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großer Leiden erscheint ihnen als einziges Kennzeichen
eines tapfern Mannes . Wohin man auch komme , welche
von den wilden Völkerschaften man auch besuche , die
Sitten sind in dieser Hinsicht ziemlich gleich , ihre Tapfer¬
keit , Unerschrockenheit und Todesverachtung finden in der
civilisirten Welt nicht ihresgleichen .
-
Gablingen .
( Mit Bild . )
Im Schmutterthale nördlich von Augsburg liegt am
Fuße des westlichen Höhenzuges , von welchem Lützelburg
in die Lechebene herableuchtet , der stattliche Flecken G ab -
lingen . So ansehnlich auch der Ort ist , so ist doch
seine Vergangenheit mehr in ' s Dunkel gehüllt , als es
bei den kleinsten Dörfern der Nachbarschaft der Fall ist .
Herr v . Naiser , welcher überall ein römisches Castell
vermuthet , wo römische Münzen gefunden werden , findet
auch in Gablingen Spuren römischer Ansiedelung , weil
im Schloßgarten römische Münzen gefunden wurden .
Da aber die Nömer in Gablingen keine sicheren Spuren
ihres Waltens hinterlassen haben , so müssen wir schon
mit der Annahme zufrieden sein , daß eben schon damals
Ansiedler hier waren , welche mit den Römern verkehrten
und ihres Geldes sich bedienten . Nicht einmal von einer
mittelalterlichen Burg , geschweige denn einer römischen
Station findet sich in Gablingen eine Spur , obwohl im
Mittelalter ein Rittergeschlecht hier saß . Im Jahre
1217 erscheint in einer Urkunde des Klosters hl . Kreuz
ein Wtrich von Gabelung als Zeuge bei der Ueber -
gabe des Zehnls von Ehingen an Klosterholzen . Hun¬
dert Jahre später erschienen die in ganz Mittelschwaben
damals reichbegüterten Ritter v . Knöringen im Besitze
von Gablingen und behaupteten ihn 200 Jahre lang .
Es ist gewiß , daß mehrere dieser Edlen im Flecken saßen
und dort sicherlich ein Schloß hatten , wenngleich sich
keine Spur mehr davon findet . Im Jahre 1466 gab
Wolfart Junker v . Knöringen zu Gablingen an ' s
Kloster St . Georg 2 Gulden Bodenzins auf 3 Tagwerk
Mahd bei Biberbach , und im Jahre 1496 saß Jörg v .
Knöringen zu Gablingen . Er verkaufte an den Pfleger !
der St . Leonhardskapelle zu Wettenhausen 3 Sölden zu
Scheppach um 22 rh . Gulden . ( Wettenh . Annal . x .
740 . )
Neben den Hauptinhabern des Ortes , den Rittern
v . Knöringen , besaßen auch reiche Augsburger Bürger
und Klöster einzelne Güter in Gablingen . So verkaufte
im Jahre 1432 Hartmann Langenmantel sein Gut zu j
Gablingen , das 2 ungarische Gulden galt und das er !
von seinem Vater Peter Langenmantel ererbt , an den ^
nachmaligen Bürgermeister Erhard Vögelin von Augs - !
bürg um 53 rh . Gulden . ( Llou . L . XXIII . 392 . ) !
20 Jahre später , im Jahre 1452 , vermachten Vögelin ' s
Erben dasselbe Gut an den Abt von St . Ulrich für
3 Jahrtage .
Im Jahre 1527 kam Gablingen von den Rittern
v . Knöringen an die Fugger . Sebastian v . Knöringen
verkaufte das Dorf sammt Großzehnt und Kirchensatz an
Raimund Fugger . Dessen Nachkommen bauten das heutige
Schloß ( Jagdschloß , und blieben im Besitz des Fleckens !
bis zur Säkularisation und als mediatistrte Ortsherren '
bis 1848 . i
Im Schwedenkrieg hatte Gablingen das Glück , un - !
unterbrochen einen eigenen Pfarrer zu haben , wie das !
