Redewendungen und nachdem ich ihm beigebracht, daß ichmich nicht anlügen lasse, wurde ich auf mühsamen Wegenzu den Minen und zu den Inschriften geführt. DieMinen sind nur dadurch zu erreichen, daß man eineStrecke von etwa 50 in auf allen Vieren kriecht, dannerst kommt man an den Eingang des Stollens, welchersehr lange und auch meist sehr hoch ist. Ich ließ einender Bergleute, die sich zu einem hl. Dutzend zusammen-gefunden hatten, bis zum Ende des Stollens gehen unddann den mitgebrachten Magncsinmsdraht anzünden. Sohatte ick dann eine schöne Uebersicht, ohne die Kriechereiweiter fortsetzen zu müssen. Soviel ich verstehe haben dieAegypter den Stollen dauerhaft und fest angelegt, ohne jedochStützen anwenden zu müssen. Nachdem ich wieder heraus-gekrochen war, ging es auf die Jnschriftensuche. Immerhieß es: „Gibt es nicht". Nun schließlich mit Aufgebotaller Energie brachte ich im Ganzen 11 Inschriften zu-sammen. Sie sind aus den verschiedensten Zeitabschnitten,von der IV. Dynastie mit großen, schönen Charakterenbis zu Namses' II. Zeiten, wo sie dann aufhören. Essind die verschiedensten Epochen der Schrift (Hieroglyphen-schrift) bis zur Zeit des Auszugs der Juden und dieverschiedensten Formen vertreten. Die Felsenwände vonMaghara enthalten Schriftproben, wie sie ein paläo-graphisches Handbuch für Aegyptologen nicht besser zu-sammenstellen könnte. Der Name Alaska ist mehrmalszu lesen, in den Bildern ist meist der betreffende Pharao als opfernd der Göttin Hathor , Königin oder Herrinvon Mafkat, abgebildet oder wie er einen Beduinenniederschlägt und für den Sieg der Göttin dankt. Ichhabe eines dieser Bilder den Beduinen erklärt, woraufsie mich fragten, wie groß der König Pharao gewesensei. Sie glauben nämlich, daß die ägyptischen Königeüber eine ungeheure Leibesgröße verfügt hätten.
(Schluß folgt.)
Recensionen und Notizen.
Ueber HypnotiSmus und Suggestion. Eine orientircndeStudie vonvr.L. Haas, Pros. d. Philosophie in Passau .Auasburg 1891. Verlag der Kranzfclder'schen Buchhdlg.8° S. 92. Preis 1 M.
V Ein gar schwieriger Boden ist mit vorliegendem Schrift-chcn betreten; aber Katholiken werden dein Verfasser dafürDank wissen. ES mutz in der Tbat eine unerquickliche Arbeit ge-wesen sein, sich durch all den Wortschwall fachmännischer Autorenüber HypnotiSmus und Suggestion hindurchzuarbeiten. Manist fast zur Annavmc versucht, daß dieselben absichtlich einesrecht „hohen" Stiles sich befleißigen, um den Mangel an Logikzu verdecken. Aber mit unbarmbcrzigcm Griffel weist Verfasservorliegender Studie nach, daß gerade Logik nicht die starke Seitedieser Herren sei. Man erkennt, daß die Freunde und PflegerdeS HypnotiSmuS in ihren Erklärungen selbst noch nicht einigsind. Der Verfasser fuhrt aus, daß Stigmatisation und Hypnose,wunderbare Heilung und Suggestion wesentlich verschiedeneDinge sind. Dies zu zeigen, ist überaus nützlich, seitdem z. B.die gelehrtesten Fachmänner, nachdem sich die wunderbaren Heil-ungen in Lourdcs nicht einfach aus der Welt leugnen lassen,dieselben ganz einfach zu erklären suchen durch die Theorie derSuggestion. Er kommt am Schlüsse zum begründeten Resultate,daß sich die Thatsächlichkeit des Hypnoiismuö nicht leugnen lasse,daß er aber Gift sei, ein moralisches Gift, und alö solches be-handelt werden müsse. Möge das Büchlein die verdiente zahl-reiche Leserschaar finden, und dies ist um so mehr zu wünschen,als gerade auch hierin wieder die Feinde der Kirche neue Waffengegen dieselbe zu schmieden versuchen.
Lehrbuch der Weltgeschichte. Von Pros. vr. I. B. v.Weiß. Erste und zweite Auflage. X. Band, 1. Hälfte.1806—1809. Preis broch. 10 M. Graz 1894. VerlagS-handlung Styria.
