Ausgabe 
(5.7.1894) 27
 
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107.110. Bündchen. Inhalt:Gaetano" von Otto Lands-mann; St. Joseph, bitt' für uns Segen der kinol. LiebeDcrMarienthaler, Erzählungen von Emmy Giehrl ; Das Kohlen-prinzetzchen Die Nebelmäunlein Holländer Lilli, Märchenvon Emmy Giehrl . (Diese Volksbibliothek ist zur Verbreitungsehr zu empfehlen.)

Rcpertorium der Pädagogik. Herausgegeben vonOberlcbrer Schubert. Ulm , Verlag von I. Ebner. Heft 9.Inhalt: Ueber Salzmann und seine pädagogische Bedeutung.Walter von der Vogelweide und seine pädagogische Bedeutung.Pädagogische Rundreisen. Ein neuer Lehrplan. Charlotte vonSchiller über Göthe u. s. w.

Das Blaue Heft. Von Graf Leo Tolstoi Sohn.Deutsch von Markow. Berlin , Verlag von H. Steinitz. 1 M.

Katholikenorganisation oder tsmxus kaoisnäi.Zeitgemäße Winke von Karl v. Heerdack. Verlag von I.Gürtler. Warnsdorf, Böhmen . Preis 35 Pf.

Sociale Thätigkeit der Kirche. Antworten aufkirchenseindliche Anzapfungen. Von vr. Gürtler. Verlagvon I. Gürtler. Warnsdorf, Böhmen . Preis 10 Pf.

Blumen aus der Wurzel Jesse. Von Louise Hoff-mann. Commiss.-Vcrlag derGermania", Berlin .

Scelenphotographien. Von Louise Hosfmann. Ver-lag von N. Müntzberg, Ratibor .

Die Konfession der Kinder nach dem geltendendaher. Rechte. Von Amtsrichter vr. Lindner. München ,Verlag von I. Schweißer. Preis 1 M.

Fünf Jahre unter den Horden Afrika's undAfien's. Von einem Soldaten der französischen Fremden-legion. Brixen . Verlag der Buchhandlung des Kath.-polit.Preßvereins. 50 Pf.

Das Hcidenkind, ein Vergißmeinnicht für die katholischeJugend, zum Besten armer Heidenkindcr. 7. Jahrg.Monatlich 2 Nummern. Halbjähriger Abonnementspreis50 Pf., ohne Porto. Zu beziehen in St. Ortilien ,Post Türkenfeld (OLerbaycrn), durch jede Buchhandlungund die Post.

Unter vorstehendem Titel macht seit etlichen Jahren inaller Stille der Bote unserer schwergeprüften, aber lebenskräftigaufblühenden bayerischen Benediktiner -Mission für Dculsch-Ost-afrika mit dem Mutterhausc in St. Ottilien in den kath.Familien die Runde, zum Segen und Frommen, zur Erbauungund Belehrung der Jugend. Wir glauben seine Erfolge nichtbesser auSsprechen zu können, als dies in der vorletzten Nummervon 1893 geschehen ist:Wie viele Kinder sind durch das Lesendieses Blattes fleißiger im Lernen, sittsamer im Betragen, eifrigerim Gebete, dankbarer für den katholischen Glauben nnd an-hänglicher an ihre hl. Kirche geworden!" Die zahlreichen Illu-strationen in zartester und geschmackvollster Ausführung werdenden Sinn für das Schöne bilden, die Theilnahme an den Leidenund Freuden opfcrmuthigcr Missionäre, unserer Landsleutc, dasHerz veredeln, und für Anregung des Geistes sorgen Räthsel,Sprüche, Scherzfragen,Kunststücke", Poesien, vor allem dasdem jugendlichen Gemüthe so zusvrcchcndePlauderstübchen"des guten Bruders Paulus . Wie nothwendig es aber ist, dieJugend in nützlicher, das sittliche Gefühl befördernder Weise zubeschäftigen, zumal in einer Zeit, da alles nach einem Bucheoder einer Zeitschrift greift, um sich die Feierstunden zu ver-kürzen, da die geistigen Bedürfnisse der Jugend so oft mitSchriften bedenklichster Art befriedigt werden, das wissen alle,die mit der Jugend näher zu thun haben. Wir sind versichert,ein jeder, der auch nur einige Nummern dieses Blattes gelesenhat, wird sich von dessen pädagogischem Werthe überzeugen, wes-halb es denn Eltern, Lehrern, Erziehern aufs beste em-pfohlen werden kann. Für Seelsorger- und Jugend-Bibliothekenwird es eine Zierde und ein wahrhaft nutzbares Buch fein. In-dessen hat das Blatt nicht allein bei Kindern, sondern auch beiErwachsenen längst Eingang gefunden und viele derselben zuAnhängern und dauernden Freunden gewonnen. Zu der treff-lichen Ausstattung steht der außerordentlich billige Preis inkeinem Verhältnisse. Wir bemerken noch, daß der besonderstreffliche Jahrgang 1893 gegen Einsendung von 1,20 Mk. inSt. Ottilien zu beziehen ist und Probcnummern auf Verlangenjederzeit zur Verfügung stehen. 'VV. L.

