Ausgabe 
(8.11.1894) 45
 
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rohheit Einlaß, und k. Josef empfing sie ausS freundlicbstc.Hierauf bewirthete er sie wie liebe Gäste reichlich mit Speiseund Trank. Mau hätte unu sicher glauben sollen, die Gästehätten ihm wegen einer so ausnehmenden Freundlichkeit wennnicht das Geld, doch wenigstens das Leben gelassen, allein dieSache kam ganz anders. Plötzlich Miethen sie nämlich inWuth und schlugen ihren Gastwirth, der sie bei Allem, washeilig ist, vergeblich um Schonung anflehte, zuerst unmenschlichmit Knitteln, verwundeten ihn dann köstlich mit ihren Säbelnund durchbohrten ihn mit Spießen. Er fiel an der Klostcr-psorte in die Kniee, indem er ununterbrochen bis zum letztenAthemzuge Gott und die seligste Jungfrau, die Gründerinunseres Klosters, anrief. Es war damals ein gewisser Job.Zieglmair, ein sehr braver junger Mensch, im Kloster Organist.Dieser war mit ?. Josef, während die ganze übrige Diener-schaft sich durch die Flucht zerstreut hatte, zurückgeblieben. Alser nun den ?. Josef in seinem Blute liegen sah und erkannte,daß auch er sterben müsse, fiel er auf seine Kniee nieder underhielt von dem nämlichen Meuchelmörder den Todesstoß. ImFallen umfaßte er noch den l?. Josef und gab allsvgleich denGeist auf. Nach diesem Doppelmord- stürzten die Feinde, voneinem geheimuißvollen panischen Schrecken ergriffen, in eiligerFlucht aus den Bergen und ließen das Kloster im llebrigcuunverletzt. Jener gottcsräuberische Mörder aber wurde balddarauf von Landlcntcn erschlagen und empfing so die wohlver-diente Strafe für seine Unthat. Die unschuldigen Opscr dieserbarbarischen Grausamkeit, welche die gleiche Ursache und Artdes Todes getroffen hatte, nahm dann auch in der Kirche dasgleiche Grab aus. DaS war die blutige Einkehr der Schweden zu Ettal .

(Schluß folgt.)

Recensionen und Notizen.

In der Festung wegen einer katholischen Predigtüber die Ehe. Von I. Bcchtold, Pfarrer inThaunweilcr. Straßburg . Druck von F. X. Le Noux,bischöfl. Buchdr. 144 S. 60 Pf.

O Eine vierzehntägige Gcfängnißhaft durch kaiserl. vondritter Hand angerufene Gnade in Festungshaft von gleicherDauer umgewandelt, bot dem Verfasser hinreichende Muße, überseine Missethat, über die Anwendung des § 166 dcS N.-St.-G.-B. auf katholische Priester, auf evangelische Bundes- undandere Brüder und über die beiderseitige Behandlung auf demRechts- und Gnadenwege reiflich nachzudenken und die Ergeb-nisse seiner Betrachtungen aufzuzeichnen. Der beigefügte Wort-laut der Predigt und eine anmuthige Sammlung der saftigstenSchimpfereien gegen die katholische Kirche , die nachweislich inprotestantischen Versammlungen, in Flug- und sonstigenSchriften, in Witzblättern gebraucht wurden, und der daraufergaugeuen Urtheile bieten dem Leser lehrreichen Stoff zu nütz-lichen Vergleichungcn. Die gegen den Verfasser beliebte straf-rechtliche Verfolgung, die vom juristischen Standpunkt schwer,vom politischen unbegreiflich ist, bat eine in das Werkchen auf-genommene scharf abfällige Kritik in der protestantischen Zeit-schrift für Kirchcurecht gefunden, die in Leipzig , dem Sitz desNeichSgerichtS, von Geheimrath und Professor der Rechte Dr.Emil Friedbcrg dortselbst und von Dr. Emil Schling, Pro-fessor der Rechte in Erlangen , herausgegeben wird. Die Trost-gedanken des Herrn Verfassers, der, wie es scheint, keineswegszerknirscht das Dcckwerk der Schleuse 88 verlassen hat, ver-dienen daher die allgemeine Beachtung, insbesondere in theo-logischen und juristischen Kreisen. Sie geben viel zu denken.

Lehrbuch der Apologetik. 3. Band. Von der ka-tholischen Religion von Dr. Coustautin Gnt-berlet, Professor am bischöflichen Seminar zu Fnlda.290 S. in 8°. Preis 3 M. Verlag der Thcissing'schenBuchhandlung in Münster i. W.

T Den früher erschienenen und von der Kritik sehr günstigbcurtbeiltcu ersten beiden Bänden schließt sich der dritte Bandvon Gutbcrlct'S Apologetik würdig an. Eutberlct hatte beider Abfassung der ersten Bände (Von der Religion überhaupt"undVon der geoffenbarten Religion") noch die Absicht, diekatholische Apologetik der Dogmatik zu überlassen. DieVerhältnisse haben sich aber geändert und den Verfasser ver-anlaßt, den Kreis weiter zu ziehen. Denn der Protestantismus richtet seit einiger Zeit fast mit derselben Kampfeslust wie inden schlimmsten Tagen der religiösen Spaltung unseres Vater- ,landcS seine Angriffe auf die katholische Kirche . Diese leidige I

Thatsache ist eS, welche Dr. Gutberlet dazu führte, in einemdritten Band auch die katholische Apologetik zu behandeln. Auchdieser Band weist die Vorzüge auf, welche Herrn vr. Gutberlet'sRuf als Gelehrter und Schriftsteller sicher gestellt haben.Klarheit der Darstellung, Gründlichkeit der Behandlung,Schärfe der Bewcissührung zeichnen auch seine katholischeApologetik in hohem Maße aus. Möge das Buch nicht bloßin geistlichen, sondern auch in gebildeten Laienkreisen zahlreicheLeser finden l _

Unserer Töchter Erziehung zur Schönheit von Hor-tcnse deGouph. Fried. Stahn, Verlagsbuchhandlung.Berlin SW., Wilhclmstraße 122 ^..