Man behauptet in protestantischen Kreisen so gern, daßdie Katholiken infolge der Bevormundung von Seiten der Kirche
geistig weniger regsam und produktiv seien, als die unter derwärmenden Freiheitssonne des Protestantismus lebendenMenschen. Und hauptsächlich in der Geschichtsforschung willsich dies Urtheil begründen. Allein das ist doch nur durch ab-sichtliches Ignorieren der ganzen katholischen Literatur möglich.Die Namen Hcrgenröiher, Hcfele, Jansscn und nicht in letzterLinie Weiß, denen sich aber noch viele andere anreihen ließen,genügen, um jene Ansicht Lügen zu strafen. Vor kurzein nunist der zehnte Band (erste Hälfte) eines katholischen Monumental-wcrkes erschienen: der Weltgeschichte von I. B. von Weiß.Janssen für Deutschland und Weiß für gesammte Weltgeschichtewerden auf lange hinaus Marksteine der Geschichtsschreibungbilden. Der vorliegende Band schließt sich den erschienenen, vondenen schon zweite Auflagen nöthig waren, würdig an. Un-glaublich, welch eine Fülle von Material in wohl gesichteterWeise in dem Buche, das die Jahre 1806—1809 umfaßt, gebotenwird. Nickts ist versäumt, was dazu beitragen kann, deninnersten Charakter der handelnden Personen jener bedeutungs-vollen Jahre zu kennzeichnen, wo das deutsche Volksbewußtseinaus der tiefsten Erniedrigung sich aufzuraffen begann; wo dasvon einem einzigen Willen geknechtete Europa in gewaltigenZuckungen sich wand, um feine ehernen Fesseln zu sprengen.Noch war alles vergeblich. Allein die Verluste in Spanien undder TodeSmutb der Tiroler ließen erkennen, daß es eine Grenzegebe für den Flug der französischen Aare. Mit dem Morgen-roth einer besseren Zeit, der Schlacht bei Aspern , wo „zumerstenmale die Intelligenz und wcltgeprieseue Tapferkeit der° Franzosen nicht ausreichte gegen die eiserne Beharrlichkeit unduugemeine Todesverachtung jedes Einzelnen im österreichischenHeere", schließt der Band. Möge der nächste bald folgen.
IV. 8.
Der Seelenfriede. Nach dem Französischen des k. Lombczvon vr. E. Bicrbaum. II. Auflage. Freiburg i. Br.1894. Herder'sche Verlagshandlung. XII und 336 S.1.80 M. geb. 2 M. 50 Pf.
lö In 4 Abtheilungen handelt dieses Werk von der Vor-trefflichkeit des Seelenfriedens, von dessen Hindernissen und denGegenmitteln, von den Mitteln zur Erlangung des Seelen-friedens und praktische Anleitung zur Erlangung desselben. WennDeutsche öfters aSzctischcn Schriften französischen Ursprungs ausbekannten Gründen mit etwas Skepsis sich nähern, so kann diesesBüchlein mit vollem Vertrauen in die Hand genommen werden.In anregender und von Süßlichkeiten freier Sprache wird dieserwichtige Gegenstand behandelt, und was die Sache selbst betrifft,so kennt das Werk keine übertriebenen Forderungen, sondernnur die gesunden Grundsätze der christlichen Aszcse. Das Büch-lein ist wirklich für die Praxis geschrieben. Priestern wird cSzur eigenen Vervollkommnung und zur Scclenleitung trefflicheDienste leisten.
Kaiser Maximilian , der letzte Ritter. Eine kultur-geschichtliche Erzählung für Jugend und Volk von PaulWeber. Regensburg 1893. Verlagsanstalt vorm. G. I.Manz. 3 Mk. IV. 295 S.
I? ES wird in einfacher, schlichter, aber von warmer Vater-landsliebe durchdrungener Sprache ein kurzes Lebensbild KaiserMax' I. dem Leser vor Augen geführt. Jugend- und Volks-bibliothckcn kaun das Werk ohne Bedenken eingereiht werden.Bei der Lektüre ist cS uns fast vorgekommen, als ob Gastmählerbesonders hervorgehoben wären; auch der Ausdruck Seite 197,daß die Gäste bei Mahl und „Bccherlups" saßen, wäre besserweggeblieben. Warum Verfasser die Erzählung eine „kultur-geschichtliche" nennt, will uns nicht recht einleuchten.
Historisch-politische Blätter. Jahrg. 1893. 113. Band,Zehntes Heft.
Inhalt: Völkerrechtliche Glossen. — Der Buddhismus (II). — Grupp's Culturgeschichte des Mittelaltcrs. — DasEoalitionS-Kabinet in Oesterreich . Von einem österreichischenRcichSrathsabgeordnctcn. — Zeitläufe. Das Jesuitcngesctz vordem BundeSrath. — Die bedingte Vcrnrthcilung.
Die katholische Welt. Illustriertes Familicnblatt. Verlagvon A. Rifsarth in M.-Gladbacb.
Unterhaltendes und Belehrendes, Erbauliches und Beschau-liches, alles ist vertreten und zwar in durchgehend ansprechenderArt. Auch an interessanten Schilderungen aus Natur und Ge-schichte fehlt es nicht. Den sprechenden Beweis dafür geben be-sonders die drei letzterschienencn Hefte, 7, 8 u. 9, die sich noch be-sonders durch wirklich künstlerisch ausgeführte Illustrationen