Ausgabe 
(6.12.1894) 49
 
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Wörterbuch" (Slraßburg, Trübncr 1837, M. 15.) kann sich einJeder, der die Elemente der Grammatik überwunden hat, getrostan die überaus lehrreiche Lektüre des Buches machen, das insauberer DevauLgari-Sckrift gedruckt ist, die Wvrttrennung undsogar die Interpunktionszeichen nach europäischem Muster zurErleichterung eingeführt hat.

Katholische Flugschriften zurWehr undLehr. PreisL 10 Pf.

* Von den trefflichen grünen Hcftcben (Verlag derGer-mania", Berlin ) sind neuerdings erschienen Nr. 8286/87 mitfolgendem Inhalt: 82. Bernardino Ochino von Siena . 83. Derhl. Petrus Claver . 84. Blicke auf das Wirken des EvangelischenBundes. 85. Gustav Adolf. Ein trauriges Jubiläum. 86./87.Protestantische Stimmen zum Jesuitengesetz. Die FlugschristNr. 85. Gustav Adolf, von hervorragend sachkundiger Seiteverfasst, verdient eine um so gröbere Beachtung, als man sichim protestantischen Lager bekanntlich anschickt, das bevorstehendeJubiläum des Verwüstcrs unseres VaterlandesGustav Adolf"in ganz außergewöhnlicher Weise zu feiern.

F. X. 'äoulin, Die Gottcöbraut. Betrachtungen überdie Jungfräulichkeit, aus dem Französischen übersetzt undvermehrt durch einen Anhang:Klosterleben in der Welt"von Dr. I. Ecker. 2. Auflage. Herder-Freiburg 1894.Preis 3,00 M.. geb. 3,80 M.

O Jungfräulichkeit!Nicht alle fassen dieses Wort",nicht die Ungläubigen, die bloß für wahr halten, was ihrbischen Verstand begreift, nicht die Häretiker, nicht dieWcltchristen, nicht die thörichten Jungfrauen, dieBräuteCbristi" sind, weil sie keinem Manne gefallen und viel in dieKirche laufen, weil sie zu träge sind zum Arbeiten für all'diese ist nach des Uebersetzers eigenem Wort das Büchlein nichtgeschrieben, sondern nur sür jene,denen es gegeben ist". Fürdie heiligen Jungfrauen, welche Vater und Mutter, Bruderund Schwester, ja ihren eigenen Willen verlassen haben, um inder Einsamkeit des Klosters sich Gott zu weihen. Für diese ist ein ErbauungS- und Betrachtungsbuch; aber auch die Eltern,die ibr Theuerstes dem Herrn darbringen, werden es mit Nutzenin die Hand nehmen und daraus den Werth des Gutes lernen,das ihre Kinder für die Welt eingetauscht haben. Das Buchbietet 21 Betrachtungen, jede zerfällt in drei fast selbstständigeTheile. Daran fügt sich einUnterricht für die Wittwen" undeine sehr eingehende Erörterung und Zurückweisung des oft ge-hörten SatzesEmweder heirathcn, oder in's Kloster". DerAnhangKlosterleben in der Welt" ist eine Ermunterung undAnleitung zur Jungfräulichkeit, wie sie auch außerhalb derKlostermauern gepflegt werden kann, und trägt dazu bei. daSBuch sür weitere Kreise nutzbar und werthvoll zu machen.

Schlichte Weisen. Gedichte von Evarist Bickmann.Heiligenstadt (Eichsscld), Verlag von F. W. Cordier.6». 144. Preis 2 M.. geb. 3 M.s. Es finden sich in diesen schlichten Weisen einzelne recktgute Gedichte. UnterGedanken und Sprüche" verbirgt sichmanches Goldkörnlein, während anderes wieder recht schlicht ist.WennHalme" als Iambus auftreten will, so geht dies ohneHinken nicht, s. S. 41.

Der kath. Meß n er in seinen kirchlichen Verrichtungen vonGg. Brei tsa mcter. II. verbesserte Auflage von I.Lautenschlager. Augsburg , B. Schmid'fche Buch-handlung. kl. 8°, 59 S.

o. Ein brauchbares Büchlein, dem aber leider im lateinischenTexte die Angabe des Accentes mangelt. Auch die deutscheUcbersctzung des angeführten Lateins wäre willkommen.

Die Arbeiter-Einigungen des Mittelalters; nachdem Französischen des Pros. Dr. G. Knrth bearbeitetvon vr. K. A. Leimbach. 8". IV. und 26 Seiten. Preis25 Pfg. Verlag der Fuldacr Actiendruckerci.