Verzeichniß der Pfarrer und ihre Präsentations - Urkunden
vom Jahre 1590 — 1700 ausweisen . Die geräumige
Kirche ist dem hl . Martinus geweiht . In ihr befindet
sich das Grabmal des Anno 1772 gestorbenen Pfarrers
Leonhard Steidle mit einer Grabschrift , welche wir wegen
ihrer eigenthümlichen und naiven Reimerei hersetzen :
„ Es liegt ein Priester da , ein guter , lieber Mann ,
An den man ohne Schmerz nicht einmal denken kann .
Er war ein guter Hirte , der seine Schafe liebte ;
Bist du ein gutes Schaf , so zeig ' es jetzo an
Und ruf ' den großen Gott für deinen Hirten an !
Im Frieden ruhe er , um dieses bitte Gott ,
So bleibst ein treues Schaf auch nach des Hirten Tod . "
- - « ÄLüWHe -
( Zu unserem Bild Seite 297 . )
Im Mat .
Niemals ist die Natur so wonnesam , wie im wunder¬
schönen Blüthenmonat Mai Die ganze Erde prangt und strahlt
in festlichem Gewände , das sie » u Ehren der Ankunft des
jungen Frühlings angelegt bat , Wiesen und Raine überziehen
sich wie mit einer grünen Sammetdecke , aus welcher Gänse¬
blümchen und Löwenzahn gleich eingewebten gelben und weißen
Sternen berausleuchten , Birken und Erlen am Bachesrand
fangen ebenfalls schon an , ihren Blätterschmuck anzulegen , die
Obstbäume sind über und über mit Blüthenschnee bedeckt , ver¬
einzelte Schmetterlinge fliegen taumelnd durch die warme Früh¬
lingsluft . und hoch oben am azurblauen Himmel läßt die Lerche
ein schmetternd Lied erschallen . Wer bei solcher Jahreszeit in ' s
Freie kann , der eilt hinaus aus der kleinen Stube drückender
Enge , um Gottes Pracht und Herrlichkeit in der aller Orten
wiedererwachten Natur zu bewundern , um mit dem Blüthenduft
und der würzigen Luft frische Hoffnungen und erneuten Lebens¬
muth einzuathmin und sich an dem Treiben der in Berg und
Thal , auf Feld und Auen berumschweifenden Jugend zu er¬
freuen . für deren harmlose Fröhlichkeit der Mai so recht der
Wonnemonat ist .
Den Ifiöfillcin « letzte « Grüßen .
Siehst wandeln du über dem Waldessaum
Das Wölklein die einsame L > pur ?
Es gleicht dem flüchtigen Morgentraum
Der erwachenden Frühlingsnatur .
Noch klart sich in purpurnem Morgenstrahl
Des Wölkleins scheidender Blick ,
Als dächte es lächelnd zum letzten Mal
An ' s geträumte , entschwundene Glück .
So wallte es sinnend den müden Pfad
Am fernen Horizont hinab ,
Schon sank seines Daseins rollendes Rad
In ' s gähnende Zeitengrab .
Da senkt sich trauernd des Knaben Blick ;
Eine Thräne in ' s Auge ihm schleicht ;
Umsonst umrauscht ihn das holde Glück ,
Das Jugend und Lenz ihm gereicht .
Denn Lenz und Jugend , wie gleichen sie
Dem Wölklein , das drüben entschwand ?
Kaum eint sie die lieblichste Harmonie ,
Verbleicht schon das knüpfende Band . 1 . 17 .
Logogriph .
Du trägst ' s in dir .
Steck ' ' was hinein ,
Gleich wenden hier
Soldaten sein .
Auflösung der Schachaufgabe in Nr . 38 :
Weiß . Schwarz .
1 . D . 05 - L7Z - K . L8 - L7 :
2 . S . L5 - S6 - j - K . L7 - V8
3 . S . Sö - b ' ? - j - K . V8 - 08
4 . S . S6 - L7 - j - Matt .
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