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L hauäarkar L. 6., 8eoom1 doolr ok 8anskrit, bsivA atroatiso ok tziawmar rvith sxsreises. 8", XVI -st 253.8b. 3. Zeb. Bombay, Xirna.^a-8aAar vross 1892 (XI.).
X. Der Eifer, mit dem in Indien die längst nickt mehrlebendige klassische Literatursprachc des Sanökrit studirt wird,verdient unsere größte Hochachtung und gereicht uns „civili-sirten" Europäern zur Beschämung, wenn wir bedenken, mitwie wenig Lust und Liebe und noch weniger Erfolg in unserenSchulen die für unsere gesammte abendländische Cultur ungleichwichtigeren und so leichten Sprachen Latein und Griechisch be-trieben werden. Zur Einführung in die Wunderwclt derSanskritsprache werden in Europa verschiedene, oft sehr ge-lehrte, besonders aber recht kostspielige Lehrbücher gebraucht;das Lob, praktisch zu sein, kann man ihnen aber nickt spenden;da muß man sich die in Indien gebrauchten und von Indernfür englisch redende Schüler verfaßten Lehrbücher ansehen, wiedas vorliegende eines ist. Wahrhaft, das nennt man Pädagogik,da haben wir keine trockenen Regeln und endlose räthselhaiteParadigmen, sondern Alles wird stufenweise dargeboten, jedegrammatische Erscheinung ist Gegenstand hinreichender Ein-übung, die den Schüler mit dem Stoff wirklich vertraut machtund ihm die Kenntniß einer überaus schwierigen Sprache Schrittfür Schritt, sicher und fest vermittelt. Abgesehen von BühlerS„Elementarkurs deö Sanskrit" (Wien , Koncgen 1883. M. 5,00),der eben ausdrücklich nach dem Vorbild der Lernbücher vonBhandarkar für Deutsche (allerdings viel kürzer) bearbeitet ist,besitzen wir in Europa überhaupt kein derartiges Lernbuck, amwenigsten ein solches, das bei dem lächerlichen Preis von3SH.,das Sanskrit mit so eminentem Geschick leicht zu machen ver-steht und dabei eine solche Fülle von Ucbungsstosf bietet.Spielend führt das »birst doost ok Lcuislcrit- desselben Ver-fassers (Bombay 1890. 11. eck. 2 8ü.) den Schüler in die Elc-mcntarkenntnisse ein, die dann in vorliegendem -8sooml hook-ausgebant und erweitert werden bis zur vollständigen Behand-lung der Grammatik, während das »Mffrä Hook- (Bombay1677. 2. eä. 3 8H.) nur mehr Lesetcxte (daS Nalopakhhänam,Dasäratha's Tod und fünf Stücke auö Pantschatantra) gibt.Sämmtliche drei Theile sind mit Wörterbüchern versehen, diebeiden ersten in Lcctionen abgetheilt, also ganz in der Manierunserer Lehrbücher für moderne Sprachen gehalten; man kannsich die Bücher am besten auS Trübner's Commijsivnsverlag inLondon verschaffen; leider sind diese Lernbücher des gelehrtenInders in Europa sehr wenig bekannt, obgleich namentlich wir.theoretische Deutsche allen Grund haben, die Schuljugend inIndien ob so prächtiger Hilfsmittel zu beneiden. Möchten vieledarnach greisen, um einen Einblick zu gewinnen in den eminentlogischen und wohlgegliedcrten Bau der reichsten und auszc-bildctsten Sprache, die wir überhaupt biS jetzt kennen, ganz zuschweigen von der immensen Literatur.
„Das Wappen der Pecci." Historische Erzählung vonJohanna Bal tz. Paderborn, Verlag der Junfcrmann'-schen Buchhandlung.
* Eine interessant geschriebene Erzählung von nur 54 S.Umfang führt uns hier eine Episode auS der Familiengeschichtedes Hauses Pccci vor. Der Held der Erzählung ist der KünstlerJacopo Dcli. Er hat in früher Jugend die liebliche Lilia inCarpincto lieben gelernt; aber von den Lehrjahren bei demgroßen Meister Ncalo in Rom zurückkehrend, findet er sie amTraualtar an der Seite des edlen Antonio Pccci. GebrochenenHerzens wandert er fort und findet in deutschen Landen als„Fraterherr" in Münster in der Klosterzelle den Frieden deöHerzens. Vom todkranken Oheim heimgcrufcn und selbst vomTodeswurm schon benagt, verbringt er seine letzten Tage inCarpineto und freut sich des FamilicnglückeS Antonio's undLilia's. Aus dem Brande des Kirchleins zu Carpincto retteter ihr Kind, aber ein brennender Balken trifft ihn, und er istblind. Dock vollendet er, der blinde Mönch und Künstler, dasbegonnene Wappen der Pccci, und von innerem Schauen er-faßt, sügt er neben Cyprcsse und Lilien noch in prophetischemGeiste einen leuchtenden Stern. Er ist aufgegangen aus demGeschlechte der Pccci, und sein Name ist Leo XIII . — Dieeinfache, markige und doch von poetischem Duste umflossene Er-zählung zeugt von großer Gewandtheit der Autorin in Stil undComposition und verdient alles Lob.
Der Katholik. Nedigirt von Joh . Mich. Na ich.12 Hefte M. 12. Mainz , Kirchheim. Inhalt von 1894,Heft XI, November: vr. Nirschl, Das Maricngrab in Ephesns.— „Das letzte Mittel in der Berliner Kirchensrage." — N.
