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besondere Anerkennung verdient die Aufmerksamkeit derHerren Gutmann, Schröder und Wertheimer desNürnberger Klubs, welche miteinander wetteiferten, um denhiesigen Klub von Allem, was Interesse bot, in erster Linieund stets sofort zu unterrichten. Dasselbe gilt auch- lastnot least dem unermüdlichen Bundessecretair Herrn Post-official Kürschner. In ebenso angenehmer Erinnerungist bei allen Mitgliedern der Besuch von Meister Steinitz.- Inzwischen hatte auch eines der stärksten Mitglieder desKlubs, Herr Ingenieur Richard Buz, Gelegenheit, denselbenin London bestens zu vertreten, indem er in Simpson's Divandaselbst den britischen Altmeister Bird glänzend besiegte.Auch das Wintersemester hat unter sehr günstigen Auspicienbegonnen; gleichsam als Einleitung hat vor Kurzem einengerer Match zwischen den Herren Bachmann, Häusler,Kunstmann und Mayinger stattgefunden, wobei Hr. Häuslerals erster und Hr. Official Bachmann als zweiter Preisträgerhervorging. Anschliessend hieran hat nunmehr auch dasTurnier begonnen; hieran betheiligen sich jetzt schon 18Mitglieder, darunter die stärksten Kämpen des Klubs, so dasssolches in seinem Verlaufe höchst interessante Momente bietendürfte; gespielt wird in drei Klassen, welche mit Preisen aus-reichend dotirt sind, wodurch auch den schwächeren Theil-nchmern Aussicht auf einen solchen geboten ist; ausserdemerhalten die Sieger der ersten Klasse wieder kunstvolle Diplome.Im weiteren Verlaufe des Wiutersemesters sind noch Ver-anstaltungen von Blindlings- und Simultan- Spielen etc. vor-gesehen. Gegenwärtig zählt der Schachklub Augsburg 7Ehren- und 41 aktive Mitglieder und ist im Verbande desBayerischen, sowie Deutschen Schachbundes; er verfügt überein sehr behagliches Klublokal, vortreffliches Spielmaterialund reichhaltige Bibliothek, An Fachzeitschriften liegenwährend der Spielabende zur Benützung für die Mitglieder auf:1) ,, Deutsche Schachzeitung"- Leipzig;2) ,, Deutsches Wochenschach" Berlin;
Yo
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3) ,, Berliner Schachzeitung" von C. A. Walbrodt;
4) ,, La Stratégic"- Paris;
5)
The British Chess Magazine"- England.
Die Spielabende sind wie seither Dienstags und Freitagsvon 8 h. Abends an im Klublokal Café Augusta- Separat-zimmer. Schachfreunde willkommen!
Nekrolog.
Die englischen Schachfreunde haben schon wieder denVerlust eines ihrer- wenn auch nicht gerade stärkstenso doch genialsten Schachmeister zu beklagen. Am5. Oktober starb nämlich zu Bath( im Hause seines Vaters)William Henry Krause Pollock im Alter von nichtganz 38 Jahren. Pollock war am 21. Februar 1859 zu Chelten-ham geboren und fand seine Erziehung auf dem Somerset-shire- College zu Bath. Er widmete sich dem medizinischenStudium und erwarb sich sein Diplom 1882 zu Dublin, wo-selbst er sich auch im dortigen Schachklub seine schachlichenKenntnisse aneignete. Auf irischem Boden vollbrachte er auchseine grösste Schachthat, indem er auf dem Kongress zu Bel-fast 1886 Blackburne und Burn besiegte und damit den erstenPreis erstritt. Im Uebrigen war seine öftere Betheiligung anrösseren Turnieren meist von wenig Erfolg begleitet, da ereinerseits sich häufig in ungesunden theoretischen Neuerungenversuchte und dann im Allgemeinen das Turnierspiel auchnicht mit dem nöthigen Ernst betrieb. Gleichwohl ist es ihmstets geglückt, beachtenswerthe Einzelerfolge zuerringen. So ist seine Gewinnpartie gegen Weiss im Now-Yorker Turnier 1889 durch seine geniale Spielführunggeradezu berühmt geworden Auch zu Hastings 1895 blieber in drei überaus gewandt geführten Spielen gegen Meisterwie Gunsberg, Steinitz und Dr. Tarrasch Sieger.Seit 1890 hielt er sich in Nord- Amerika auf, woselbst erlängere Zeit zu Baltimore die Schachspalte in den ,, BaltimoreSunday Times" in sehr anerkennenswerther Weise leitete.Zuletzt bildete er in Montreal den Mittelpunkt der kanad-ischen Schachbestrebungen, bis ihn zunehmende Kränklichkeitzwang, im Vaterhause Erholung und Genesung zu suchen,leider ohne Erfolg. Unter den Schachspielern war Pollockwegen seines einnehmenden Wesens, wie wegen seines ori-ginellen und geistvollen Spieles sehr beliebt.Treffliche Proben des letzteren befinden sich inLudwig Bachmann's Schachwerk: ,, GeistreicheSchachpartien alter und neuer Zeit"( Verlag vonC. Brügel& Sohn in Ansbach) unter Nr. 248, 268, 269, 277,303 und 353.
