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voll Angst um ihre Sarah die Wohnung verließ, dieThür verschlossen, aber Hannah hatte den Schlüssel.Mit wie dankbarer Freude würde die hebräische Wittweihre Schwelle zum letzten Mal überschritten haben, hättesie geahnt, daß ihr Kind so bald gerettet zurückkehrenwürde, wenngleich als eine Trauernde, die ihrem Leich-nam folgen würde! Die beiden Körper wurden nunehrfurchtsvoll auf Matten, die auf dem Fußboden aus-gebreitet waren, gelegt. Lycidas ging mit Joab hinaus,um, soweit es die Umstände erlaubten, Vorbereitungenzum Begräbniß zu treffen, welches bei dem heißen Klimanach Gebrauch jenes Landes sehr bald stattfinden mußte.Joab übernahm es, Männer, die ihm helfen würden,ausfindig zu machen. Mit diesen wollte er ein Grab,dicht neben dem der Märtyrer, auswerfen und versprach,nach Mitternacht zu kommen und die Leichen zu holen. !
die Hand an den Zügel seines Maulthieres und gingdavon. (Fortsetzung folgt.)
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Goldkörner.
Vielen Menschen fehlt es gar nicht an Empfindung, aberan Gefühl. Graf v. Loeben.
Wer nicht kann was er will, der wolle was er kann.
Die Hrojectirte Eisenbahn Heiligenblut-Glocknerhans.
Wit Illustrationen.s
Im Laufe des vorigen Sommers wurden auf Grundeiner von der österreichischen Regierung ertheilten Vor-
Unterer pasterzenkces (Ausblick
Lycidas zog Gold hervor, aber Joab weigerte sich, esanzunehmen.
„Märtyrer zu begraben, ist ein heiliges Amt undnicht zu gering selbst für die Vornehmsten," sagte derMaulthiertreiber, „aber was jenen Syrer anbetrifft, sohabe ich nicht Lust, seine Knochen zu denen der Mär-tyrer zu legen, und wenn er auch ein Sohn der Hadassahist. Ich glaube, er war nichts anderes als einVerräther."
„Er fiel," entgegnete Lycidas, „durch die Handeines Syrers, als er ein hebräisches Mädchen rettete, erstarb in den Armen seiner Mutter." Diese Worte warenmit zarter Rücksicht auf die Gefühle Sarah's gesprochen,weil sie, das wußte er, diesen Mangel an Ehrfurchtvor dem todten Körper ihres Vaters schmerzlich em-pfinden würde.
„Versage ihm nicht ein Grab unter seinem Volk."
Kilometer 7 der projectirten Bahn).
concession umfassende Studien zu einer Zahnradbahn vonHeiligenblut nach dem Glocknerhaus vorgenommen. Dergroße Fremdenverkehr im obern Möllthal läßt eine be-queme Verbindung mit diesem, von der Section Klagen-furt des Deutschen und Oesterreichischen AlpenvereinsJahrzehnte hindurch mit großen Opfern erhaltenen Schutz-haus längst wünschenswcrth erscheinen. Wir lassen hiereine kurze Beschreibung der interessanten Bahnlinie inVerbindung mit einer Reihe von Abbildungen folgen, diewir dem Vorconcesfionär der projectirten Bahn, HerrnIngenieur Theodor Schenkel in Graz , verdanken.
Die Linie zieht sich an der linken Steillehne desobersten Möllbachs, im Volksmund Pasterzenbach ge-nannt, in einer Länge von 7390 Mir. dahin. Der ge-sammte Höhenunterschied beträgt auf diese Länge 834Mir., und zwar liegen die Steigungen zwischen 40 Pro-mille und 29 Proc.; es ist deßhalb ein gemischtes Ober-bausystem, d. h.^theilweise für ,Adhästonsbetrieb,^ theil-