Ausgabe 
(17.1.1896) 3
 
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Der Ehe von Robert und Beatrix entstammten dreiSöhne und drei Töchter. Der Erstgeborne war Ludwig I.,der Große, dessen biographische Daten wir im Folgendennoch näher ins Auge fassen wollen. Der zweite Sohnwar Jean de Clermont, Baron von Charolais und Saint-Just. Als Waffengefährte seines älteren Bruders zeich-nete er sich in den Kämpfen mit Flandern aus undstarb, kurze Zeit, nachdem er den Entschluß gefaßt hatte,ins heilige Land zu ziehen (1316). Von dem drittenSohne, Pierre de Clermont, weiß man nur, daß er imJahre 1330 Archidiakon von Paris war. (6g.I1. 6krist.lorn. VII. eol. 129.) Die erste Tochter, Manche deClermont, vermählte sich im Jahre 1303 mit Robert VII.,Grafen von Auvergne und von Boulogne , dem sie die Graf-schaft von Saint-Just in der Champagne, 11,000 Livres,die Herrschaften von Scmur, Argeuce, la Marche undTerrail im Bourbonnais sowie die Chütcllenie von Reminin der Grafschaft Clermont als Mitgift brachte. Siestarb nach den Autoren des^nsisir Lourbormgis"schon im Jahre 1304, nach der Angabe des Grafen vonSoultrait erst 1312, und wurde in der Cathedralkirchevon Boulogne-sur-Mer. beigesetzt. Marie, die zweiteTochter Roberts, wurde in ihrer Jugend Johann, demMarkgrafen von Montferrat, versprochen. Sie zog aberdas Klosterleben dem Ehestände vor und nahm im Con-vente von Moutargis den Schleier. Später wurde siePriorin in dem kgl. Stifte Poissy (1333). Nachdem sie11 Jahre lang die Vorstandschaft geführt, starb sie alseinfache Klosterfrau, erblindet, am 13. Juni 1372 undwurde in der Klosterkirche begraben. Margaretha, dasjüngste Kind Roberts, wurde, wahrscheinlich im Jahre1308, die Gattin Johanns von Namur, Grafen vonFlandern, und soll schon im solgenden Jahre, ohneNachkommen zu hinterlassen, gestorben sein. (Siehe fürdie Genealogie der Kinder Roberts die Anmerkungen desGrafen von Soultrait zur Ilistoirs äss äuss äs Lour-lioir von La Mure (II. 1113) undAnoieu Lour-dsiurgis" (434435).

(Fortsetzung folgt.)

Schwedens Schanze."

Ein Wort über die Völker Skandinaviens ,besonders über die Schweden von

Frau Helene Nhblom, geb. Roos.

Frei und gekürzt nach dem schwedischen Original vonDr. P. Wittmann.

(Schluß.)

Während aber die Norweger zähe und unentwegtam Erbe der Vüter festhalten und die Dänen des Seibst-tobs und der Selbstberüucherung nie müde werden, stehendie Schweden den Schützen und der Zukunft ihres Landesvielfach theilnahmslos gegenüber. Da ich noch Kind war,schilderte man mir sie als Prahlhänsen, die stets von derGröße ihrer Nation zu erzählen wüßten. Ist das jewahr gewesen, so muß diese Generation nunmehr aus-gestorben sein. Ich wenigstens habe bei keiner anderen

2°) Diese Inschrift ist gleichfalls neueren Datums. Die ur-sprüngliche war ganz zerstört und zeigte nach der Zeichnungdes Pöre Montfaucon in seinem Werke >Iws Llonnmonts äoIn ülouareilis ^raueaiss« nur mehr die Worte . . . -Lotst keroLvv LIs to änv Loxs« ...

Nation solchen Mangel an Patriotismus beobachtet, einso trauriges Unvermögen gefunden, eigenen Besitz zuschätzen und für dessen Erhaltung besorgt zu sein. Eineallzulang andauernde Friedensperiode trägt wohl Schuldan dieser moralischen Erschlaffung.

