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Im Verhältnisse zu dem Erbe seiner späteren Ge-mahlin Beatrix war für Robert die Grafschaft Clermontein geringer Besitz.
Ludwig hatte ursprünglich seinen jüngsten Sohn mitder Tochter Margaretas von Burgund, die Vicomtesse vonLimoges war, verbinden wollen. Dieselbe mußte aberspäter, als Philipp die am Hofe weilende Beatrix fürseinen Bruder auserlesen hatte, zurücktreten?)
Die Ehe zwischen Robert und Beatrix wurde zuElermont, wahrscheinlich im Jahre 1276, geschlossen.Ein von k. Anselme") fälschlich citirtes Document hatbestimmt, die Hochzeit in die Mitte des Jahres 1272zu verlegen, da in demselben gesagt wird, daß wegen derVermählungsfeierlichkeiten das Pfingstparlament unter-bleiben mußte, nach den Rsgistrss äss „Olim" das-selbe aber nur in diesem Jahre unterblieb. Jedoch weistChazaud (OdronoloAis äss 8Irs8 äs Lourkon239) nach, daß in dem von k. Anselme (Olim I. tot. 27rsoto. toin. I. xaF. 154 äs I'säition äs N. LsuFnot)citirten Register gesagt wird: „L. v. käOOIuXII ° nsokuit xalla-insnturn in ksnttiscosti, proxtsr nuptiasäomini kditippii titii äomini rsZis, taotas axuäOlnrnm-montsm? Die fragliche Hochzeit scheint nun -die Philipps III., des zweiten Sohnes des hl. Ludwig, >mit Jsabella von Aragon, die am 28. Mai 1262 ge-feiert wurde, zu fein. Chazaud glaubt, daß die Hoch-zeit Roberts und Beatricens der Konfirmation ihresVerlobungsvertrages vom Juli 1276 durch Philipp III ?)bald folgte.
Der König erlas während des HochzeitsfestesBeatrix, um ihren Gemahl mit der Ritterwürdeauszuzeichnen. Dieselbe hatte er nach den BerichtenBelleforest's (Lunalss äs Iranos) und Desormeaux'swohl verdient. Er zog mit 16 Jahren nach denPyrenäen , um mit seinem Bruder Philipp den rebellischenGrafen von Foix , Noger Bernard, zu unterwerfen.Philipp wurde bald durch andere Angelegenheiten in'sInnere zurückgerufen und soll seinem jungen Bruder,dessen Ritterlichkeit er bereits erprobt hatte, die weitereVerfolgung überlassen haben. Der Graf wurde baldauf seine Burg beschränkt und gezwungen, sich mit seinerFamilie zu ergeben. Er wurde gefesselt nach Bcancairegebracht und erhielt erst nach einem Jahre seine Freiheitund sein Lehen wieder?)
Ein trauriges Ereigniß schwächte zeitlebens die viel-versprechenden Eigenschaften unseres Fürsten. Währendder Festlichkeiten, welche der junge Ritter gelegentlich desBesuches des Fürsten von Salerno , des Thronfolgers desKönigreiches beider Sicilien, im Jahre 1279 gab, ließer sich beim Turniere, indem er den ersten Siegespreiserringen wollte, zu weit von seinem Ehrgeize und jugend-
0 Ribliolbsca uova wauuserixtorum toin. II. po§. ZOO;Lääition L In, Obronigus äs Saint-IIartin äs lümvFss: Unis(Roberto) tuit ässponsats, LIis, Vieeooinitis Rsmovieeusis,si sibi plaoerst st LeZi, ouw nndiles ssssnt. Ebenso: Na,-risro, nuioam Imsrsäsm, grmm Ruäoviens, Rsx Rraueorum,Llio 8no Roberto äs8pov8ari xrowisit. (Obrouigus äs Lsint-Ltienns äs Inmog'ss, ibiäsm.)
Ilistoirs Aöuealogigus äs In maisov äs Rraucs. Rnris,1726—33.
