Wasserschmätzer, männlichen Haussperling, ganz besondersaber am einjährigen oder jüngeren Kuckuck und demjungen Jagdfalken. So nimmt bei den Gänsen imAlter der Körper eine viel höhere Nostfarbe an, währenddie weißen Schnabelfederchen sich verlieren. Oeftersentsteht tiefes Nothbraun aus einem schwefelgelblichenoder blassen Nostgelb, wie beim Wiesenpiper im Sommeroder beim blaukehligen Erdsänger und Gartenammer.Im hohen Norden sind sie gegen eine sehr merkliche Ab-nahme dieser Farben geschützt.
Weniger auffallend werden Blau und Grün inwärmeren Gegenden erhöht; im Alter kommt bei einigenVögeln das Grüngelb mehr zum Vorschein, so beimErbsenzeisig und Hänflling.
Ebenso verhält es sich bezüglich der Färbung mitden Säugethieren. Von dem gemeinen Eichhörnchen gibtes bekanntlich in unseren Gegenden ein rothes undschwarzes, während letzteres in Skandinavien fehlt. Dierothen Thiere dieser Art sind bei uns im Sommer braun-roth, im nördlichen Skandinavien aber noch etwas dunklergefärbt, werden aber bei uns im Winter grauer, inSkandinavien graubraun und in Sibirien ganz weiß. —So hat der I^vxus doreulis im südlichen Skandinavien ,ebenso wie bei uns, während des Sommers eine grau-braune, im Winter aber eine weißgraue, in Grönland das ganze Jahr hindurch eine weiße Färbung. Aehnlichesbietet das kleine Wiesel und andere Thiere.
Die grüne Farbe wird vielfach weißgrau, wennsie längere Zeit hindurch dem Lichte entzogen wird, soz. B. bei den Laubfröschen. Bewahrt man diese Thier-chen einige Zeit über im Dunkeln auf, so findet dieserFarbenwechsel statt; setzt man sie hingegen dem Sonnen-lichte aus, so wird ihre Farbe immer dunkler. ImAllgemeinen werden alle Farben bei den Thieren Heller,je werriger die Luft einwirken kann. So behalten dieLarven einiger Nachtschmetterlinge, als des LomsizxVirrulae, Lpliinx ocollata,, Illgustri, ihre Farben bisfast zu ihrer Verwandlung, wenn man sie in Behälternmit Glasglocken aufbewahrt und sie dem Lichte aussetzt.Werden sie aber mit hölzernen Deckeln bedeckt, so bleichensie bald. Die grüne Farbe wird gelb; bei der Vinulaund Liguster wird sogar das Roth blässer. — Ebensoverlieren Vögcl, die beständig im Zimmer unterhaltenwerden, endlich die dunkleren Farben, vorzüglich dierothe; doch muß ein Theil dieser Veränderungen derveränderten Nahrung rc. zugeschrieben werden.
Aus dein allem geht hervor, daß dem direkten undbestimmten Einflüsse äußerer Lebensbedingungen, wiez. B. dem Klima, bei der Veränderung der Thierrassenein nicht geringer Airtheil einzuräumen sei, wenngleichdas Hauptgewicht auf die Thätigkeit der Menschen zulegen sein dürfte: Die Natur liefert allmnhlig mancherleiAbänderungen, der Mensch summirt sie in gewissen, ihmNützlichen Richtungen.
Einige Scenen aus dem Schwedenkriege.(Auch ein Beitrag zur Beantwortung derFrage: „Ob Deutschland bei der Gustav-Adolf-Feier mitthun soll?")
Von k. Emmeram Hcindl, 0. 8. L.
(Schluß.)
In ?. Nnpert Mittermüllcrs „Kloster Metten und seineAebte" lesen wir S. 163 f.:
Im Jahre 1633 und 1641 wurde das Kloster theils durch
die Feinde, theils durch die Freunde rein ausgeplündert. ImJahre 1633 war der Andrang des schwedischen Feindes fürMetten und die Umgegend am verhängnißvollsten. Die Möncheerhielten am 14. Nov. 1633 ihre Empfehlungsbriefe, um ander-wärts Schutz und Unterkunft zu suchen; einige derselben ge-rathen jedoch in Gefangenschaft und wurden sebr übel behandelt.Der Abt selbst (Johann Christoph Gurtknccht) flüchtete sicheinige Tage später nach Oesterreich . Die Plünderung desKlosters war vollständig; als der Abt zurückkam, fand er imStalle, im Wohnhause, auf dem Gctreidekasten alles leer.
(Nach k. Maurus Feherabend: „Des ehemaligen Neichs-stistes Ottenbeuren sämmtliche Jahrbücher"; Ottobeuren 1815bei Ganser; 3. Band.)
