Ausgabe 
(17.1.1896) 3
 
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Jahrtausende alten schöpferischen Thätigkeit des menschlichenGeistes zu den Ausnahmefällen zu rechnen sei, wird in einermehrere Abschnitte umfassenden tbcoretisch-pbilosopbische» Studiedie Möglichkeit vor Augen geführt, im planmäßigen Schaffendieselben Ziele zu erreichen, für die beispielsweise Harrig dasaller Gesetzmäßigkeit spottende Erfinden voraussetzt. Je um-fangreicher die Kenntniß der Mittel und Wege, um so größerist die Wahrscheinlichkeit, daß Beste für den jeweiligen Zweckzu finden, wobei naturgemäß die Beweglichkeit der innerenDenkthätigkeit bestimmend für Umfang, Schnelligkeit und Sicher-heit dcS Auffindens ist. In dem zweiten, praktischen Theilwerden an einigen Beispielen planmäßig durchgeführte Erfind-ungen erläutert; er bietet selbst demjenigen, der au die Be-hauptungen deS Autors nicht glaubt, des Interessanten genug.Eine gewisse Individualität wird dem Künstler eingeräumt, dernicht erst versucht, um eine Wirkung zu erreichen, sondern dieMenschen mit seiner Kunst, so wie er will, zu beherrschentrachtet. Achnlichcs wird mit Bezug auf den Politiker ent-wickelt. Einen Seitcnbicb erhält der Mediziner, der auf Pro-bircn angewiesen sei. Daß die Kenntniß auf zwei an sich ge-trennten Gebieten die Erfindungen begünstigt, steht außer Frage;sie wird z. B. vorausgesetzt bei Erfindung der gleichfalls aus-geführten Apparate zur graphischen Feststellung der Vorgängean verschiedenen Stellen eines zu untersuchenden menschlichenKörpers. Gestreift wird auch das Problem des lenkbaren Luft-schiffes. Daß dasselbe sehr wohl lösbar ist, und zwar durchCombination und Vervollkommnung bekannter technischer Mittel,ist eine unbestreitbare Thatsache. Daß aber die Lösung in oereinen oder der anderen Weise trotz zahlreicher Versuche ernsterMänner bisher nicht erfolgt ist, dürfte vielleicht als Beweisdafür dienen, daß es Ausnahmen gibt, bei denen selbst plan-mäßiges Erfinden versagt. Ucbcrhaupt lehnt sich das letzteresehr an diejenige Thätigkeit an, welche der Fachmann mit Con-struiren bezeichnet. Für eine Patentirnng würde die Grenzezwischen beiden Gebieten noch mehr verwischt werden, als siees jetzt schon ist, ja, die patentfähige Erfindung wird erst auseiner höheren stufe geistiger Thätigkeit vom reinen Zusammen-bauen abzweigen, als man unter Belastung von Ersiudcrtaleiitenanzunehmen geneigt ist. _

Das Deutschthnm im Donaureiche. Von Dr. G.Schultheiß. Berlin , Verlag von M. Priber. Ge-heftet (8 Bogen) 1 M.

LI. Das Schriftchen, aus der Feder eines der besten Kennerder südosteuropäffchen Verhältnisse, wird in allen Kreisen, diesich für die Frage interessiern, große Beachtung finden. AufGrund reichen Thatsachenmaterials werden die Gefahren fürdas deutsche Element schlagend dargcthan, aber auch der Wegbezeichnet zur Aenderung der Lage, zur Erlösung von demDruck, welcher auf den Deutschen in allen Ländern des Donau -rcickcs lastet. Sprache und Urtheil, wenn auch scharf, sindernst und maßvoll.

Bayerische Zeitschrift für Realschulwesen. Redigirtvon Wilh. Vogt, München . M. Rieger'sche Univ.-Buchhandlung, München .

^ Das 5. Heft des Bandes III (N. F.) enthält u. A.:Hertel E., Das Transscendentale in N. Wagner's Dichtungen;Kleiber H., Ueber Liniengcomctrie u. linearen Complex; FalchE., Die Schulreformbewcgung in Bayern und im Reich. Re-censionen. _

Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter. Jahr-gang 1893. Zehn Hefte M. 10.80 (oder zwei Bändeä M. 5.40). Freiburg im Brcisgan. Herder'scheVerlagshandlung. Durch die Post und den Buchhanoel.Inhalt des l. Heftes: Ziele und Grenzen der staat-lichen Wirlhschaftspolitik. I. (H. Pesch 8. 9.) -- Der heiligeBonifaz, UnivcrsnätSprofessor zu Paris, Domscholaster zu Köln ,Bischof von Lausanne, Weihbischof in Brabant und den Nieder-landen. I. (D. Rattinger 8. I.) Die neueste Energetik unddie chemische Willensfreiheit. (L. Dresse! 8. 7.) Die arabischeDichtung im Reiche der Chalifen. (A. Baumgartncr 3. 7.)Das Meeresleuchten und seine Ursachen. I. (E. Wasmniin 8. 7.) Wie entstandDes Knaben Wunderhorn "? (W. Kreiten8. I.) Recensionen: 1. UeviuZ'tou, Luxlioau kallaoiss,2. Vaug'lian, M,s wag' ot rouniou ok Oliristsuäom, 3. 8mitb,Deasons pro roseetuiA Hutzlioau Dreiers (A. Lehmkuhl 8. ,7.);Sauren, Die Lauretanische Litanei (G. M. Drevcs 8. 7.);Wilpert, Draotio Pauls (I. Braun 8. 7.); Schwering, Zur

Geschichte des niederländischen und spanischen Dramas in Deutsch-land (A. Banmgartner 8. 7.); Weber, Herbstblätter (W. Kreiten8. 7.). -- Empfe hlenS werthe Schriften. Miscellen:Leo Tolstois neuestes Evangelium;Wissenschaftliche " Bericht-crnattung imTheologischen Jahresbericht"; DaS Nom derPäpste das Rom der Welt.