Paulus, Michael Helding , ein Prediger und Bischof deS16. Jahrhunderts. -- Die Ritualisten in England und dergregorianische Choral. — Gallus Jakob Baumgartncr. —Literatur: Vuoins Veotor, Vs 6onelavs. — CarlBraig , Die Freiheit der philosophischen Forschung. — F. S.Romstöck, Personalstatistik und Bibliographie. — v. Grau8.3., Die Schule Jesu Christi. — Konrad Meindl , Lebenund Wirken deö Bischofs Franz Nudigier von Linz . — Uran-eisens ckosapkns RnälZier, Vita Loati kstri prineipisaxostoloruw. — Misccllen.
Johann Taufen ober der dänische Luther (1494 bis1501). Von Ludw. Schmidt 8. 3. — (Commifsions-Verlag von I. P. Bachem, Köln .)
* Die als dritte VereinSscbrift für 1894 der Görresgesell-schaft erschienene Arbeit L. Schmidt's gibt eine quellenmäßigeDarstellung über das Auftreten Laufens, der oft in Prosa undVersen als dänischer Luther gefeiert worden ist und dessenWirken in seinen Predigten und Schriften auch in neuerer Zeitwiederholt hervorgehoben wird. Es ist ein Stück „Rcforma-tions"-Geschichte, was diese Monographie darbietet, welche vongründlicher Kenntniß zeigt und, obwohl der Gegenstand etwasferne liegt, doch für Viele von Interesse sein wird.
Verhandlungen der bimetallistischen Conferenzin London. Verlag von H. Walther in Berlin V7.,Kleiststraße 14, Preis 1 Mark.
Ein sehr bemerkenSwerther Beitrag zur Währungsfrage istals Heft 19 der Schriften des deutschen Vereins für inter-nationale Doppelwährung erschienen. Es ist die Uebersetzungdes stenographischen Berichts der Verhandlungen der großenViuietallistcn-Vcrsammlnng zu London am 2. u. 3. Mai 1894.Da die Haupicntscheidung des Kampfes um die Währung inEngland liegt, so wird die Orientirung über die englische Bimetallisten-Bewegung allseitig erwünscht sein. Auch vompraktischen Finanzstandpunkt anS verdienen namentlich die Vor-trüge und Reden über die indische Frage Beachtung. DerReferent hierüber, Barbonr, war im vorigen Jahre indischerFinanzminister und führte als solcher die Schließung der indi-schen Münzstätten durch. Die Schrift wird sicherlich Viele >ueinem besseren Verständniß der Währungsfrage führen.
Kiesel und Krystall. Gedichte von Anton Müller (Br.Willram). Buchhandlung des Kath.-pol. Preßvercins,Brixcn. 8 Bg. auf Doc.-Papier 60 kr.; in feinem Ge-schcnkband fl. 1,20.
„Die Gedichte des .herrlichen Bruders Willram', wie ihnvr. Hehl in einem Briese an mich genannt hat, sind nachmeinem Urtheile echte, frische, mitunter geradezu prächtige Lyrik,wahre Poesie. Die flügge gewordene junge Alpcnlcrche ver-spricht ein ausgezeichneter Sänger zu werden." — Dieses Gut-achten hat Sckrcibcr dieser Zeilen seinerzeit dem Ausschiffst deSKath.-polit. Preßvercins gegenüber abgegeben. Jetzt figurirtdasselbe, wie ich sehe, an der Spitze des Liedcrbüchleins, daSnun in nobler Prachtausgabe vorliegt. Nachdem ich die LiederBruder Willrams neuerdings gelesen, kann ich nur obiges Ur-theil wiederum und vollinhaltlich unterschreiben. Es ist eineFreude und ein Genuß, diese jugendfrischcn und jugendkräftigenDichtungen zu lesen, und man wird beim Lesen mächtig zumMitdichten eingeladen — das aber ist eben daS richtige Kri-terium. Die erste Abtheilung seiner Dichtungen überschreibtder Sänger mit „BnnteS Allerlei". Dennoch lassen sich be-stimmte Gruppen zusammengehörender Lieder ziemlich genauunterscheiden. Dem jugendlichen Alter des Dichters entsprechend,stehen da zunächst die Lieder der LenzeSlust und des freudigenJugendmutbeS. Wer auch einmal jung gewesen und mit Jugend-träumen geflogen, fühlt sich lebhaft zurückversetzt in jene goldeneZeit, die freilich so balde entschwunden. Aber sehr täuschenwürde man sich, wollte man den Sänger für einen leichtsinnigenSpringinsfeld halten, wie deren so viele sich auf dem deutschenParnaß herumtummeln. Zins die Lieder der Jugendlust folgenin merkwürdigem Contrast Dichtungen von gewaltigem Ernst.Eine ganze Gruppe könnte man „Friedhofsgedichte" überschreiben.Dahin gehören: »Vanitas vanitatum-, „Das einsame Grab",„Im Beinhaus", »vxtrema. so tanFirnt«, „Der Friedhos",„Das Emblem des Todes" uud andere. Die zweite Abtheilungist dem „Marierffang" gewidmet und enthält prächtige Lieder;wir nennen nur: „Gruß an die Maienkönigin". Die Wald-kapelle", „An die Schmerzhafte" u. s. w. Das hübsch ausge-stattete Büchlein bildet eine reizende Weihnachtsgabe.