Ausgabe 
(6.3.1896) 10
 
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gehen zu haben. Möge nur das Deutschtum dort sichforterhalten, und mögen die Deutschen durch ihr ganzesLeben und Wirken kräftig dazu beitragen, das Ansehender deutschen Nation auch weiterhin im slavischen Ostenzu verbreiten I

Recensionen nnd Notizen.

Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wortund Bild. Wien. Alfred Holder , k. k. Hof- nnd Uni-versitäts-Buchhäudler. Heft 2538 Böhmen und Heft1217 Ungarn .

I,. Die vorliegenden Hefte über Bobinen befassen sich mitder Schilderung der romanischen, sodann mit der Entwickelungder gothischen Architektur in Böhmen ; anschließend hieran be-handelt Dr. Chytil die Schilderung der Architektur-Entwickel-ung Böhmens in der Renaissance und Neuzeit. Zahlreiche An-sichten romanischer und gothischer Bauwerke, sowie Abbildungenvon hervorragenden Baulichkeiten der folgenden Kunstperiodenerläutern den Text. Diesen Schilderungen reiht sich würdigeine sehr interessante Arbeit aus der Feder des ProfessorsAugust Sedlazck in Labor an, welche sich mit der Darstellungund Schilderung der Burgen. Schlösser und Besten Böbmcns,von der heidnischen Zeit an bis zu unseren Lagen, beschäftigt.Zahlreiche Typen solcher Bauten, landschaftlich und architektonischdurchgeführt, erscheinen im Bilde als Begleiter dcö Textes. Diefolgenden Hefte umfassen eine Schilderung von Plastik undMalerei vorn Mittelaltcr bis zur Neuzeit, sowie eine solche derKunstindustrie und Landwirthschaft Böhmens . Der Beschreib-ung der forstwirtbschaftlichen Verhältnisse schließt sich sachgemäßjene der Jagd von der berufenen Feder des ObcrforstmeistcröKarl Hcirowsky an. Hier ist eine Abblilduug zu erwähnen,welche des allgemeinsten Interesses sicher sein darf:Aufbruchzur Jagd auf Schloß Frauenberg", und stammt dieses Bildaus jener Zeit, als weiland Kronprinz Erzherzog Rudolf sichin Böhmen aufhielt und an den großen Jagden iheilnahm.Die weiteren Aufsätze über Bergbau und Hüttenwesen bean-spruche» ein hohes Interesse, führt ja die Geschichte des böh-mischen Bergbaues zurück zu uralten Zeiten. Seit dem letztenViertel des ersten Jahrtausends nach Christus ist das Bestehendes böhmischen Bergbaues historisch außer Zweifel gestellt. DieEingangs bezeichneten Hefte über Ungarn bringen die allgemeineund spezielle Darstellung der Comitate Eisenburg, Qedeuburg,Wicselburg und Raab. Neben zahlreichen Landscbafts- undArchitekturbildcrn sind namentlich sehr interessant die Stadt-ansichten von Grau, sowie bildliche Darstellungen aus denweltberühmten Gestüten von KiSbör und Bäbolua. Nament-lich die Abhandlung über die alte Bischossstadt Gran nndderen Umgebung von Körösy ist sehr dcikcnreich. Im letztenHefte beginnt eine sehr klar geschriebene Schilderung desWcißenbiirgcr ComitateS aus der Feder des chcinatigen ungari-schen Ministerpräsidenten Alexander Wekerle. Zahlreiche Illu-strationen von Kunstschätzen aus Gran sowie Landschafts- undStädtebilder zieren die vorliegenden Hefte und lassen dieselbensich gleich werthvoll an die bereits erschienenen anschließen.

Jahresbericht der Herder'schen Verlagsbuchhand-lung für 1895.

* Dieser Bericht gibt einen Einblick in die umfassende Vcr-lags-Thätigkeit, welche die vornehmste kathol. Verlagsbuchhand-lung im Jahre 1895 entwickelt hat. Leider hat die berühmteFirma diesem Bericht einen Nekrolog beifügen müssen, welcherihrem hochverdienten Theilhaber Frz. Jos. Huttcr gilt.

Oettingische Negesten. 1. Heft: 1110 1279. Bearb.von Dr. Georg Grupp, fürstl. Oettingen -Wallcrstcin.Bibliothekar. Nördlingen , Ncischle. Kl. 4°. 52 Seiten,geh. M. 1,50.

Dr. ck. IV. Ansätze und Vorarbeiten zu einem solchenWerke sind von öttingischcn GescbichtSfreundcn und Historikernfreilich schon crlicheinale gemacht worden. Allein erst die löbl.That G. Grupp's bedeutet den rechten, praktischen nnd method-ischen Versuch, der einerseits in weitere Kreise verläsnge Nach-richten über das öttingischc Land und sein Tynastengeschlectitbringen kann und anderseits die unentbehrliche Grundlage füreine so lange schon rückständige Geschichte deö Nicsgan's unddes vttingische» Fürstenhauses zu bieten vermag. Und diesereiche Geschichte darf nicht ungeschrieben bleiben. Darum istdas Unternehmen Grupp's, mögen auch einzelne, vorn allgemeinüblichen Editionsiystem abweichende Eigenarten dieser Ver-

öffentlichung manchem Fachmanne nicht zusagen, ein sehr ver-dienstvolles Beginnen und sollte beschleunigt und gefördertwerden. _

Leben des heiligen Fidelis von Sigmaringen vonk. Ferdinand von Scala, Orü. 6ap. Mainz ,Franz Kirchheim. Mit 20 Abbildungen. Gebd. 4 M.»brosch. 3 M.

