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Kräftigung des gesummten Ordens gethan, verdient geradezueine außerordentliche Arbeitsleistung genannt zu werden. Undalles dies trotz mehrfacher Krankheit und zweimaliger sehrschwerer Erkrankung! Fassen wir schließlich seine Persönlich-keit ins Auge, so ist sein im heutigen „Postboten" gehotenesBild ein möglichst getreuer Ausdruck seines Innern und Aeußern,das zusammen in voller Harmonie steht. Körperlich gut mittel-groß, kräftig und wohlgebaut, ist ?. Bernhard ein entschiedenerFreund deS offenen, geraden Mittelweges AnS seinem Augeleuchtet so viel Gemüth als Verstand in seltener Ruhe undKlarheit. Eine Figur, die durch nichts auffällig, ziert ihn beiallem edle Einfachheit. Würde und Bürde haben ihn gebeugtund gebleicht, das Aussehen des angehenden Alters ihm auf-geprägt; die Gnade und sein guter Wille, Gott, der Kirche unddem Orden zu dienen bis zur Verzehrung seiner letzten Kraft,haben ihn aufrecht erhalten. Daß er seinem Orden noch langeerhalten bleiben möge!
„potost". das größte Segelschiff der Welt.
Der Fünfmaster „Potost", der für Rechnung der Ham-burger Reederei F. Laeisz auf der Teklenburg'schen Werst inGeestemünde hergestellt wurde und fahrbereit im Hafen von Ham-burg liegt, hat eine Länge von 362 Fuß und eine Breite von 49,9Fuß; die Tiefe von der Oberkante bis zum Kiel mißt 31,2 englischeFuß, und der Raumgehalt ist 3955 Register-Tons brutto, dieTragfähigkeit beinahe 6000 Tons groß. Wi: der „Potost" diebisher vorhandenen großen Segler an Ausdehnung übertrifft, so be-sitzt er auch die höchsten Masten. Der Großmast, der an Deckeinen Durchmesser von 34 Zoll ausweist, mißt vom Kiel biszum Flaggenknopf 210 Fuß. Die Segel umfassen ausgespanntein Areal von 4700 Quadratmetern, die Reservesegel nicht mit-gerechnet. Selbstverständlich haben die Erbauer des Riesen-schiffes sich bei der Einrichtung alle neueren Errungenschaftender Wissenschaft und Technik nutzbar gemacht, so daß auch indieser Hinsicht der „Potost" als ein Muster der Schiffsbau-kunst gelten muß. Sei ihm fröhliche Fahrt gegönnt zu Deutsch-lands Ruhm und Ehre!
Ueber RSntgen-SIrahlen-Grfolge.
Von vr. C. Wenzlik, Solingen .
Welche Dienste Röntgen« Entdeckung der leidenden Mensch-heit leisten, erläutert folgender Fall: Einem Knaben, welcherdurch eine Revolverkugel eine komplicirte Verletzung am Unter-schenkel erlitten hatte, konnte die Kugel, welche unterhalb desKnieeS eingedrungen war, nicht entfernt werden, da dieselbemit der Sonde nicht aufzufinden war. Der bedenkliche Zu-
stand des Kranken erforderte aber eine Entfernung dieser Kugel,und so machte ich eine Photographische Aufnahme, durch welchedie Kugel 15 vm unterhalb der Schußwunde mitten in derKnochenhöhle, zwischen dem Knochenmark, ermittelt wurde.Die X-Strahlen mußten also hierbei, um ein Bild der Kugelergeben zu können, durch den Knochen hind urch gehen.Nebenstehende Zeichnung veranschaulicht das Ergebniß dieserDurchleuchtung. Die Fleischtheilr zeigen sich als ein leichter,die Knochen dagegen als ein dunkler Schatten, und inmittendieses Knochenschattens erblickt man, 2'/,ow voneinander ge-trennt, 2 ganz dunkle Flecken. Diese