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Der Krieg in Abefsynien.
(Mit Illustrationen.)
In der Märzschlacht bei Metemneh im Jahre 1889fand König Johannes, der Negus Negesti (Hauptkönig)des christlichen Abcssyniens, einen ruhmvollen Tod imKampfe gegen die fanatischen Mahdisten. Von den Nasoder Unterkönigen des Berglandes war Menelik von Schoa
Jahres begann die Entscheidung zu nahen, wobei dieItaliener eine Reihe ehrenvoller Niederlagen erlitten. An-fang Dezember erhielten die abessynischen SchaarenFühlungmit dem südlichsten Posten der Italiener, einem etwa1200 Mann starken Bataillon eingeborener Truppen, dievon europäischen Offizieren und Unteroffizieren geführtwurden und unter dem Kommando des Majors PedroToselli standen. Am 7. Dezember wurde dieses Bataillonauf dem Tafelberge (Amba) Aladschi von 20,000Abesssyniern unter Führung von Nas Makonnenund Ras Mikael angegriffen. Nach heldenmüthigemWiderstand mußten die Italiener weichen, wobeiMajor Toselli fiel. Nun rückte das abessynischeHeer vor, und es galt, den Feind aufzuhalten,damit der Befehlshaber der Kolonialtruppen,General Baratieri, dieselben sammeln und demFeinde gegenüber eine günstige Stellung ein-nehmen konnte. Die Aufgabe fiel dem MajorGiuseppe Galliano zu, der mit 1300 MannItalienern und Eingeborenen, Makalle gegen denandringenden Feind vertheidigen sollte.
Makalle ist die Hauptstadt der LandschaftTigre. Hier ließ sich einst Negus Johannes vondem Piemontesen Naretti einen Palast erbauen,in dem später der von den Italienern vertriebeneRas Mangascha residierte. Beherrscht wird dieStadt durch das Fort Enda Jesu. Negus Menelik erschien vor Makalle an der Spitze von 70,000Streitern, aber die tapfere Besatzuug hielt daSFort vom 7. bis 21. Januar d. I. und schlug mitTodesverachtung mehrere Stürme ab. Erst als der letzteWasservorrath erschöpft war, kapitulierte Galliano unterehrenvollen Bedingungen. Es wurde ihm freier Abzugmit allem Kriegsmaterial bewilligt, und Ras Makonnen,der König der Landschaft Harrar , übernahm die Bürg-schaft für sicheres Geleite der Vertheidiger Makalles biszu den italienischen Linien. Galliano, der für seintapferes Verhalten zum Oberstlieutenant ernannt wnrde,erreichte mit seiner Truppe glücklich Adigrat, wo General
Major Toselli ch. General Varalieri. Gderstlteul. Galliano
der mächtigste und schickte sich nun an die Würde desHauptkönigs zu erlangen. Klugerweise suchte er die Freund-schaft Italiens , das an der Küste des Rothen Meeresseine afrikanische Kolonie Erythräa gegründet hatte undauch Abefsynien unter seine Schutzherrschaft zu stellentrachtete. Wiederholt hatten sich bereits abessynische Waffenmit den italienischen gekreuzt, ohne daß einer der Gegnerden entscheidenden Sieg errungen hätte. Menelik schloßFrieden mit Rom und erkannte die Schutzherrschaft Italiens an. Er ließ sich mit allem Pomp krönen, und die Italienerergriffen Besitz von den nördlichen Ausläuferndes abessynischen Berglandes. Sie begannen mitemsiger Rührigkeit an der Civilifirung des Landeszu arbeiten; sie bauten gute Straßen, befestigtendie Städte, und italienische Ansiedler kamen nachErythräa, um auf den Hochebenen Ackerbau undViehzucht zu treiben. Diese Entwickelung derKolonie wurde anfangs gar nicht durch einendiplomatischen Zwist berührt, der durch verschieden-artige Auslegung des Schutzvertrages veranlaßtwurde. Da sollte im Jahre 1894 der Friedejäh gestört werden. Ras Mangascha, der Unter-könig der Landschaft Tigre und ein natürlicherSohn Meneliks , empörte sich gegen die Herrschaftder Italiener . Der Aufstand wurde zwar mit
bewaffneter Macht niedergewo^ König Menelik von Abernten. U°- Makonnen von Horror,
den Italienern besetzt, aber Ras Mangascha floh ^ ^ « " - ».
zu seinem Vater und stachelte ihn sowie dieanderen Unterkönige Abcssyniens zum Kriege gegen Italien auf. In der That sammelte Menelik ein starkes Heerund zog, von den Unterkönigen begleitet, gegen dieitalienischen Kolonialtruppen zu Felde. Die einzelnen Epi-soden dieses afrikanischen Krieges, dessen Ende noch nichtabsehbar ist, erregten die Theilnahme der Welt weit überdie Grenzen Italiens hinaus. Gegen Ende des vorigen
Baratieri mit der Hauptmacht der Kolonialtruppen Stel-lung genommen hatte. Dicht auf dem Fuße folgte aberihnen das große Heer Meneliks , und am 1. März kames in der Nähe von Adua zu einer Schlacht zwischenden beiden Heeren der Abcffynier und der Italiener,welche mit einer gänzlichen Niederlage für die letzterenendete. Auf italienischer Seite hatten an dem Kampfe