O Die Schönheit des Körpers ist eine hochschätzbarc Mit-gift der Natur, sie nimmt ein und empfiehlt, bevor noch derGeist zum Aus- und Eindruck gekommen ist; die Erziehungzur Schönheit ist aber auch eine Erziehung zur Gesundheit.Deßhalb ist sie ein wichtiger Bestandtheil der Erziehung über-haupt, insbesondere der Meidchencrziehung. Die Verfasserinbietet nun in ihrem eigenartigen Buche eine auf die Natur unddie körperliche Entwicklung des WeibcS gegründete, wohl durch-dachte Anleitung, wie unsere Töchter zur Schönheit heranzu-ziehen seien von dem zartesten Alter bis zur vollendeten Reife,und füllt mit ihrer Gabe eine fühlbare Lücke der Erziehungs-litcratur aus. Es ist sehr gut geschrieben und allen, die mitder Mädchen-Erziehung zu thun haben, insbesondere denMüttern, den Vorsteherinnen von Mädchen-Erziehungs-Anstaltcnweltlichen und geistlichen Charakters, zu empfehlen. Zu bericht-igen wäre die falsche Aufstellung, daß durch der Sinne Pfortender Geist in den Körper einziehe und durch die Sinnes -wahrnehmnngen die (Leistest Heftigkeit entstehe. Wahr-scheinlich ist dem richtigen Gedanken, daß durch die Sinnes-empfindungcn dem im Körper wohnenden Menschen-geist die Auffassung der Außenwelt vermitteltwird, nur ein unrichtiger Ausdruck gegeben.

Welche Mittel stehen uns zu Gebote im Kampfegegen die öffentliche Uusittlichkeit? Vertragvon vr. Bren necke, pr. Arzt in Magdeburg . AlbertRathke's Verlag. 29 Seiten.

O Eine bemerkenswerihe Gabe deS Magdeburger Männcr-bundes zur Wahrung und Pflege der öffentlichen Sittlichkeit,der den vor ihm gehaltenen Vortrug durch Druck weiterenKreisen zugänglich machte. Der Redner sieht die Ursache derzunehmenden Sittcnfäulniß in der zunehmenden religiösen Ver-flachnng, in der Entchristlichung deö Volkes und folgerichtig dasHauptmittcl zur Bckäumpfnug dcS öffentlichen Lasters in derZurückeroberung des Volkes für das Christenthum. In diesenHauptpunkten sind wir mit dem Redner ganz einverstanden,weniger mit seinen Erörterungen über den für uns Katholikennicht vorhandenen Unterschied zwischen Kirche und Christen-thum, auch nicht mit der auch nur vorläufig noch zu duldendenKasernirung deö Lasters. DaS Schriftchcn verdient übrigensauch aus katholischer Seite alle Beachtung, insbesondere derRath, das öffentliche Laster und seine Förderer durch daSVereinswcsen zu bekämpfen.

Kirchenmni'ikalische Vierteljahrsschrift. Hcransgcz.vom Salzburgcr Diöccsan-Cäcilien-Vercin. Verlag vonMittcrmüller in Salzburg . Preis, 2 M. per Jabr.

Das Heft III 1894 enthält n. A.: Orlando di Lasso , dieEhoralrcsponsorien, über Gesangschnlen, Statuten für Kirchen-sänger aus dem 18. Jahrh. n. s. w.

Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter. Jahr-gang 1891. Zehn Hefte M. 10.80. Freibnrg imBrciSgan. Hcrdcr'sche Ncrlagshandlnng. Durch die Postund den Buchhandel.

Inhalt des 9. Heftes: Henry George und die En-cyklica -Herum normrum«. I. (H. Pesck 8. 9.) Die Ge-schichte eines unglücklichen Fürstensohnes. III. (O. Pfülf 8.9.) Die Reblaus und ihre Vorgänger. (E. Wasmanu 8. 9.)Die Mosaiken von Navcnna. I. (S. Bcissel 8. 9.) Mohammedund die Literatur der Araber. (A. Baumgartner 8. 9.)

Recensionen: Korioth, Katholische Apologetik (A. Pergcr8. 9.); tzuillist, vo eivilis yotootatis ori§ino tlrooria eatlwlioa,(A. Lehmknhl 8. 9.); Kepplcr, Wanderfahrten und Wallfahrtenim Orient. Empfehlenswerthe Schriften. Mis-ccllen: Ein Nachtrag zum Artikel über Picrlnigi da Palestrina ;Die Ceremonie des Fnßknsses; Das internationale Schiedsgericht.

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Erabhcrr in Augsburg .