beiden Flecken sind, wiedie nach Maßgabe des Bildes vorgenommene Untersuchung er-gab, Theile der Revolverkugel. Daneben erblickt man 2 kleineKettchen, welche zur besseren Orientirung über die Lage derKugel auf den Schenkel gelegt worden waren, welcher an diesenStellen noch mit Höllenstein schwarz markirt wurde. Genauwie das Bild es angegeben, schnitt nun Herr Sanitätsrathvr. Vogelfang aus Hilden bei der Operation an der Stellebis auf den Knochen, und es präsentirte sich daselbst einerundliche Bleiplatte mit dem gezipfelten Anhange; daneben warder Knochen im Umfang eines Pfennigstückes zerschmettert,und man gelangte hier mit der Sonde in die Knochenmark-höhle. Es wurde nun an der Stelle des ovalen Fleckes ein-geschnitten, der Knochen freigelegt, mit Hammer und Meißeldie Knochenhöhle aufgebrochen, worauf stch in der Tiefe dasandere größere ovale Stück der Kugel zeigte, welches nun mitLeichtigkeit herausgezogen werden konnte.. Ohne die Röntg en-Strahlen hätte man dieses Bleistück, das von denselben durchFleisch und Knochen hindurch dem menschlichen Auge sichtbargemacht wurde, wohl niemals aufgefunden.
der Componist der reizenden Oper „Heimchen am Herd", denwir heute unsern Lesern im Bilde vorführen, ist ein Sohn desmelodienreichen Ungarlandes: im Jahre 1832 wurde er zuKeszthelp geboren. Von 1844 an bildete sich unser Künstlerin Wien zum Violinspieler aus, wendete stch jedoch, nachdemer 1847 in's dortige Conservatorium eingetreten war. vor-wiegend dem Klavierspiel und der Komposition zu und trat1857 in einem Concert mit einer Anzahl eigener Kompositionenvor die Oeffentlichkeit. Das reiche Talent, das seine erstenArbeiten offenbarten, brachte seitdem in stetig fortschreitenderEntwicklung immer reifere und schönere Früchte. Nachdem derKünstler eine große Zahl sehr beifällig aufgenommener Kom-positionen, Ouvertüren, Symphonien, Chorwerke und Quartette,veröffentlicht hatte, erschien im Jahre 1875 seine erste Oper,„Die Königin von Saba", auf der Bühne des Wiener Hofopern-Theaters und machte von dort die Runde über zahlreicheBühnen Deutschlands und Italiens . Seine zweite Oper„Martin" folgte im Jahre 1876. Auch sie hat verdientermaßensehr beifällige Aufnahme gesunden. Das reifste Werk vonGoldmark's Talent aber ist seine jüngste Oper „Heimchen amHerd", zu der A. M. Willner das Libretto nach der gleich-namigen Erzählung von Charles Dickens geschrieben hat. Gold-mark's Musik ist der köstlichen Weihnachtsdichtung des großenenglischen Erzählers würdig: die zarten, lyrischen Tonreimedes herrlichen Werkes erinnern lebhaft an die besten SchöpfungenMendelssohns .
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Ergänzungsräthsel.
Aus nachstehenden Buchstabenreihcn lassen sich durch Ein-fügung passender Vokale und Abgrenzung der dadurch ent-standenen Wörter fünf Verszeilen bilden:
^lokslnnsnnndlok
rslvvilnsvrguiz-n
rstnltlnül»»^»
«liiktnkiniullliltsklr
«I888ni»lg1vklok>vr.
Auflösung der Schachaufgabe in Nr. 99:
Weiß. schwarz.
1. T. V7—67 K. V6-67: (L5:)
2. T. L5 l67)-65j- beliebig.
3. T., S. Matt.
1.
2. T. L5-65
3. S., L. Matt.
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S. §8—V7 (L6) oderL7—V6beliebig.