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heimniß meines Herzens selbst nicht eher, Mbis ich Linda's grausame Worte hörte, obreda gingen mir plötzlich die Augen auf. Ichwürde heute noch nicht so offen mit Dir gesprochenhaben, aber wenn Du in der Welt umher wan-dern willst, so gehe ich mit Dir, damit Du docheinen Beschützer hast."
„Ich dachte-Sie haßten mich."
„Ich wollte Dich hassen, aber es gelang mirnicht. Als ich Dich zuerst sah, hielt ich Dich fürFrau Manners Gesellschafterin, und schon da-mals fühlte sich mein Herz zu Dir hmgezogen."
„Es wäre besser gewesen, ich wäre niemalsgekommen; Fräulein Rivers Worte könnten michdann nicht so sehr verletzt haben."
„Als meine Gattin können Dich ihre Wortenicht mehr verletzen. Sage mir offen, mein Lieb-ling, willst Du das Glück Deines Lebens inmeine Hände legen?"
„Ich will niemals heirathen."
„Warum nicht, liebst Du mich nicht ein wenig ?"
„Mehr wie „ein wenig". O, Thomas, ichwollte immer bei Dir und bei dem Onkel bleiben",flüsterte sie heiß erröthend.
Er schloß sie in seine Arme und küßte sieleidenschaftlich.
„Rosa", sagte er dann, „die letzten Worte deralten Zigeunerin sind erfüllt; am Weihnuchtsfestist der Stern Dewes Glückes aufgegangen; dasrst der Stern der Liebe."
„Das waren gar nicht die letzten Worte", er-widerte sie schelmisch und schmiegte sich festeran seine Brust.
„Nicht? Hat sie Dir vielleicht den MannDeiner Wahl beschrieben?"
„Jetzt beantworte ich keine weitere Fragen",lachte Rosa, „aber sieh' dorthin, Thomas. DieThüren des Speisesaals sind geöffnet, das Essenist beendet, die Gäste kommen schaarenweise inden Gartl-n. und man wird uns hier finden."
„Lass' uns nach Hause gehen", schlug er vor,„denn unser täto-ü-tsts soll noch nicht in derersten Stunde gestört werden."
Der alte Herr Lambrecht war schon vor demEssen heimgekehrt und saß auf der Veranda,gemüthlich mitFrau Davidsohn plaudernd. Thomastrat auf ihn zu und rief heiter:
„Endlich erfülle ich Deinen Wunsch, lieberVater. Ich will eine eigene Häuslichkeit gründen,und Rosa wird mir dazu verhelfen. Gratulireuns l"
Der alte Herr stand auf und schloß tief be-wegt das erröthende Mädchen in seine Arme.
„Du hast mir den größten Wunsch meinesHerzens erfüllt, mein Sohn", versicherte er ge-rührt, „möge sie Dich glücklich wachen."
Nun folgten frohe, glückliche Tage; LindaRiver schützte Kopfschmerz vor und verschloß sichin ihrem Zimmer, worüber die Kleinen ganzglücklich waren, denn sie fürchteten sich vor ihrerschönen Gouvernante. Thomas drang auf eineschleunige Hochzeit und wollte nicht länger als bisAnfang Februar warten; doch Frau Davidsohnmeinte, die Verlobungszeit sei viel zu kurz, in