Ausgabe 
(17.1.1896) 3
 
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Testament"), am 6. Dezember 1316 zu Paris abgefaßt,enthalt außer einer Stelle, die beweist, das; er zeitlebensim Sinne hatte, das Kreuz zu nehmen, nur einigefromme Schenkungen und einige unbedeutende Bestimm-ungen. Seine Kürze ist darauf zurückzuführen, daß, wieerwähnt, Robert bereits vor der Abfassung desselbenseine Besitzungen seinem Sohne übertrug.

Sein Epitaphium zierte eine Statue und die In-schrift: Ostx gisb 1s tits Nss. 8.. Roms, fuäis Hör äsIstmirss L swvoir tzl. Robert, Oornts äs 61srinont,Lstgueur äs Rourbon, Hui trspassu 1o VII° gouräs Isvrisr 1s lcmäi axrss 1u kuriüsution RotrsOams. Rris 2 xour I'uins cls . . . (lz?) . . .

Später wurde diese Inschrift bei Veränderung desEpitaphiums durch folgende ersetzt: 6z? Zist wsssirsRobsrt, sonats cls Olsrnaont, ssignsur cls Lonrbon,c^ui tut 61s äs lllorwisur 8uint-Roz?8, roi äs Rranes,vsui trssxassL ls V1I° gour äs kövrisr l'un äsgrnss N600XVII. kris 2 gsws Dien alt sori anas.Lrnsn.^)

Beatrix besaß, als ihre Mutter noch lebte, nur dieChlltellernie Chavroche und 1000 Livres Einkünfte. Ihrväterlicher Großvater aber, Hugo IV. , Herzog vonBurgund, gab ihr durch sein Testament die GrafschaftCharrollais, die später eine ansehnliche Vergrößerung desBourbonnais bildete.

Ehe Beatrix ihr Erbe in Besitz nahm, hatte sieeinen andauernden Streit mit dem Grafen von Artois ,mit welchem ihre Mutter Agnes in zweiter Ehe sich ver-mählt hatte.") Ihr Gatte stellte wegen der Versuchedesselben, Beatrix eines Theiles des Bourbonnais zuberauben, Klage beim Könige,") und das Parlament er-klärte im Jahre 1282, daß Beatrix allein zur Erbschaftberechtigt und das Land der Fürsten von Bourbon un-theilbar sei.") Doch wollte sich Artois immer noch nichtzufrieden geben und reklamirte nach dem Tode seinerGemahlin (1288) abermals einen Theil des früherenBesitzes derselben.") Die Angelegenheit wurde erst durchfeinen Tod erledigt.

'9 Der Text desselben ist in »Bitres äs In LI. O. äsLonrbon« (xa§. 252) zu finden.

") Eine neuere Jnscription des Poeten Santeuil lautete:

M QV8 LB IHV81W8 LXUVILSLersnissimi kriuoixis, Oomitis äs Olermout,

Laneti Imäovivi UsAis HegiasLorbsniänin kriwasvas LtärxisLpitaxliium.

Ris Ltirps Lorboniänm, Hie Urimus äs nowins Urinoeps,

Oouüitur; Nie tnmuli vslnt in eunadula Usgmm.

Uio vsniant xroni Us§ali s Ltirxs lisxotss.

Lordonii bis isAnaut invito tunsrs LIanss.

Das Epitaphium des Fürsten wurde von den Wütherichendes Jahres 1793 zerstört. Es ist irrig, wenn man noch inden letzten Jahrzehnten im llluses äes kstäts Lngustins inParis Roberts Statue zu bewahren glaubt. Es ist dies nichtseine, sondern die von Charles de France, dem dritten SohnePhilipps des Kühnen.

'9 Die Hochzeit muß vor dem Juni 1277 stattgefundenhaben. Denn am 2t. Juni dieses Jahres huldigte Robert zuOrlSanS dem Erzbischof von Bourges für alles, was er vonihm m dem Bourbonnais zum Lehen hatte. (Lartulairs äsl'arobsvZclis äs Lonr^es 660X111, xa§. 41.)

'9 Nach Ditrss (xa§. 128) haben Agnes und ihr Gattesich durch einen Akt vom 26. Juli 1281 dem Richterspruche desKönigs unterworfen.

'9 bn lllure. Uistoire äss änes äs Lourbou. Bow. III.,krsnves. 114 a.

") Wie Chazaud bemerkt, war das Bourbonnais ein weib-liches Lehen. Denn nach dem Tode der Agnes lebte nochG rullanme II. von Bourbon-Lcxai, der Neffe Archambaudö VI.