Das Stift Ottobeuren wurde i. I. 1634 gewaltsam ver-wclilicht, als Besitzthum dem schwedischen Oberst Wurmbraudangewiesen und eine weltliche Verwaltung darüber bestellt.Der Abt und die Convcntualen flohen nach Füssen und vonda in das Stift St. Peter zu Salzburg . Dann heißt es wörtlich:„Der einzige, welcher (von Füssen ) wieder nach Hause zurück-kehrte, war der in unserer Hausgeschichte unvergeßliche k. Jerc-mias Mahr, ein geborner Mindelheimer (geb. 1588, Profeßzu Ottobeuren 1602), ein Mann, der allen Gefahren undSchrecken der Zeit trotzte, der Wächter und einzig sichtbareSchutzgcist des Hauses, der als ein in der Nähe umherwaudernbcrEngel deö Friedens und Trostes unter hundert Lebensgefahrenalle Unternehmungen der Feinde genaues) beobachtete, schriftlichbemerkte, der leidenden Menschheit Oel in die Wunden goß, diePflichten eines allgemeinen Scclcuhirten erfüllte, manchesmalin verschiedenen Pfarrkirchen in einem Tage bei dem Mangelder theils ermordeten, theils flüchtig gewordenen PsariPriester2- bis 3mal das Wort Gottes predigte und das hl. Meßopferentrichtete, und welcher bei seinem äußerst mühsamen und ge-fahrvollen Hirtenleben weder eines bestimmten Tisches nocheiner bestimmten Herberge genoß. Erst jetzt ging es zu (sosagte man 20 Jahre später bis jetzt) wie im schwedischen Kriege.DaS hiesige Stift stand leer und war, von allen Klostcrgeist-lichen verlassen, mehr nicht als eine schwedische Burg, und desRaubens sah man kein Ende." Dieser genannte ?. JeremiasMahr selbst schildert in einem Berichte an seinen (in Salzburg weilenden) Abt Maurus vom 2. August folgendermaßen dieLage der Dinge: „Man besetzt unser Kloster ringsumbcr mitSchranken und Pallisaden, in die Klostermauern werden Schieß-löeber gebrochen, das Klostergebäude selbst ist mit einem Unter-offizier und 40 bewaffneten Schweden besetzt, die nach ihremVorgeben stark genug sind, es wieder mit 5—600 Kaiserlichenaufzunehmen. Noch zur Zeit ist an den Klostcrgebäudcn nichtszerstört worden. Noch tönen die Orgel, die Glocken; noch hatweder das kupferne Dach noch die Büchersammlung gelitten, undnoch haben die Feinde von den verborgenen Schätzen nichtsausgespäht. UevrigenS leben die Pfarrer unseres Gebietes ver-schiedener Nachstellungen wegen sehr unsicher, und haben sie anSonn- und Festtagen den PfarrgotteSdicnst geendigt, so eilensie alle nach Ottenbeuren, wo sie sich sicherer glauben." Ineinem andern um einige Tage späteren Berichte schreibt er:„Ober der Orgel haben die Feinde Alles gefunden und mitge-nommen, auch die von mir schon einmal gerettete Büchcrsamm-lung haben sie größtcntheils wcggeiübrt. In der geschlossenenStiftskirche fällt auS Mangel der durchstreichenden Lust dasGhpswerk herunter." In einem Schreiben vom 21. Dezemberdes nämlichen Jahres 1634 sagt er: „Den 16. d. Mts. schlichick mich NacktS in mein Kloster ein und schlief aus dem hartenBoden meiner Zelle; am folgenden Tage las ich in der Stifts-kirche die Messe; alle Diener weinten vor Freude uns grüßtenmich bei der Hand. Die Zimmer fand ich so ziemlich ganz,nur wo man etwas Verborgenes ahnte, sind die Böden auf-gehoben und alle Schränke, Behältnisse und Tbüren zerhauenund zerschlagen; die Kirche und die Apotheke sind sehr ichonendbehandelt. Die Büchersammlung litt Vieles .... die Haus-dienerschaft ist unter einander spaltig und zwieträcktig undkommt nirgendwo fleißiger und ciumülhigcr als beim Tischezusammen." Hieraus erzählt der Chronist (k. Feyerabend)weiter: „Nichts aber übertraf die unmenschliche Weise, womitdie Schweden von den gemeinen Leuten die verheimlichtenGelder erpreßten. Einigen stießen sie in dieser Absicht Ahlen und Pfriemen durch die Waden, Anderen schössen sie, umSchrecken zu verbreiten, entweder zwischen den Füßen durchoder jagten ihnen Kugeln durch den bohlen Leib; wieder Anderefüllten sie unter Bedrohung, mit Füßen auf ihre aufgedunsenenLeiber zu springen, mit einer Menge Wassers so voll an, daßsie bloß zwischen dem Zerplatzen nnd dem Entdecken ihres ver-