Ausgabe 
(7.6.1894) 23
 
Einzelbild herunterladen

184

richts- und Erziehungsanstalt. Ihre Früchte bilden die Vor-frucht der Revolution. Vortrefflich ist der Schluß der Broschüreüber die Pflichten des Klerus gegenüber diesem unveräußerlichenRechte auf die Schule.

Dr. F. L. Baumaun'sJllustrirte Geschichte desAllqäu's." 30. Heft. Verlag von Kösel. Preis1 Mk. 20 Pf.

Das vorliegende dreißigste (des dritten Bandes achtes) Heftenthält: a) an Text: Die neuere Zeit (15171802). ErsterAbschnitt: Staat und Kirche. Viertes Hauvtstück: Kirche (Je-suiten in Füssen und Kaufbcuren, Franziskaner in hl. Kreuz,Kapuziner in Wangen und Juuuenstadt, Stifter in Staufcn,Gröncnbach und Zeit, Einsiedler, Frauenklöster in Menuningenund Keinpten, Leutkirch, Kislegg , Kaufbcuren, Kloster Wald,Capitelsverband, neue Pfarreien und Benefizien, Lasten derPfründen, Weltgeistlichkeit, Wallfahrten, Rcliquicncult und Fest-tage, Wohlthätigkeitssiun, Fricdhöfe). Zweiter Abschnitt: Landund Leute. Erstes Hauptstück: Stände (Hofstaat des Fürst-abtes von Kemptcn, Grafen von Montforr, Moutsort-Roten-fcls, Truchscssen und Grafen von Waldburg, Grafen vonKönigsegg-Notcnfels, Marschälle von Pappenheim , Herren vonAltmauuShofen, Heiuieubofen, Hohcuegg, Horden zu Ringen-berg, Laubeubcrg, Neidegg, Notcnstcin, Sürg von Sürgcnstcin,Weiler, Werdenstein); b) an Illustrationen: 1. Zwei Voll-bilder in Farbenlichldruck, ausgeführt in der Jof. Köscl'schcnOffizin in Kemptcn, darstellend: Allgäuer Volkstrachten IV.und V.: Stiftkcmptische Trachten von 1790 nach einem Decken-gemälde des fürstlich kemptifchen Hofmalers Konebcrg (früherin der Kirche zu Betzigau ) und Laudleute aus der Umgebungvon Kemptcn auf dem Wege zum Wochenmarkt, beide nacheinem Aquarell von Jos. Bück; 2. süufuuddreißig in den Textgedruckte Abbildungen.

Linzer theol.-praktische QuartalsLrift. Jahrgang1891. Expedition: Linz , Stifterstraße Nr. 7. Preispr. Jahr 7 M.

Inhalt des 2. HeftcS: Die Aufgabe der Kirche in-mitten der gegenwärtigen socialen Bewegung. Von ?. AlbertMaria Weiß 0. vr. Die Vertheidigung des Glaubens undder Gläubigen gegen den Unglauben. Von Pros. AugusiiuLehmkuhl 8. ck. in Exaeten (Holland ). Kirchen, Psarr-höfe, Friedhöfe als Objecte des Grundbuches. Von M. Ritterv. Weis in ahr, k. k. Hofratb a. D. Die vier Evangelienbei der Frohnleichuams-Prccession. Von Professor Dr. FranzSckmid in Brixen . Die kirchliche Druckcrlaubniß. (Schluß-artikel.) Von v. Karl Dilgskron 6. 88. L. in Rom.Hciligenpatronate. (II. Artikel.) Von L. v. v. Eine wichtigeEntscheidung über Delegationsweise beim Ehcschlicßcn. VonPros. Dr. Michael Hofmaun in Salzburg . MarianisckcöNiederöstcrreich. Von Pfarrer Joseph Maurer in Deutsch -Altcnburg. Wie kaun der Seelsorger zur Beseitigung desPricstcrmanzclS mitwirken? Von Franz Vartholomäusin N. Winke zur Abhaltung des Brautcxamens. VonStadtpsarrcr I. E. Ritter in Hcidcck (Bayern ). Die makka-bäischen Märtyrer. Von Vicar vr. Heinrich Samson in Dür-fest, (Westfalen). Kalender-Literatur. Von I. Langthaler,StiftShofmeister in St. Florian (Oberöstcrrcich). Pastoral-Fragen und -Fälle. U. s. w.

Gott will es." Offizielles Organ des Afrika -Vereinsdeutscher Katholiken. München -Gladbach. Verlag vonA. Rifsarth.

Der neue Jahrgang 1891 erscheint nur noch monatlichin gleichem Umfange wie bisher, dafür ist aber auch der Preisauf 1 Mark halbjährlich ermäßigt. Diese neue Erscheinungs-weise und der billige Preis dürften der schönen Zeitschrift sicherviele neue Freunde zuführen. Sie enthält im 1. Hefte desJahrganges 1891 wieder eine Fülle von Briefen der verschied.Stationen und unter der RubrikMannigfaltige S" auch diefür eine Afrika -Zeitschrift nöthigen Colönialnachrichten.Wer also für beidcS Interesse hat, dem empfehlen wir einAbonnement ausGott will es!" Probehefte sind durch alleBuchhandlungen sowie auch dircct von der VerlagsbuchhandlungA. Niffarth in M.-Gladbach gratis und srauco zu erhalten.

