabelund haben ein mehr oder weniger braunes, theils licht, theilsdunkel gefärbtes, gestocktes oder gebändertes Gefieder. IhreNahrung besteht aus Insekten, Mollusken, Würmern, die sieaus sumpfigem und schlammigem Boden hervorholen. DieSchnepfen sind zum Theil nächtliche Thiere, leben paarweise,sind Bodennister und legen vier gelblich- oder grünlich-braune,dunkelgefleckte Eier. _
In den Dolomiten.
Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der Bergsteiger vonPassion, denen die Dolomiten Südtirols als das gefährlichsteund gerade deßhalb erstrebenswertheste Ziel ihres Sportes er-scheinen. Dolomit oder Bitterkalk nennt man eine Gesteinsart,die sich vom Kalk nur durch einen höheren Gehalt an Magne-sium unterscheidet. In großer Menge treten Gebirge dieses Ge-steins, Dolomiten, vielfach in höhlenreichen Felsformen, mitzerrissenen, ruinenähnlichen Contouren in der Gegend von Alten-stein und Liebenstein im Thüringischen, dann in der fränkischenSchweiz bei Muggendorf und Streitberg , vor allem aber inden Kolossen Südtirols auf, in dem landschaftlich berühmtenFassa- und Ampezzothal. In vielen der Dolomitablagerungenhat man wohl auch ehemalige Korallenriffe zu erblicken. DasFassathal, die oberste Stufe des vom Avisto durchflossenenThals in der tirolischen Bezirkshauptmaunschaft Cavalese , istvon den schroffen Dolomit- und Porphyrgipfeln der Marmolada (3494 w), des Langkofls (3179 m) und des Rosengartens mitdem berühmten Winklerthurm (2780 m) umgeben, während daseigentliche Ampezzothal, etwa 15 Lm lang, sich in südlicherRichtung von der Peutelsteiner Klamm bis zur italienischenGrenze erstreckt. Das Ampezzothal, das eine gute Poststraße,von der Bahnstation Toblach bis Eonegliano, 112 km lang,durchzieht, schließt viele der herrlichsten Bilder ein. welche dieAlpen überhaupt auszuweisen haben. Für die Hochtouren aufden Monte Cristallo, den Sorapiß und zu dem unvergleichlichenMisurinasee (1796 mt bildet der im Ampezzothal gelegene OrtSchluderbach (1441 m), der auch als Sommerfrische viel be-sucht wird, den Ausgangspunkt.
Nikd-r-KSthsek.