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Wörthstraße 18 a), in dessen Selbstverlag dciS Buch erschienenist, gegeben. Zn ganz besonderer Empfehlung dürste dem Buchedienen, daß der Magistrat München für sämmtliche Schul-bibliothcken, die Lehrer-, Magistrats- und VolkSbibliothck jeein Exemplar dieses Buches anschaffte, ebenso die Rektorateder Müuckcner Mittelschulen jeweils mehrere Exemplaredesselben beschafften.
* Schnlchan Nrnch. Am 15. April d. I. erscheint imVerlag der Mechitaristcu-Bnchdrnckcrei in Wien (VII, 2 Mechi-taristengasse t)!r. 4) „Schnlchan Aruch, Die vier jüdischen Ge-setzbücher" übersetzt von Heinrich C. F. Löwe sou. 2. Anflöge,2 Bände, gr. 8°, cn. 75—80 Bogen. — Die Löwe'sche Ucber-sctznng besteht schon seit 1840, die aber nur sehr schwer mehranizntreiben ist. Da sich Lome sclavisch an das Original hielt,wurde seine Uebcrsetznng holprig und an mancher Stelle fastunverständlich. Die NcuauSgabe ändert an der Uebersetzungnichts Wesentliches, will sie aber in einem lesbaren Deutschgeben. Solange keine authentische Uebcrsetznng des SchnlckanAruch cxistirt, wird diese Uebersetzung, die hinsichtlich der ersten160 Paragraphen des Buches OrachChajim mit der UebersetzungPavlyS verglichen und übereinstimmend befunden wurde, mit vollerBeruhigung benutzt werden können. Die neue Auflage desWerkes, das antiquarisch kaum um 100 M. zu erhalten ist,kostet im SnbscriptionSweg 10 M., nach dem 15. April beträgtder Bnchhändlcrpreis 15 M. Bestellungen zum Subscriptions-preiS sind bis 15. April an den oben genannten Verlag zurichten.
Die Schädelstätte oder Golgatha. Eine Hochschulechristlicher Tugend und Vollkommenheit. Von ?. F.Peters, 0. ss. Q. Mainz, Kirchheim. 1896. PreisM. 1,80.
Der hochwürdige Verfasser hat sich in diesem Buche, ähnlichwie in dem „Oclgartcn Gcthsemane" und dem „Ricbtcrstuhl",zur Aufgabe gemacht, über christliche Tugenden, in denen derErlöser insbesondere bei seinem Lcidcnsgange zur Kreuzigungund bei dieser selbst uns ein so ergreifendes Beispiel war, ab-zuhandeln und den Gläubigen zu empfehlen, sie zur Bethätigungder Liebe Christi anzuregen. Die Diktion ist fließend, lebhaftund beredt, und getragen von tüchtiger Kenntniß der WegeGottes im inneren Leben.
»Die katholische Familie". Verlag der B. Schmid'schcnVerlagsbuchhandlung in Augsburg . Von G. P. Lauten-schlager redigirt.
* Diese Familien-Wochenschrift, welche sich sehr warmerEmpfehlung der geistlichen Obrigkeit erfreut, bietet allen ein-zelnen Familienmitglicdcrn viel Nützliches und zugleich gute Unter-haltung. Sie kostet vierteljährig nur 50 Pfge. und verdient,recht weite Verbreitung zu finden.
Alte und Neue Welt. Das Qsierheft der „Alten undNeuen Welt", das 7. dieses Jahrganges, enthält nicht wenigerals süuf größere erzählende Beiträge. Wohl selten wird einFamilicnblatt, das sich auch die Belehrung seiner Leser zurAufgabe macht, mehr bieten. Außer dem effektvollen Schlußdes Romans „Das japanische Schräukchen" erwähnen wir diean der Spitze des Heftes stehende musikgeschichtliche Novelle„Emanucl Astorga" von A. Schuppe; die spannende Erzählung„Ein Sonderling" von Hermann Hirschfcld und die mit geradezuJean Paul 'schem Humor gewürzte Humoreske „Dr. LabsalsBrautsabrt" von Ncinfried, ein Autor, welchem wir hier zumersten Male begegnen, und zu dem wir der „Alten und NeuenWelt" Glück wünschen. Ist es ja doch leider Thatsache, daßdie meisten unserer heutigen sogen. Humoresken nicht anderesals bessere Schwänke genannt werden müssen. Hier sehen wiruns wieder einmal zum Zeugen eines höchst einfachen Vorgangesgemacht, der durch humorvolle Charakteristik ebensowohl unserherzliches Lachen, als auch unsere Shmpathie erregt. Unter denbelehrenden Aufsätzen nimmt die Würdigung PcsialozziS, vonSchuirath Fr. Wilh. Bürgcl, den ersten Rang ein. Wir sindim voraus überzeugt, daß dieser rühmenswerthc Aufsatz ins-besondere in der Lehrerwelt Dank und Beifall ernten wird.Ueber die neue Nöutgen'schc Entdeckung gibt ein klarer, mitinstruktiven Illustrationen geschmückter Beitrag auS der Federvon U. F. Kinvler, 0. 8. L., populärwissenschaftliche Belehrung.Als Streiflichter auf die Geschichte der türkischen Vorherrschaftin Europa kaun die geschichtliche Abhandlung „Zwei Grober- ,ringen KoustautinvpelS" von Dr. Dcutschmann akiuellcö Juier- >
esse beanspruchen. In das Gebiet der Naturgeschichte gehörtder Aufsatz „Ueber den Schlaf der Säuzcthicre und Bögel"von E. Rüdiger, in das der Naturiabel das reizvolle Märchen„Ein Besuch beim Osterhasen" von Th. Bertholt». Die veilchen-blaue Ausstattung des Umschlags und die Illustrationen sindebenso geschmackvoll als eigenartig.
