Ereigniß freilich, dem eine „schwere Stunde" vorhergeht,und diese schwere Stunde ist im Stande, das ungetrübteGlück zweier liebenden Herzen mit einem jähen Schlagezu vernichten! Doch, daran denkt ein junges Ehepaarnicht, wenigstens das erste Mal! — Ich war dennauch in fröhlicher Stimmung und beschloß, die Taufemeines ersten Kindes mit einer Flasche echtem „^.stüspuwants« zu feiern. Ich ließ mir von der Firma,von welcher der in Florenz getrunkene hcrstammte,einen Korb senden. — Die schwere Stunde kam. Un-endlich viel hatte meine gute Clara auszustehen, dochsie trug es mit Geduld und Standhaftigkeit, und einseliges Lächeln verklärte ihre Züge, als sie ein geliebtes
Kind in den Armen hielt. Es war ihr letztes
Lächeln.Bald darauf wurde sie durch heftigen
Blutverlust immer schwächer und schwächer, die sonst sorosigen Wangen wurden immer bleicher und eine Ohn-macht schien sie zu umfangen.
„Nasch ein Glas Champagner,/ flüsterte mir derDoctor zu.
Ein Glas Champagner! Ich hatte nur den fürdie Taufe bestimmten im Keller, aber es war jaauch Champagner! —
Ich holte rasch eine Flasche und gab Clara zutrinken. Für den Moment belebte es sie, dann ließ sieden Kopf wieder sinken und wurde noch bleicher.
„Ich muß sterben, Karl", hauchte sie mir zu,
„vergiß mich nicht! Ich habe Dich innig geliebt,-
Du mich auch, — hab' Dank dafür!"
Ich mußte all' meine Kraft zusammennehmen, umnicht umzusinken.
„Geliebter Engel, nein, nein, es ist nicht möglich,— der liebe Gott kann uns nicht trennen nach so kurzerZeit!"-
„Oh ich fühl's, antwortete Clara, „mir wird'sganz schwarz vor den Augen, und eine Eiseskälte um-schleicht mein Herz, — das ist der Tod! Lebe wohl, ge-liebter Karl, — erzähle in spätern Jahren unserm Kindevon seiner armen Mutter, die nur so kurze Zeit glück-lich sein durfte." — — —
Ein wehmüthiger liebender Blick fiel auf das nebenihr liegende Kind, — es war der letzte, dann brachendie guten Augen für immer.
Mein Schmcrzcnsschrei war nicht im Stande, dieTodte zu erwecken.-
Ich weiß nicht, was aus dem Nest der angebrochenenFlasche geworden ist, die übrigen habe ich später ver-schenkt. Daß bei der Taufe meines Kindes vom eigensdafür bestellten sxumauts* nichts getrunken
wurde, brauche ich kaum zu sagen.
* *
(Schluß folgt.)
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ALLsxLetz.
DerBeckenknochen. Im verflossenen Winter hieltHerr Professor F. in N. vor einem gemischten Publikumpopuläre Vortrage über Anatomie und wies u. A. seinenZuhörern einen Beckenknochen vor. Darüber fühlte sichder Bäckermeister Teigmann, der die Vorlesungen be-suchte, sehr geschmeichelt, stieß seinen Nachbar in die Rip-pen und sprach: „Nicht wahr, Herr Nachbar, wir Bückenhaben dicke Knochen?"
Zur Gesundheit. Ein Gendarm verfolgt einenVagabunden und holt ihn schließlich keuchend ein. —„Folgen Sie mir zum Amtsvorsteherl" — „Weshalbdenn? — Meine Papiere sind doch ganz in Ordnung!"
— „Ach was, Sie haben doch gar keine Papiere." —„Gewiß; hier sind sie!" — „Ja, weshalb laufen Siedenn so?" — „Ich habe Karlsbader Wasser getrunken,und da hat mir der Doktor Laufen verordnet." — „Siehaben aber doch gesehen, daß ich hinter Ihnen Herrenne?"
— „Ich habe gemeint, Herr Gendarm, Sie hätten auchKarlsbader Wasser getrunken!"
Sichere Bürgschaft. „Sagen Sie mir aufrichtig,Führer, bin ich sicherer auf dem Esel oder zu Fuß?" —„Natürli' auf'm Esel! Da sorg' schon i' dafür, daßdem nix g'schieht!"
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Der Landmann.
Der Landmann legt den SamenIn tiefe Furchen ein,
Dabei spricht er voll Glauben:
„Herr, laß ihn wobl gedeih'n."
„Vielleicht, wenn ihn die SonneHervorlockt mit dem Strahl,
Senkt man auch mich hier niederIn diesem stillen Thal."
„Ihr Körnlcin, schaut zum Lichte,
Wenn ihr vom Schlaf erwacht,
Wenn die Posaunen schallen,
Jst'S um mich finst're Nacht?"
Der Landmann ruht ermüdet»
Der Samen ist gesät,
Er haucht ein leises Amen,
Dies ist sein letzt' Gebet.
Die Saat ist gut gediehen,
Gott hat erhört sein Fleh'n,
Nun schlafe ruhig weiterBis Du mußt anferstch'n.
Schillenauer.
---S-8W-S--
Kreuzräthsel
In die Felder vorstehender Figur sind die Buchstaben 0oLDLLNblblLLLb'r'RUlUllllNNNOORNItNRIlR8888'I'll'^V^V22 derart ein-zutragen, daß die drei wagercchten und senkrechten Reihen gleich-lautend bedeuten: 1. ein edles Getränk, 2. symbolische Festgabe,3. Mann aus einem Nachbarlande (auch Berufsart und Volks-name). _