Die Partei der Friedensfreunde, deren Stärke stetigwächst, gelangt nicht selten auf Absvege. So vertretenEinzelne die Anschauung, man solle sich überhaupt nichtin Vertheidigungsstand setzen; es sei einerlei, ob Schweden dem deutschen oder russischen Reiche zufiele u. s. w. Mitlächerlicher Inkonsequenz bewundern aber gerade Leutedieses Schlages das ausgeprägte Nationalgefühl der Nor-weger und gestehen zu, daß dertapfere Landsoldat"dem kleinen Dänenvolke die Gloriole des Heldenthumsverschafft hat.

Der Wille, feine nationale Existenz hochzuhalten,entsproßt ebenso einem Naturtrieb, wie jener, das Leben,und zwar nicht bloß das eigene, sondern auch jenes derKinder und Eltern, zu schützen. Läßt sich z. B. einDeutscher denken, der gegen französische, ein Engländer,der gegen deutsche Herrschaft sich nicht ablehnend ver-hielte; würde ein Italiener sich wehrlos dem österreich-ischen Nachbar unterwerfen? Nimmermehr, und sogarbei den Kaltfinntgsten unseres Volkes müßte solch un-natürliches Gebühren Zorn und Verachtung hervorrufen.Wo aber der eigene Herd und Werth in Frage kommt,da verblassen alle Begriffe. Man schwankt hin und her.Man hält es für inhuman, an einen Krieg nur zudenken. Angriffskrieg gilt überhaupt als undenkbar. Erist Sache barbarischer Nationen. Aber ein Veriheidigungs-krieg? Pah, welch' ein Zeitaufwand, welch' unnöthigeSorge! Weßhalb an Unangenehmes denken, das viel-leicht niemals eintritt. Manche freilich sind von solchblasirter Anschauung frei. Es gibt Tausende von Män-nern und Frauen, die zu jedem Opfer für's Vaterlandbereit sind, aber diese Vaterlandsliebe ist nicht allgemein.Nur ein Theil des schwedischen Volkes erweist sich alsstark und patriotisch gesinnt. Und doch hätte gerade derSchwede hinreichend Grund, stolz auf sein Vaterland zusein. Was haben nicht dessen Könige und Adelige, seineBürger und Bauern, Männer und Frauen Alles ge-leistet! Beide Geschlechter, Hoch und Nieder wetteifertenmiteinander in Helden- und Opfermnth.

Ja, das war die Zeit von Schwedens Größe",wird hier von Manchen eingewendet.Für jene Periodelassen wir Hünen und Heroen gelten. Jetzt aber hatunsere Nation zu viele Fehler und Schwächen an sich,als daß sie die frühere Begeisterung wecken könnte,unserer Hingabe würdig wäre."

Eine merkwürdige Vaterlandsliebe, die sich auf be-stimmte Epochen der Geschichte beschränkt! Was frommtes, das Schweden der Vergangenheit zu feiern unddarüber das Land der Gegenwart mit seinen Fehlernund Tugenden aus dem Auge zu verlieren? Im großenGeisterkampf der Zeit dreht es sich vornehmlich um zweiPunkte, Wahrung des Rechts persönlicher Freiheit undwerkthätige Unterstützung der Schwächern. Um dieserDoppelaufgabe gerecht werden zu können, gilt es zunächstdas eigene Ich harmonisch auszubilden, ohne dabei in-dividuelle Veranlagung zu beeinträchtigen. Wie lang-weilig wäre es, wenn alle Menschen einander ähnlichsehen, dasselbe reden und thun würden! Das Erfrischendeim Verkehr mit anderen Personen besteht im Gegentheiledarin, daß beide Parteien ihre Eigenthümlichkeiten, Sitten,Erfahrungen und Fähigkeiten zum Einsatz bringen. Gleich