Jacob G e., Studien in arabischen Dichtern. Heft I. vr. L.AbelS neue LlukiHacM-Ausgabe nachgeprüft. 8°, IV-f- 80 S. Berlin , Mayer und Müller 1893.k Daß an Universitäten mit Aufnahme von Privat-docentcn undBerufung" von Professoren zuweilen nicht ganz

säuberlich und zweifelsohne zugeht, ist männiglich bekannt. VondemRing" der Vettern- und Bascnschaft und demErbrecht"der Professorenkinder gar nicht zu reden, ist in den letzten Jahrenja der Fall bekannt geworden, daß einGelehrter", der zurZeit als Ausbund philosophischer Findigkeit angestaunt wird,seineBerufung" zum Professor an eine deutsche Universitäteinem Buche verdankt, dessen Inhalt er einem anderen von ihmnicht einmal genannten Gelehrten wörtlich abgestohlen hat.Ehrlicher ist es jedenfalls, wenn ein Docent Aufnahme findet,der bescheiden genug ist, der gelahrten Welt zu beweisen, daß erselbst von dem, was er docirt, nichts versteht und doch denMuth zu dociren nicht verliert. Das ist nun der Fall beieinem gewissen Ludwig Abel , Privatdocent der assyrischen undarabischen Sprache an der Friedrich-WilhclmS-Universität zuBerlin , der vor kurzem eineSammlung von Wörterverzeich-nissen" herauszugeben begann, wovon nunmehr der erste Bandvorliegt, nämlichDie sieben lllu allaeM: Text, vollständigesWörtervcrzeichniß, deutscher und arabischer Commentar." Darinerweist sich besagter Abel als ein solcher Ignorant, daß er als-bald feinen kritischen Kain gefunden bat, der ihn moralisch todt-schlägt, und dieser ist sein AmtSbrnder Jacob, Privatdocent dermorgenländischen Sprachen an der Universität GreifSwald. Der-selbe zeigt sich durch seine bisher veröffentlichten Studien überarabische Geographen wohl bewandert und darum wohl auchberechtigt, ein vernichtendes Gericht über seinen Collega ergehenzu lassen und einem Buche die Larve der Wissenschastlichkeit ab-zunehmen. das Anfänger irreführen kann. Abel wird ganz ge-hörig abgeführt, und cS gewährt einen eigenen Reiz, die grau-same, mit boshaft-höhnischem Vergnügen vollzogene Vivisektionan dem armen Sünder bei Jacob Schritt für Schritt zu ver-folgen. Es ist aber auch schon arg herausfordernd, was sichAbel erlaubt,der sich in seiner Arbeit Musterübersctzungenleistet, welche als absoluter Blödsinn jeder vernünftigen Er-klärung spotten; wie z. B. eine weibliche Spindel, wie Augcn-splitter, gekrümmter Sand, Kameele mit ausgedrehten Ohrenaussehen, hätte Abel wenigstens durch Abbildungen erläuternsollen." Noch störender wirkt die Geschmacklosigkeit, mit welcherAbel die arabischen Klassiker mißhandelt, am erstaunlichstenaber ist seine sachliche Unkenntniß, welche die sprachliche nochübertrifft. Jacob thut es an zahlreichen Beispielen haarscharfdar und spricht es auch aus, daß Abel vom Arabischen, das eran der Metropole deutscher Intelligenz docirt, weniger versteht,als ein Student, der seinen Cafpari im ersten Semester tractirt;er beweist seine vollständige Unfähigkeit damit, daß er nichteinmal Wörterbücher abschreiben kann, wenn sie nämlich la-teinisch geschrieben sind, wie Frcytag, Abels Hauptquclle. Dazubemerkt Jacob (S. 67):Wer bereits mit seiner Muttersprachenicht zurccht kommt, wird voraussichtlich fremde noch wenigermeistern. Ich bin fürwahr kein Freund der sogenannten klas-sischen Bildung und würde Latein unv Griechisch am liebstenvon unseren Gymnasien gänzlich verschwinden sehen. Dochglaube ich anderseits, daß sich jeder in kürzester Zeit von diesenSprachen so viel sollte aneignen können, um nicht, wie vr.Abel im Vorwort thut, vor einem lateinisch geschriebenen Buchin Klagen anszubrcchcn, daß durch Anwendung dieses Idiomsihm die Klarheit der Interpretation beeinträchtigt worden sei,und der VerlagShanolung darob Vorwürfe zu machen." Ja ja,winir ein Privatdocent sich nicht schämt, zu gestehen, daß ereine so leicht erlernbare Sprache, wie Latein, nicht ordentlichverstehe, dann mag er sich das Schulgeld wieder herausgebenlassen, und thäte besser, Latein zu treiben, als Arabisch zu lernenoder gar zu lehren! Was aber Jacob von derklassischenBildung" sagt nnd welche Wünsche er mit Latein und Griechischhat, ist überraschend; damit zeigt er sich nicht als unserwahrerJacob", sondern als ein Revolutionär von wahrhaft -bin ässisels-hancr Beschränktheit, um die ihn wiederum Abel beneidenkann. Soll man im Gymnasium des 20. Jahrhunderts viel-leicht Arabisch und Suaheli lernen, statt Latein und Griechisch?Unsere gesammtc abendländische Gesittung und Wissenschaft istaus dem Boden des griechisch-römischen Alterthums erwachsen,der Sprachbcstand wissenschaftlicher Terminologie ist das Lateinin fast allen Zweigen; das Italienische und Französische, dieHauptträgerinncn des Geisteslebens, sind Töchter der SpracheLatiums, was auck immer germanische Selbstüberhebung da-gegen sagen mag. So wie Jacob könnte allenfalls ein Arabersprechen, der seine Nase nie aus seinem Bcduincnzelt hinauS-gestrcckt.Absoluter Blödsinn" ist dazu die Anmerkung Jacobs:Hat im Mittelalter und vielfach noch in neuer Zeit die Autori-tät der Alten unsere Erkenntniß gehemmt, so steht heute dasdie geistige Harmonie störende Uebcrgewicht der klassischen Alter-thumswissenschaften vielfach dem Zustandekommen eines groß-artigen wissenschaftlichen Neubaues im Wege." Nichtig meint