Robert und Beatrix ergriffen im Juni 1288, nachdem Tode der Agnes, Besitz von dem Bourbonnais. DasDatum ist durch eins Urkunde des Cartulare von Sou-vigny bestätigt. Die Herren von Bourbon mußtennämlich beim Antritte ihrer Regierung schwören, die^Privilegien von Souvigny zu wahren. Robert, der amHofe des Königs zurückgehalten war, sandte drei Kom-missäre nach dem Priorate, um den Eid zu leisten unddie außerordentliche Abgabe, welche ihm die Stadt Sou-vigny schuldete, zu erheben. Es waren dies Gauthier,Bischof von Senlis , Pierre, Archidiakon von Orlsans,und Guy de Nsris, ein Ritter des Königs Philipp. Sieerhielten von den Mönchen die Antwort, daß die Abgabenur dann gezahlt werden würde, wenn der Fürst selbstkäme, um zu schwören. Jedoch erachteten diese es baldfür besser, nachzugeben, und beschlossen, die Summe von920 Livres zu verabfolgen, falls hiedurch ihre Rechtefür die Zukunft nicht beeinträchtigt würden und Robert,wenn er später in sein Land käme, den Eis nachträglichleisten würde. Die Urkunde, welche diese Bestimmungenenthält, ist vom Jahre 1288, am Mittwoch nach derPfingstoctav, datirt, und es wird also kurze Zeit vorherRobert den Besitz angetreten haben.

Beatrix starb am 1. Oktober des Jahres 1310,sieben Jahre vor ihrem Gatten. Ihr Grabmal warfrüher in der Franziskanerkirche zu Champaigue imBourbonnais zu sehen. Es wurde mit der Kirche zer-stört; jedoch existirt noch eine Beschreibung desselben vonl?. Andrs.") Es war in der Mitte des Chores zwischenden Gräbern von Guy de Dampierre und Marie d«Hainault, ein herrliches architektonisches Denkmal, ihreStatue weisend mit der Inschrift:

si Ist gist trss nolisls Ouvis Naäams RsutrxxOovaissss äs Olsrmcmt st äams äs London , yui

und es cxistirte noch die Familie Blot, welche in directer undmännlicher Linie von Archambaud III. abstammte. Dieselbewar noch von Nager de Blot, Herrn von Montespedon undseinen beiden Söhnen Roger und Gauvain vertreten, von denender letztere im Jahre 1276 der Dame Agnes für die HerrschaftFernant im Combraille huldigte.

Beatrix führte daö Wappen von Altbourbon, anfangsgetheilt mit dem von Burgund , später mit dem ihres Gatten,welcher das Wappen von Frankreich , mit einem Querbalken, zurAndeutung seiner Geniturstellnng, statt dem Wappen von Clcr-mont angenommen hatte. Die alten Fürsten von Bourbontrugen Gold mit rothem Löwen und am Schildrande 10, nachanderen 8 oder 6 blaue Muscheln. Die Zahl der letzteren kannnicht festgestellt werden. Das älteste Monument, an dem diesesWappen sichtbar ist, eine Grabstatue in der alten Abtcikirchevon Bcllaigue bei Montaiguc-en-Combraille (Lnz? äs vüms),zeigt ein Schild mit einem Löwen und 11 Muscheln. DasSiegel Archambaud VIII. von Bourbon dagegen, einem Aktevon 1247 beigegebcn, ein Wappen mit 8 Muscheln. Im Ar-morial von Gnillaume Nevcl ist Beatrix abgebildet mir einemgoldverbrämten Pnrpnrgcwande, an dessen Untertheil daö Wappenrechts blau, besät mit goldenen Lilien und rothem Qucrstab(Frankreich ), links Gold, mit rothem Löwen und 8 blauenMuscheln, eingestickt ist. Diese Figur findet sich auch in den'Llouumeuks äs !a Llrmaiodis Ikrauxaiss- (tom. 2, pag. 23). Neben Beatrix befindet sich ihr Gemahl im blauen mitgoldenen Lilien besäte» Gewände, über welches sich von rechtsnach links ein rother Qucrstab zieht. Manche behaupten, daßBeatrix aus Hochjchcitzung ihres alten Hauses das Wappen vonBourbon l'Ancicn allein getragen habe, und stützen sich aus einWappen, das im archäologischen Museum von Moulins , in derCapelle Bourbon, gesunden wurde, uud iu welchem sich nurder rothe Löwe und die Muscheln befinden. Dem jedoch kanninan ein anderes, vom Grasen von Sonltrait gesunden, ent-gegenstellen, welches France und Bourbon l'Ancicn getheiltzeigt, und zwar nock mit einigen Fragmente» der Inschrift:»Lour(bon), äams äs-, ein Beweis, jedenfalls noch zuver-lässiger als das Armorial von Nevel