Ein wechsclvollcs, farbenreiches Bild, das uns auf diesenBlättern entworfen wird. Im Jahre 1577 zu Sigmaringen geboren, bezog der Heilige, über dessen erste Jugendschicksalewenig bekannt ist, nach Beendigung seiner humanistischen undphilosophischen Vorbildung die Universität Frciburg i. Br., umdie Rechte zu studiren, begleitete dann mehrere adelige jungeLeute auf einer sechsjährigen Reise in die bedeutendsten StädteEuropas und kehrte 1610 reich an Kenntnissen in die Heimathzurück. Ein Jahr darauf erhielt er die Doctorwürde beiderRechte und trat ein in die Advokatur, in der er sich sowohldas Vertrauen der österreichischen Regierung, als auch denEbrentitel eines Advokaten der Armen erwarb. Aber schonbald erging an ihn ein höherer Ruf; er ließ sich umnehmen inden Kapuzinerorden, in dem er als Prediger, Bcickcvatcr undOberer an den verschiedensten Orten wirkte. Ein Muster derArmulb und Demuth, zog er mächtig durch seine Predigten an,wirkte Wunder von Bekehrungen, führte zahllose Calviuisicnzurück in den Schooß der Kirche und pflegte zur Zeit der Pestdie Kranken mit einer Aufopferung, die ihm die allgemeinsteAchtung gewann Als dann Oesterreich im Jahre 1621 dasvon Neligionsbaß und Partciwnth zerrissene Vcltlin und andereTheile von Graubünden besetzte, und der katholischen Religiondort wieder aufhelfen wollte, wurde Fidelis zum Präsekten derneu errichteten rhäiiscbcn Mission bestellt. Allein seine dornen-volle Thätigkeit dauerte nicht lange; kaum ein halbes Jahrhatte er gegen den Irrthum durch die Macht seines Wortesund seiucr katholischen Ueberzeugung gckänipst, da fiel er unterdc» Streichen fanatischer Calvinisten als Märtyrer auf demFelde der Ehre. Benedikt XIV. nahm ihn auf in die Zahl derHeiligen. Das ist in wenig Worten der Inhalt des reichillusirirten Buches, das LebcnSmlv dieses ächten Kapuzinersmit seinem lieben, treuen Wesen; als eine herrliche Lichtgestalthebt er sich ab von dem düsteren Hintergrund des 17. Jahr-bundertS. Die Schilderung, die der Verfasser bietet, ist frisch,lebendig, von reicher Poesie durchhaucht, dabei aber nach Quellenbearbeitet sorgfältig und genau. Keiner wird sie lese» ohneGenuß und Erbauung.

Freu' DichI" Eine Auswahl geistlicher Gesänge. Mitbischöflicher Gcucbmigung. 8° 156 Seiten. Selbstverlagbei I)r. M. Tratter, Benef. in Bozcn (Tirol). PreisMk. 1.. Zu beziehen durch die Buchhandlungen oderdirekt vom Commissiousvcrlag Joh. Falk III. Söhnein Mainz .

Der Inhalt dieses Werkes zeichnet sich durch große Reich-haltigkeit und Mannigfaltigkeit aus, indem für Advent 13 Num-mern, Weihnachtszeit 18, Namen Jesu 14, Fasten 28, Ostern 17,Bittwocke 6. Christi Himmelfahrt 6, Pfingsten 16, Dreifaltig-keit 6, Fronleichnam 24, Herz Jesu 6, Mutter GoiteS 46 rc.Vorhände» sind, wobei nur in wenigen Fällen dieselbe Melodiezu mcbr als cinem Liedcrtext gehört. ES begegnen unS vorallem jene ehrwürdigen Gesänge, an deren Kraft und Innig-keit sich schon vor'Jahrhunderteu unsere Vorfahren erbauten.AnS praktischen Gründe» schien es dem Vcriasser aber nöthig,den kostbaren Perlen alter Dich-tkunst auch neue Lieder beizu-geben." In der Fassung des Textes wie der Melcdieen, welchletztere aus guten Gründen in Choralnotcnschrist aus Vierlimen-systcm wiedergegeben sind, ist mit peinlicher Sorgfalt verfahrenworden. Musterhaft ist die Ausstattung, was Papier , Tcxt-und Notendruck betrifft, vortrefflich die Einrichtung, daß manbei keiner der 232 Nummern jemals das Blatt zu wendenbraucht, also Text und Melodie immer aus Einer Fläche vorvor sich hat. Daß solches nicht aus Kosten der Handlichkeit er-reicht wurde, sei noch besonders lobend bervorgehobeu, sowieauch, daß der Preis von 1 Mk. sehr niedrig ist.

rv. Professor vi. Chr. Wilh. Hnfelands Makro-biotik oder Die Kunst, daö menschliche Leben zuverlängern, erschien jüngst in einer sehr gut ausgestatteten,von Dr. weil. Alfred Manry bearbeiteten Volksausgabe imVerlage von Hugo Steinitz in Berlin . Daö berühmte Buchdes ehemaligen Leibarztes der preußischen Königsiamilie gibtdie wesentlichsten Mittel an, die Gesundheit zu erhalten, die er-schütterte herzustellen nnd Krankheiten zu beseitigen. Daß die