Engclmann, Dr., II. Staatsanwalt. Die rechtlichenVerhältnisse der unehelichen Kinder nachbayerischem Landrecht. Gcbd. 3 M. 250 Seiten.München , I. Schweißer (Jos. Eichbichler).
-os- Der Verfasser behandelt im ersten Drittel seines Buchesnach einer rcchtShistorischen Einleitung die rechtlichen Verhält-nisse der unehelichen Kinder nach gemeinem Recht, auf Seite95 bis 220 nach dem bayerischen Landrecht, und zum Schlüssebringt er einen Abdruck der diesbezüglichen Bestimmungen deSbürgerlichen Gesetzbuches. Soweit der Verfasser diese äußerstschwierige Materie behandelt hat, ist dies durchweg mit großerjuristischer Schärfe und Klarheit geschehen, leider bat er sichaber zu oft ein Halt zugerufen, weil die Frage nicht streng zumThema gehört oder zu weit führen würde. Bei einer so sehrumstrittenen Materie, wie die vorliegende, wäre eS unserer An-sicht nach nur von Vortheil, wenn man alle Streitfragen, diesich um den Begriff außerehelich gruppircn — und deren sindes bekanntlich eine schwere Menge — hereingezogen hätte; daßdies nicht geschehen, bedauern wir mit Rücksicht auf die sonstigeTrefflichkeit des Gebotenen und auf die praktische Verwendbar-keit des Buches selbst.
Gehet zum heil. Antouius! Von U. Nrscuinö Dossier,0. 8. Ikr. Würzburg, Göbcl, 1896. Gebunden inGanzlcinwand 75 Pfennig.
G Eine Lebenoskizzc des großen Heiligen von Padua unddie üblichen Andachtsübungcn zu demselben! St. Antoniuö isteiner jener Heiligen, die zu den Lieblingen des christlichen Volkeszählen. „Der heilige Antouius ist nicht blos der Heilige vonPadua , er ist der Heilige der ganzen Welt", sagte unlängstPapst Leo XIII . Ein Ordensbruder, ein Mitglied der bayer-ischen Frauziskaucrproviuz vom heil. AutouinS, will in vor-liegendem Büchlein das Leben dcö Heiligen weiteren Kreisenbekannt machen und zugleich dessen Verehrung fördern. DerVerfasser weiß die Feder zn führen; präzis imGedanken, gewandt in der Form, ist er Meister inedler Popularität. Wir können das Büchlein bestensempfehlen. ___
Silbernagl. Dr. Jsidor, o. ö. Professor des KircbenrechtSund der Kirchengeschichte an der Universität zu München ,Lehrbuch des katholische» Kircheurechts zugleichmit Rücksicht auf das im jetzigen Deutschen Reiche geltendeStaatSkirchenrccht. 3. Auflage. NcgcnSburg, NationaleVerlagSaustalt. M. 8.
-w- Silbcrnagl's Kircheurccht, aus dem Bedürfniß nacheinem gut geschriebenen, nicht zu umfangreichen Lehrbuche herausentstanden, bewahrt auch in seiner neuen Auflage noch denCharakter deS Lehrbuchs, indem es bestrebt ist, in großen Zügendem Leser und insonderheit dem Theologen ein klares Bild dieserMaterie zu geben. Wenn der Verfasser dabei von Auflage zuAuflage in steigendem Maße die einschlägige Literatur undRechtsprechung berücksichtigt hat, so werden ihm dafür nichtnur die Theologen, sondern auch die Juristen dankbar sein,die sich in vielen Fällen auö dem Lehrbuche recht guten Rathfür die Praxis holen können.
Der heilige Joseph, als Vorbild und Schutzpatron derchristlichen Ehemänner. Ein Lehr-, Gebet- und Er-bauungöbuch. Von Joh. Völkl, Stistspropst inJnnichen. Innsbruck , Vereinöbuchhandluug. Preisgebd. M. 2.
§. Der nun in Gott ruhende, hochwürdige Verfasser diesesBuches ist bereits seit langem durch sein berühmtes, in allenLändern deutscher Zunge viel und gerne gelesenes „Anna-Buch"bestens bekannt. Wie dieses in der Frauen-, so hat sein„Josephi-Buch" in der Männerwelt einen sehr guten Klang,was schon aus dem Umstände ersichtlich ist, daß abermals eineNeubearbeitung desselben nothwendig wurde. Das Buch ver-dient wegen des praktischen Inhaltes und der leichtverständ-lichen Schreibart allen Ehemännern bestens empfohlen zuwerden. Es wird gewiß großen Nutzen stiften.