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dessen alleiniger Anziehungspunkt in seinem Gasthausebesteht, das uns um, billiges Geld einen guten Ungar-wein bietet. R. Palleskc.
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(Mit Bild.)
Vier Stunden oberhalb Ulm liegt links von derBahnlinie nach Memmingen am Bergabhang in reizenderLage das Dorf Bellenberg . Vom Scheitel des Berges,der sich über dem Dorf erhebt, leuchtet eine freundlicheKapelle in's schöne Jllerthal. Schon der halblateinischeName des Dorfes verkündet die Schönheit des Berges,denn Bellenberg heißt zu deutsch „Schöneberg " (Bel-mont, Alants döllo — schöner Berg) — ein Name,den wohl in alter Zeit ein poetischer Rittersmann oderschon die Römer dem Orte gegeben, welche vor 1700Jahren auf und an dem schönen Berge saßen. Da, woheute die Kapelle steht, stand ein römischer Wachtthurm,zum Schutze der Römerstraße, welche von Jllertifsen herüber Bellenberg nach Finningen und von da über Straßund Bühl nach Günzburg (Lluntia.) lief. Wohl 200Jahre lang trieben die römischen Soldaten im Wacht-thurme ihr Wesen; unter ihrem Schutze hatten sich wohlauch römische Ansiedler am Berge seßhaft gemacht. Dakamen die wilden Alemanen, brachen den Wachtthurmund vertilgten, wie überall, auch hier die römischen Co-lonisten. Nun kam eine lange Nacht in der Geschichtevon Bellenberg und Umgebung. Erst im Mittelalterwird es wieder etwas helle. Nach Karls des GroßenZeit kam Bellenberg als Zugehörde zu dem alten Schwaben -lehen Laupheim mit mehreren Resten des alten Jller-gaues an die Grafen von Kirchberg. Nach deren Auk-sterben erscheinen eigene Ritter von Laupheim , welcheauf den Ruinen, des römischen.WachtthurweS auf Bellen-berg eine mittelalterliche Burg erbauten, die Jahrhundertelang die Gegend zierte und erst im Jahre 1374 imStädtekrieg von den Ulmern zerstört wurde.
Nach dem Aussterben der Ritter von Laupheim fieldas Schwabenlehen Laupheim, wozu Bellenberg gehörte,am Anfange des 14. Jahrhunderts an die Herzoge vonOesterreich . Diese verpfändeten um das Jahr 1407 dieBeste Laupheim sammt Bellenberg an Ritter Hans denLangen von Ellerbach, der damals auf Neuburg an derKammel saß. Fast 200 Jahre lang blieb das Geschlechtder Ellerbach im Besitz von Bellenberg . — Im Jahre1570 hinterließ es Eitel Hans von Ellerbach bei seinemTode seinen 3 Töchtern Anna, Apollonia und Ursulaals Erbeigenthum, doch so, daß jede der Schwestern je*/, von Bellenberg besaß. Anna stiftete im Jahre 1585das Spital in Laupheim für Arme von Bellenberg undLaupheim , und vermachte dazu ihren dritten Theil und20,000 Gulden an Bellenberg. Ein Drittheil von Bellen-berg kam im Jahre 1582 wahrscheinlich — sei es durchHeirath oder Erbschaft — an die Herren von Weiden alsInhaber von Laupheim , das andere Drittel an dieHerren v. Rechberg, von welchen einer in einem Anfallvon recht übermüthiger Junkerlaune den ganzen Ort aneinen Herrn von Pappenheim gegen ein Reitpferd ver-kauft haben soll. Thatsache ist, daß die Pappenheim dasDorf und den Schloßberg vom Anfang des 17. Jahr-hunderts bis 1753 besaßen, wo sie die RitterherrschaftBellenberg an den Herrn v. Stein in Niederstotztngenverkauften, während die Herren v. Melden vom Jahre1582—1778 auf die Pfarrei präsentirten. Im Jahre
1764 löste Graf Leo v. Rechberg Bellenberg, diese alteBesitzung seiner Familie, wieder zurück, verkaufte sie aberschon im Jahre 1784 wieder um 82,000 fl. an PhilippAdolph v. Hermann, einen Memmtnger Patrizier, der aufdem Berge wieder ein Schlößchen baute und den Land-sitz mit Gärten verschönerte.
Bei der Säkularisation verkaufte Bayern im Jahre1804 das von Frhrn. v. Hermann erbaute Schloß sammtden in 2 Höfe abgetheilten Oekonomiegebäuden und einerHammerschmiede an Frhrn. v. Weiser. Das Dorf zähltheute etwa 540 Einwohner.
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Mac Kinley,
Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika .
(Mit Porträt.)
Der Lebenslauf Mac Kinley's ist echt amerikanisch. Erist am 26. Februar 1844 zu Niles in Pennsylvanien geboren.Mac Kinley ist daher 52 Jahre alt. Sein Vater war einkleiner Eisengießer, besten neun Kinder darauf angewiesen waren,ihr Brod durch eigene Arbeit zu verdienen. Der jetzige PräsidentWilliam Mac Kinley mußte bereits im Alter von siebzehnJahren für seine Bedürfnisse selbst sorgen und begann sein''Laufbahn als Lehrer in einer Schule und später als kleinerBeamter in einem Postbureau. Der Vater wollte ihm jedocheine höhere Carriere erschließen, und mit den größten An-strengungen gelang es, William an einer Rechtsakademie zuPoland unterzubringen. Während des Krieges wurde er Ad-jutant des berühmten Generals Hahes. Vierzehn Monate stander unter den Waffen. Mac Kinley zeichnete sich durch Tapfer-keit und sein organisatorisches Talent derart aus, daß ihm derPräsident Lincoln das Majorspatent verlieh. Nach Beendigungdes Krieges verließ Mac Kinley die Armee im Alter von 22Jahren als rühmlicher Soldat im Range eines Majors, aberohne irgend welche Mittel des Unterhaltes. Er beendigte raschseine Studien und etablirte sich im Staate Ohio als Advocat.Die ganze Misere eines Anwaltes ohne Clienten hatte MacKinley durchzukosten. Er heirathete bald darauf die Tochtereines Advocaten. Seine Ehe war jedoch nicht glücklich, da seineFrau schon zwanzig Jahre lang schwer leidend ist und die Zeitdamit verbringt, im Lehnsessel warme Strümpfe für armeKinder zu stricken. Dieser Schlag traf Mac Kinley sehr hart,denn er hat einen warmen Familiensinn, und in ganz Amerika ist die Verehrung bekannt, mit welcher er seine greise Mutterbehandelt, die jetzt noch die Freude erlebt, ihren Sohn alsPräsidenten der Vereinigten Staaten zu sehen. Im Jahre1877, im Alter von 33 Jahren, trat Mac Kinley als Abge-ordneter von Canton in Ohio in den Congreß ein. Mac Ktn-ley führte die nüchternste und mäßigste Lebensweise und war imCongresse so angesehen, daß er zum Sprecher vorgeschlagenwurde. Er unterlag jedoch bei der Wahl, und nach alter Sittewurde ihm die Obmannschaft des Budgetausschuffes zugewiesen,was gleichbedeutend ist mit der Führung des Repräsentanten-hauses. Nun begann Mac Kinley seine Agitation für denSchutz, und es gelang ihm, den Hochschutzzöllnerischen Tarif desJahres 1890 durchzusetzen. An den Namen Mac Kinley knüpfte sich damals die größte Gewalt in den »VereinigtenStaaten .
-—«M-cs--
Kombinations-Riithsel.
koke, Leiter, Dumm, Herren, Vier,8i»unue, 8onne, Letter, Hirn, Lamm,IViinI, Lest.
Aus jedem der vorstehenden Wörter ist durch Umwandlungeines Buchstabens ein neues Wort zu bilden. Die umgewan-delten Buchstaben ergeben im Zusammenhang einen muthigenWahlspruch. _
Auflösung des Arithmogriphr in Nr. 93:vhampagner. Lämmer, .ihnen, Aappe, Lage, rtrmee, Kran,Aachen , Lgge, Lache.
-S-WÜNS-