Kirchenmusikalische Vierteljabrs-Schrift. Heraus-gegeben vom Salzburger Diöcesan - Eäcilien - Verein.X. Jabrgang 1895. Verlag von M. Mlttermüller inSalzburg .

Inhalt des 2. Heftes: Ueber GesangSschnlen (Fort-setzung). WaS ist die Andacht, und in welchem Verhältnissestehen zu ihr die Wirkungen der Musik?

Die Kunst, die englische Sprache in kürzester Zeitu nd in Bezug auf Verst ä ndn, Co ii Vers ationu nd S ch ris t s p ra ch e d urch S elbstil nterricht s i chanzueignen. Von R. Clairbrook. 5. Anst. gebd.2 Mark. Verlag von A. Hartleben, Wien.

Bei Bearbeitung dcS in fünfter Auflage vorliegendenWerkes war des Verfassers vorzüglichstes Streben dahin ge-richtet, den Freunden der englischen Sprache ein Handbuch zuliefern, welches sich als ein verläßlicher und zeitsparender Führerin das Gebäude jener Weltsprache empfehlen dürste. Die Aus-sprache wird hier gleichwie in bewährten größeren Grammatikenvollständig gelehrt, und zwar nach dein altbewährten Systemdes verewigten Professors der englischen Spräche CharlesGaulis Clairinoni. welches System nicht nur m zuverlässigsterW-'ise die allgemeinen Regel» lehrt, sondern auch das einfachstemid doch zugleich schlagfertigste Rüstzeug gegen die vielen vor-kommenden Ansnabmen gewährt. Wird das hier gewonneneMaterial durch die Redensarten und Gespräche dcS praktischenTheiles so viel als möglich ergänzt, so wird endlich dem Lernen-den in der bcigegebcnen und mit einem vollständigen Wörter-bnche versehenen Chrestomathie ein willkommener Schlüssel zudem reichen Schatze der englischen Literatur geboten werden.Und so ist denn hiermit ein Werk geschaffen, dessen Brauchbar-keit dem Freunde der englischen Sprache gegenüber sich in be-friedigender Weise bewährt, eine Thatsache, welche die inner-halb kurzer Zeit erschienenen fünf Auflagen dieses cm-psehlenswcrthen Buches verbürgen.

Dc u tsch e R un d schci u fürGeographie unb S ta t i st ik.Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner heraus-gegeben von Pros. Dr. Fr.'Umlauft. XVIII. Jahr-gang 1896. (A. Hartlebcns Verlag in Wien , jährlich12 Hefte L 85 Pf. Präiiliiucration incl. Franco-Zu-scndung 10 M.)

Auch das eben erschienene dritte Heft des XVIII. Jahr-ganges zeichnet sich durch einen reichen, interessanten Inhaltaus, den wir hier im AuSzuge wiedergeben: Das Klima Ost»Asiciis in wcltwirthschaiilicher und sanitärer Beziehung. VonWilb. Krebs. (Mit 1 K.wte.) London . Von Rudolf Schückin London . (Mit 1 Illustration.) Der Kreis Surgut inWest-Sibirien. Von Peter von Stenin in St. Petersburg . (Mit2 Illustrationen.) Neueste Polarrcise». Von Dr. Gustavv. Hayek. Astronomische und phvsikalische Geographie. DieWunder eines Sicbenzöllcrs. Politische Geographie undStatistik. Ergebnisse der Berufs- und Kcwerbe-ählnng inPreußen . Von A. Tromnali. Berühmte Geographen, Natur-forscher und Reisende. Mit I Porirät: L. v. Lüczy. Geo-graphische Nckrologie. Todesfälle. Mit 1 Portrait: Moriz Will-komm . Kleine Mittheilungen aus allen Erdlbeilen. Geo-graphische und verwandte Vereine. Vom Büchcrtisch. Einge-gangene Bücher, Karten rc. (Mit 2 Illustrationen.) Kartcn-beilage: Vertheilung der Niederschlüge in China inden einzelnen Jahren 18351693 zur Darstellungder Wettervcrlegnng.

O Die Nedaction deö Historischen Jahrbuchesder Görres-Gesellschaft erfuhr mit dem neuen Jahre eineVeränderung. Die Herausgabe dieser Zeitschrift ist jetzt in ver-antwortlicher Weise dem kgl. Sccretär am k. Geheim. Staats-archive in Münckcn Dr. Jos. Weiß übertragen, welcher dasJahrbuch unter Mitwirkung der bisherigen 3 Redacteure Pros.Grauert (München), Pastor (Innsbruck ) und Schnitter (Frci-bnrg) und mit Beihilfe des Assistenten an der Münchener Hof-und Staatsbibliothek Dr. Kampers redigiren wird.

Veranlw. Redacteur: Ad. HaaS in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Gral-Herr in Augsburg .