Züge
8
1
2
3
456
7
8
91011
-
5
4
3
2
1
Aufgabe Nr. 6.
Von H. L. Rittmayer in Forchheim.Schwarz.
C DE F G H
A B
d2- d4c2- c4Sb1- c3c2- e3Sg1- f3Lf1- d30-0
e3- e4ScaXe4Ld3Xe4Ld3- c2
40
Die folgende Partie gehört zu den schönsten desPester Meisterturniers, welches überhaupt durch dieunternehmende Spielweise, deren sich die meisten der Theil-nehmer befleissigten, bemerkenswerth ist. Es scheint fast, alsob der muntere Ton des Lebens in der ungarischen Haupt-stadt auch die ernsten Schachmeister unternehmungslustigergemacht hat.
A B C D E FG H
Weiss.
Weiss zieht an und setzt in zwei Zügen mat.
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Weiss: Schwarz:Pillsbury Winawer( New- York).( Warschau).
Partic Nr. 7.
Abgelehntes Damengambit.
Züge
8
7
6
5
H
Lc1- c3
d7- d5 12e7- e6 13 Dd1- d3c7- c6 14Sg8- f6 15 Sf3- e5
c4- c5
Lf8- d6 16 Lc3Xh6( b)Sb8- d7 17 Dd3Xd40-0 18 Dd4- f4d5Xe4 19 Df4Xh6Sf6Xe4 20 f2- f4Sd7- f6 21 Se5- g6h7- h6?( a)
3
2
Weiss:
Schwarz:
Pillsbury Winawer( New- York).( Warschau).
Dd8- c7
Tf8- c8
Ld6- f8
Lf8Xc5
Lc5Xd4
g7Xh6Sf6- d5
f7- f6
Te8-07( c)
Schwarz gibtdicPartie auf.
a) Nicht gut, aber es droht 12. Lei- g5 nebst 13. Dd1- d3!b) Eine überaus feine Combination, welche die genialeSpielweise des jungen Amerikaners trefflich charakterisirt.Schwarz darf den Läufer jetzt nicht nehmen, da er sonstdurch 17. Dd3- g3+ seine Dame einbüsst,
24
c) Schwarz hat keine Vertheidigung mehr, auf 20.De7- grfolgt 21. Dh6-15 mit der vernichtenden Drohung Tf1- f3.
Briefkasten.
Garth, cand. math., Bonn a/ Rh.: Besten Dank für dasoriginelle Scherzproblem, welches wir eventuell gelegentlich.verwerthen!--
Maurer, Passau: Ihre liebenswürdig anerkennendenZeilen haben uns sehr erfreut und werden wir auf die darinenthaltene Anfrage demnächst zurückkommen!-
Notiz.
Die Namen jener Schachfreunde, welche unsere Endspieleund Probleme richtig lösen, sowie die Lösungen innerhalbdrei Wochen einsenden, werden stets an dieser Stelle ver-öffentlicht.
Alles auf das Schach Bezügliche ist ausnahmsloszu adressiren: ,, An die Redaction des Augsburger Schach-blatt Café Augusta Augsburg."