Dieses Schriftchen, daS in seiner französischen Ausgabeschon über 50,000 Abnehmer gefunden, verdient auch in derneuen deutschen Bearbeitung, die auf die deutschen Verhältnissegebührend Rücksicht nimmt und als durchaus gelungen bezeichnetwerden muß, die Beachtung aller, die sich sür die Handwcrker-und Arbeiterfrage irgendwie interessieren und nach Mitteln zuderen glücklicher Lösung suchen. Das Spiegelbild, das uns derVerfasser in den großentheils von der Kirche ausgegangenenHandwerker- und Arbeiter-Einigungen vorhält, liefert den klaren

Beweis, daß unter diesem, von den Aposteln des Socialismusso verpönten Regimcnte Verbände in's Leben gcrnien und Ein-richtungen getroffen waren, die auch heute noch als mustergiltigbezeichnet werden müssen. Wenn nun auch die Einigungen jenervergangenen Zeit mit ihren Einrichtungen nicht mehr die gleicherDienste leisten würden, wie damals, so bleibt doch der Gedanke,der ihnen das Leben gegeben, ewig jung und ewig fruchtbar.Der Geist der brüderlichen Liebe muß auch die neuen Einigeungcn beseelen, der religiöse Gedanke muß sie beleben und nähren.Vor allem muß der christliche Begriff von der Arbeitsich wieder Bahn brechen und muß Arbeiter und Arbeitgeberbestimmend beherrschen. So hielt sich z. B. der Arbeitgeberdes Mittelalters nicht für berechtigt, seine Arbeiter zu über-bürden. Man trug bei Bemessung der Arbeitszeit der Schwierig-keit oder Gesundheitsschädlichkeit der Beschäftigung gebührendRechnung. Die Arbeitszeit sür Bergarbeiter betrug z. B. inDeutschland damals nur acht Stunden. Nachtarbeit warbei den meisten Gewerben gänzlich untersagt. Ebenso warFrauen- und Kinderarbeit genau geregelt, die Ausbildung unddas Halten von Lehrlingen rc. rc. Wir können das lehrreicheSchriftchen nur empfehlen. Der billige Preis erleichtert dessenweiteste Verbreitung.

Lorenz August Grill, Handbuch des bayerischenStaatsbürgers. (DaS Werk erscheint in 10 monat-lichen Lieferungen ä 60 Pf. im C. H. Beck'schen Verlagzu München .)

Von dem obigen empfchlenswerthcn Werk ist soeben die 3.und 4. Lieferung erschienen. Dieselben beweisen aufs neue,daß es'Verfasser und Verleger voller Ernst damit ist, ein Werkzu liefern, das das nicht juristisch gebildete Publikum in dieöffentlichen Angelegenheiten einschließlich der beutzutag dasInteresse des Staatsbürgers inehr wie früher herausforderndenFragen der Social- und Wirthsckaftspolitik wiiklich gründlicheinführt. Dadurch, daß der Verfasser fortlaufend auch die ein-schlägigen gesetzlichen Bestimmungen anführt, macht er seinBuch ganz besonders für die Gemeindebehörden, Ma-gistratsräthe, Gemeindebevollmächtigten, Kirchen-verwaltungs Mitglieder usw. brauchbar und empicblcus-werth. Aber auch alle» übrigen Ständen bietet eS des Wissens-werthen viel. Die 3. Lieferung bringt ein Haupt-Kapitel, näm-lich das über die Gemeinbeverfassung, das nicht nurdas örtliche Gcmeindewesen in allen seinen Beziehungenund Abstufungen, sondern auch die Districtsbehördcn unddie Landräthe umfaßt. Auf Seite 235 beginnt alsdann derzweite Theil des Werkes, nämlich die Darstellung der innerenVerwaltung in Bezug auf Polizei, sociales und wirtbschaftlichesLeben, Kirche und Schule, StaatS- und Gemeinde-Finanzen,Landcsvertheidigung. In Lief. 4 folgen die Kapitel, welche dieöffentliche Ordnung und Sicherheit, die öffentliche Sittlichkeitund die Gcsuudheitspolizei zum Gegenstände haben. Es istein weites und großes Gebiet, das liier behandelt und jedemetwas ihn Jnteressireudes bieten wird. Wir machen auf daswirklich cmpfchleuswerthe Werk auch die Schulbibliothekenin Stadt und Land aufmerksam.

Allen Denjenigen, welche sich auf leichte undbequeme Art die Kenntniß der französischen, englischen unditalienischen Sprache aneignen wollen, seien die Zeitschriften»Iw Lspstiteur-, >Ttzs Lopeator-, »II ripotitors» zumAbonnement warm empiohlen. (Berlin , Verlag von Nosenbaumu. Hart.) Zur Uebung in diesen wichtigsten fremden Sprachen,deren Kenntniß in allen BcrufSzweizcn äußerst wertbvoll ist,ist die Methode der genannten Zeitschriften sehr zweckdienlich.Unter jedem fremden Worte steht daS entsprechende deutsche, sodaß dem Leser das unbekannte sofort auffällt und bei derWiederholung in Erinnerung gebracht wird, wodurch der Wort-schatz sich beständig vergrößert. Für die weiter Fortgeschrittenenist ebenfalls gesorgt, indem die 14tägig erscheinenden Blätterallmonatlich eine Beilage mit nur französischem, englischem unditalienischem Texte enthalten, dem zum Zwecke des besseren Ver-ständnisses am Fuße jeder Seite die nöthigen Anmerkungen bei-gegebcn sind. Es dürsten daher diese Zeitschriften, deren Abonne-mentsprcis bei der Post und im Buchhandel pro Quartal nurje 1 Mk. beträgt, vielen unserer Leser willkommen sein.

Berichtigung.

Im Stammbaum der Scheyern haben sich leiderDruckverschen cingescklichen. Es muß heißen: Herzog Arnulfsi 937, Herzog Heinrich I. si 955, Mantachinga.

Verantw. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .