Ausgabe 
(13.3.1896) 21
Seite
160
 
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ALLe^Lsr.

Was ein Pfund Kohle thut.Die Zeit istnicht mehr fern, wo wir Hitze und Arbeitsleistung ohneHilfe von Feuer erhalten können," sagt der Civil-Jn-genieur Marston Mc. Grath im St. LouisGlobe-Democrat".Das wird möglich sein, sobald wir Elek-tricität direkt von der Kohle erzielen können, ohne etwasvon der wunderbaren Kraft zu verlieren, welche in der-selben steckt. Ich habe den ganzen Werth der Kohleals Krafterzeuger erst dann erkannt, als ich dieselbe aufeiner Fahrt über den Ocean auf dem DampferMaje-stic" beobachtete. DaS Schiff führt 2400 TonnenKohlen, fast genug um jeder Familie in St. Louis einen halben Bushel zu geben, und eS verbraucht 290Tonnen täglich, um seine Geschwindigkeit von ungefährdreiundzwanzig Meilen die Stunde zu erhalten. Dassieht wie ein kolossaler Kohlenverbrauch aus, doch dieMajestic" ist ein großes Schiff, 682 Fuß lang, undes gehören 18 000 Pferdestärken dazu, um es mit Voll-dampf über die Wellen zu führen. Rechnet man esaber im einzelnen aus, so findet man, daß anderthalbPfund, also weniger als eine gute Hand voll, einePferdestärke für eine Stunde liefert. Eine Pferdestärkeist gleich der Arbeit, mit der man 300 Pfund einenFuß hoch heben kann, so daß anderthalb Pfund Kohle300 Pfund einen Fuß hoch eine Stunde laug zu hebenim Stande sind. Oder man nehme einen anderen Ver-gleich. Es würden 100 000 Galeerensklaven Tag undNacht rudern müssen, um derMajestic" eine Ge-schwindigkeit von dreiundzwanzig Meilen zu geben. Di-vidiert man 18 000 Pferdestärken durch 100 000, sofindet man, daß anderthalb Pfund Kohle ungefähr dieeinstündige Arbeit von sechs Ruderern leisten. Freilichwürde man auf derMajestic" nicht mehr als 480Ruderer plazieren können und zehn Bushel Kohlen würdendieselbe Arbeit leisten, während 100 000 Galeerensklaven,jeder im Durchschnitte 150 Pfund schwer, fünfmal so-viel wiegen würden als die 1740 Tonnen Kohlen, welchedieMajestic" für eine sechstägige Fahrt braucht."

Die Macht der Musik. Im Jahre 1809,einige Jahre vor dem Tode des greisen Tonsetzers Haydn ,schloß die Dilettantengesellschaft in Wien ihre Winter-konzerte mit einer glänzenden Aufführung der Schöpfung,zu welcher Haydn eingeladen ward. Er erschien, undschon der ausgezeichnete Empfang, der ihm zu theilward, machte auf den Schwachen, durch die Last der JahreGebeugten einen außerordentlichen Eindruck; aber nochtiefer erschütterte ihn sein eigenes Werk, und bei der er-greifenden Stelle:Es ward Licht," fühlte er sich der-gestalt überwältigt von der Gewalt der Harmonieen, dieer selbst geschaffen, daß ihm die Thränen über dieWangen rollten und er mit erhobenen Armen ausrief:»Nicht von mir, von dort kommt allesI" Er unterlagden ihn bestürmenden Gefühlen und mußte hinweggetragenwerden.

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GoLLKSrrrsr.

So viele Blüthen des Lebens fallen ab später so Vielehalbreife Früchte. Ist nun der Herbst davon leer? Der Menschkann, wie der Baum, nicht alle Blüthen zu Früchten vollen-den, die er treibt. Jean Paul .

Das Gute wird verschwiegen, ?,

DaS Böse sieht man von Mund zu Munde fliegen. '--«xv-LS---

Iiir die aögevrarmlen Gauvstnunnen in Kohenrvart.

Leutla, gell, ihr mächtet fraugaWas ma z' Hoahawart iez mach?

Baua halt mit nasse Auga

Baua unt'; Oh und Ach.

's ischt ja gar so grauseg g'weaWas in scll'r Nacht ischt g'scheah.

Nv' kan i dös Sturma heara,

Fuirjoh schrei» bei d'r Nacht,

's Fuir hat naufg'schla bis an d' Steara,

Fürchteg praschtlet, g'schncllt und kracht:

Und dös herrlich Institut

Ischt v'rbrennt zue Staub und Schutt.

Alls, von oben» bis unda :

Dachstuehl, Lada , Käschta, Schränk';

Alles hi, in weanig Stunda,

Bctschet, Sessel, Tisch und Bank':

Alle Bett'r, alles G'wand,

WaS s' net g rad am Leib g'het Hand.

O ihr druimal arme Kind'r:

Taubstumm, arm und hoimathloastWäg'r reckt zum Daula sind 'rUnd uir Elend riesagroatz:

Könnet it a mal bettln gau,

That ui ja koi Mensch v'rstaul

Sott iez i als alt'r KerleNo für ui gcbeitla gau?

In de junge Jauhr, ja währle!

Han i's oft und freudig thau:

Und wenn halt iez Keiner gaut,

Woiß i z'letscht koin andra Rauth.

Und d'rum iez, ihr Schwäbala, bitt' i recht schea,

O theand deane taubstumme Mädala gea!

Sie Hand ja koi Hoimath, koi Bettle, koi HäS,

Da mach Dn 'n Vett'r, da mach Du a Bäs,

Da mach Du da Vat'r, und d' Muett'r mach au.

Dau sei Du gnä' Herr und da sei du gnä' Fraul

Von Aub'm hear simmr ja alle v'rwandt,

D'rum müeß m'r dau helf», sonscht wär es a Schand,Ma ka doch dia Närrla in Noath it v'rlau.

Was seitens denn treiba, wohi sottens gau?

Sie wäre ja so scho gar jammerle dra,

Wöl koiS ebbes heart und au 's Schwätza it ka;

Da kommt no dös Fuir aus und nimmt na ihr Haus,Ihr Bettla, ihr Häswerk, o dös ischt a Grans!

Iez sott ma dau baua, und 'S Baua dös loscht.

Drum schicket iez Thal'r mit Bota und Post,

Und Eirichtung schafsa? o Leut I dös loscht viel,

Mit drui und vier Tauscd kommscht lang it an'S Ziel;Drum Hand iez Erbarm», ah kommet! ah gand!

Und sind m'r recht brave, mitleidige Mandl

D'r Stadtpfarr' von Dillinga nähmS in Empfang,

Herr Niedcrmair hoißt 'r, dear wartet scho lang:

Und wend 'r a Quitting. ear thätS ui scho gea,

Ear hat a nett's Schristle, dös liest si so schea»

A Anwcising isch oft a guldiga Kroa,

O saget's doch Alle, um dös ka ma's thoa!

Fr. Keller.

Dechiffrir-Aufgabe.

Jede Buchstabengruppe ist zu einem sinmnäßigen Wortezu ordnen-,

blovsl rastnen euip üimnvnpek,

Ibisse«; Iiiuet rlinumerliAi enis,llvret mnrligibres inse Ulrv uisslivvrViveenv seuiv verstau nepi.

Lgulo.

Auflösung des Bilder-Näthsels in Nr. 20:Oie Absicht leiht erst einer That Bedeutung.

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