0 Chazaud nach: Lrolnvos äs I Rmpirs. oartou. m. 348.
°) Einige Historiker behaupten, Robert habe im Jahre 1276auch den Zug gegen Navarra und Castilicn mitgemacht. Diesscheint jedoch unbegründet zu sein und aus einer VerwechslungClermonts mit Robert von Zlrtois zu beruhen, der damalsauch i,ch »Lirs äs Ronrbon- nannte. (eVebaintrs, Mstoirsäs Ir Llaisou äs Ronrbon. Lrr. Robert.)
lichem Feüer fortreißen, so daß ihm sein erfahrenerGegner derartige Verwundungen beibrachte, daß er lebens-länglich körperlich und vorübergehend auch geistig zuleiden hatte?) In dem Berichte des Guillaume deNangis ist offenbar der Grad der Folgen der Verletzungübertrieben, wie aus den sonstigen Daten der Historikerüber Roberts Leben hervorgeht. Dieselben weisen nach,daß der Verwundete später noch im Stande war, an denRegierungsangelegenheiten theilzunehmen.
As-- Einige Autoren stellen ihn sogar als einen hervor»ragenden Staatsmann und hohen Würdenträger derKrone hin, welcher eines der vier wichtigsten Kronämter,das des Chambrier de France, bekleidet hätte?") LetztereAnnahme ist wohl auf eine Verwechslung seiner Persön-lichkeit mit seinem Sohne Ludwig, welche durch denWortlaut einer Urkunde nahegelegt ist» zurückzuführen.Jedoch ist es sicher, daß Robert oft in wichtigen Be-rathungen hervortrat und auch sonst seine Einsicht bewies.So war er am 21. Januar 1297 mit dem Herzoge vouBurgund und andern Herren und Prälaten in derVersammlung zur Regelung der Differenzen mit demflandrischen Grafen Guy, der von den Engländern unter-stützt wurde.
(Fortsetzung folgt.)
Ein Wort über die Völker Skandinaviens ,besonders über die Schweden von
Frau Helene Nyblom, " geb. Roos.
Frei und gekürzt nach dem schwedischen Original vonDr. P. Wittmann.
(Fortsetzung.)
Ein Beweis für die natürliche Veranlagung deSVolkes liegt unter anderen darin, daß Mädchen derunteren Schichten und ohne jegliche Bildung, die alsEhefrauen mit den höchsten Gesellschaftskreisen in Be-rührung kommen, Takt, ästhetisches Gefühl und Em-pfänglichkeit für jeden Zweig wirklicher Cultur mit sichbringen. Selten fühlt man den Parvenü heraus. Da»Benehmen der feinen Welt bildet, was äußeren Schliffanlangt, ein durchaus nachahmenswerthes Beispiel.
Schwachheit für äußeren Glanz und Schimmerbildet allerdings einen Punkt, welchen man den Schweden mit Recht und Unrecht vorzuwerfen Pflegt.
So gibt z. B. ein Dienstmädchen in Stockholm den letzten Pfennig d'ran, um sich recht elegant kleidenzu können; seine dänische Kollegin dagegen vernachlässigtmeist das Aeußere, weiß aber für ihre alten Tage etwasbei Seite zu legen. ^
Die Dänen sind eben verständige Leute; sie denkenan die Zukunft, genießen wenig und sparen. DieSchweden hingegen wollen das Leben mit vollen Zügengenießen: Lieber heute ein frohes Fest, dann vierzehnTage lang Häring und Kartoffeln, ist ihre Parole; sieleben nur der Gegenwart. Der Winter ist ja so lang.
0 Ueber den Docka'ck schreibt Guillaume de Nanzis: Ingnvänm Ulorum txrouiciornm, oomes OIrromontis, jnveniz,uovu8 wilss, srworum ponäers xergravstus st matleoruwictibus 8vpsr caxnt xluries st kortitsr xercus8llZ, veistionscsredri iutouitus, äeoiäit in omsutiow, äs gno äawnnmst üolor maximu8 eumnavit. Rrat sutew tonnn eZregiar,oujus anrmus sä xrobikrtew tenäens xerveuire xotsrat.
'0 Ra Anis, Ilistoirs äes äncs äs Loardon. krri?,1860.