Katholische Flugschriften zur Wehr und Lehr.Preis pro Nummer 10 Psg. Verlag der Germania, Berlin .Nr. 80. Professor BeYschlag'S Anklagen gegen den

hochwürdigsten Bischof von Trier . Zur Kennzeichnungder Friedensliebe und Wahrheitsliebe des evangelischen Bundes.Eine treffliche gemeinverständlich geschriebene Abhandlung überdie neuerlichen Leistungen des protestantischen Professors undeine durchschlagende Abwehr seiner Anklagen gegen den hochw.Herrn Bischof von Trier . Nr. 81. L. v. Hammerstein8. ck. Die Wahrheit über Christus und die Evan-gelien gegen socialdemokratische Wissenschaft ver-theidigt. Eine neue Schrift des hervorragenden Mitgliedesder Gesellschaft Jesn braucht nicht besonders empfohlen zu werden. Sie eignet sich ganz vorzüglich zur Massenverbreitung undist hochinteressant für Jedermann.

Miseellen.

(Skorbut-Bazillcn.) Eines der hervorstechendstenKennzeichen des Skorbuts ist die Entzündung des Zahnfleisches.Ein Lchüler von Robert Koch, Pros. Babes in Bukarest , be-richtet in derDeutsch . Mcd. Wochcnschr." über eine Reiheneuer ForfchungSergcbnissc, welche er durch die mikroskopischeUntersuchung des Zahnfleisches Skorbutkrankcr gewonnen hat.ES wurden skorbulkrankcn Soldaten der Jassyer Garnisonkleine Stückchen vom Zahnflcischraude exstirpirt und, theilsfrisch, theils in Alkohol gehärtet, mikroskopisch untersucht. Anden Schnitten bemerkte BabeS zunächst eine membranartigeSchicht, die viel Strcptococcen enthält. An der Grenze dieserSchicht gegen daS tiefe Gewebe hin liegt eine zweite, ziemlichdicke Schiebt, aus einer glänzenden, scheinbar einförmigen Massegebildet. Bei der Färbung mit der Locfflcr'schen Lösung aber,bei der die Schicht eine tiefblaue Farbe annimmt, erweist sichdiese als ein eigenthümlicher dichter Filz von krummen, oft welliggebogenen langen, äußerst feinen Bazillcn. Der einzelne Ba-zilluS ist längst gekrümmt, an den Enden zugespitzt; bisweilensind zwei und mehrere Bazillcn fadenförmig aneinander gereiht.Mit den Cholera-Bazillen verglichen, erscheinen die Skorbut -Bazillen dünner als diese und bedeutend länger. Ein Aufgußvon Bazillcn in die Blutbahn einverleibt, führte bei diesenbinnen sechs bis acht Laacn den Tod herbei. Die Bazillcnfinden sich in den meisten Organen vor. Besonders ausfälligsind an den nacki den Bazillcn-Jnjektionen eingegangenen Ka-ninchen bei der Kadavcrösfnuug die zahlreichen Blutungen inden Geweben. Die Allgemcinerscheinunzen bei Skorbut sindnach Babes so zu erklären, daß die zuerst im Zahnfleische an-gesiedelte» Bazillcn chemische Produkte bilden, die angesogenwerden und auf die Körpcrgewebe, insbesondere auf die Gefäße,wie Gift wirken. BabeS glaubt, daß der Skorbut -Bazillus sichvereinzelt oder in ganz kleiner Zahl in der Mundhöhle vonGesunden vorfindet. Dort wird er zunächst keinen Schadenstiften, weil der gesunde Organismus sich seiner erwehren kann.Wird aber der Organismus durch Krankheit, schlechte oder ein-seitige Ernährung geschwächt, so erhält der Skorbut -Bazillusgünstige Bedingungen zur Vegetation und Vermehrung.

(Fremde Körper im Magen.) Es ist bekannt, baßWahnsinnige bisweilen unverdauliche Gegenstände verschlingen,die ihnen nicht im Mindesten schaden, während völlig Gesundedaran zweifellos umkäme». Einen neuen merkwürdigen Falldieser Art erzählte vr. Toutin aus Befangen in derNature"von einem Irren, der zehn Tage nach dem Verschlingen eineseisernen Löffclstils einen Maximalthcrmometer hinunterschluckte,der zur Aufnahme seiner Temperatur bestimmt war. Diesesgläserne Instrument besaß eine Länge von 113 mm und eineDicke von 6 mm. Dennoch stellte sich kein Unfall ein, undneun Tage später kamen beide Gegenstände wieder zum Vor-schein. Der Thermometer zeigte als innere Maximaltemperatur38.1° an, die sich von der täglich in der Achselhöhle genommenenTemperatur des Köchers um °/ Grad unterschied, wozu wohldie genossenen Speisen sowie die ärztliche Behandlung nichtwenig beitrugen. vr. de Beauvais gibt jetzt in demselbenJournal eine ähnliche interessante Thatsache zum Besten. Einjunger Gefangener von 19 Jahren gab in Folge eines ver-dorbenen Magens eine 3 m lange Kautschukröhre von sich, dieer drei Monate vorher, um eine Wette zu gewinnen, verschluckthatte. Dieser ungeheuer lange Körper rief nicht die mindesteVerdauungsbeschwerde hervor, und das Magcnleiden, bei demder verschluckte Gegenstand zum Vorschein kam, war nur durchzu leidenschaftliches Tabakrauchcn entstanden. Die schwereRöhre erschien zwar gebrochen, hatte aber sonst keine Ver-änderung erlitten.

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .