Ausgabe 
(8.5.1896) 19
 
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Wägungeu, baß das spezifische Gewicht der Säuren, Basen,Alkohole, Aetbcr den halben, das der Salze dagegen den viertenTheil der Snnnne der Atomgewichte der verbundenen Elementeausmacht.**)

II. Anders verhält cS sich mit der Dichtigkeit der Gase.Berücksichtigen wir nämlich den bekannten Sah von Avogadro,wonach alle Gase bei gleicher Temperatur und gleichem Druckglcichvicle Moleküle enthalten, so ergibt sich, daß sie untergleichen Umständen die gleiche Dichtigkeit besitzen. Wir könnendaher die Dichtigkeit eines beliebigen Gases bei 4" 0 und1 Atmosphärcndruck als Einheit ( 1) annehmen.

Da nun aber alle festen und flüssigen Körper nur mehroder minder stark verdichtete Gase oder Dämpfe vorstellen, soerhalten wir die Dichtigkeit derselben, wenn wir das Gewichteines festen oder flüssigen Körpers von bestimmter Ausdehnungdurch das Gewicht, welches ein gleichgroßes Volumen diesesKörpers im Gaszustande bei gleicher Temperatur und gleichemDruck besitzt,***) dividiren. Einige Beispiele mögen dieserläutern:

1 . Das Gewicht eines Kubikdccimeters Wasserdampf beträgtbei 4°6 und dem Druck einer Atmosphäre 0,793 Gramm.Das Gewicht eines Kubikdecimctcrs ( Liters) tropfbarflüssigen Wassers beträgt bei derselben Temperatur1000 Gramm.

Also v. -- -- 1261 d. h. das tropsbarflüssige

Wasser besitzt eine 1261 mal größere Dichtigkeit als derWasserdampf oder irgend ein anderes Gas unter den-selben Umständen hat.

2. Das Gewicht eines Kubikdccimeters Salmiakgas beträgtbei 4°0 und dem Druck einer Atmosphäre 1,178 Gramm.Daö Gewicht eines Kubikdecimctcrs festen Salmiaks be-trägt bei gleicher Temperatur 1450 Gramm.

Also v-, - 1230 d. b. der feste Salmiak ist

1230 mal so dicht als der gasförmige.

3. Das Gewicht eines Kubikdecimctcrs Quccksilberdampf be-trägt bei 4° 6 und dem Druck einer Atmosphäre17,6 Gramm.

DaS Gewicht eines KnbikdecimeterS metallischen Queck-silbers beträgt bei derselben Temperatur 13570 Gramm.

Also v« --- 769 d. h. die Dichtigkeit des metal-

lischen Quecksilbers ist nur etwa 2/5 mal so groß als diedes tropfbai flüssigen Wassers und des festen Salmiaks.

Stellen wir nach dieser Methode die Wichtigkeiten der ein-fachen festen Körper zusammen, so ergibt sich, daß der Diamantdie größte ( 3330), das Rubidium die geringste ( 202)Dichtigkeit hat und daß die Dichtigkeitsgrade der Metalle ibrenHärtegraden, wie sie Ostwald in seinem Lehrbuch der allge-meinen Chemie Bd. I Leipzig 1885 S. 603 angibt, entsprechen.Damit ist die Richtigkeit des Satzes bewiesen, da es kaum einemZweifel unterliegt, daß die Härte eines Metalls durch seineDichtigkeit bedingt ist.

Eine beigcgebene Tafel gibt ein Bild von der Gruppirnngund Zusammensetzung der Moleküle der einfachen Elemente,Säuren, Salze, wie sie aus dein Obeugesagten resultirl.

Recensionen nnd Notizen.

ckuuKinaiill Lern., In 8 titutiouö 8 tlwolo°'ias ckoZmaticaospeoialis: Nraetatua cks Vratia. 8 °. xp. VI -s- 312.Uatish-onao, Vr. vustst 1896. (VI.) öl. 3,00.

S. Die dogmatischen Abhandlungen des der Wissenschaftund namentlich dem Lehrstuhl allzufrüh entrissenen LöweuerProfessors Bernhard Jungmann erfreuen sich wegen ihrerPrunklosen und klaren Darstellung mit Recht großer Beliebtheit,trotzdem sie in einer Sprache verfaßt sind, die der jungen Theo-

**) Das spezifische Gewicht der atmosphärischen Luft ist

I, 293125:0,0896 14,4356. Verdoppelt man diese Zahl, soerhält man den Faktor 28,87, mit dem Lothar Meyer das aufdie atmosphärische Luft bezogene spezifische Gewicht der Gasemultiplicirte, um ihr Molekulargewicht zu finden.

***) Da ein Kubikdecimeter Wasserstoffgas bei 4"0 und1 Atmospbärendruck 0,0883 Gramm wiegt, so hat man nach

II. L 0,0683 mit dem Atomgewicht eines einfachen und demMolekulargewicht (-- spezifischen Gewicht) eines zusammenge-setzten Körpers zu mnltipliciren, um das Gewicht eines gleichenVolumens dieses Körpers im Gaszustände bei gleicher Tem-peratur und gleichem Druck zu erhalten.

logengeneration unbeschadet des neunjährigen GymnasialbrilleSleider einefremde" zu sein pflegt. Zum sechsten Mal machtjetzt schon der -Vraetatus äs vratia- seinen Gang zu denSchülern der heiligen Göttesgelebrtheit und erläßt uns damitals überflüssig, ihm ein empfehlendes Geleitwort mit auf denWeg zu geben; seine eigenen Vorzüge liegen so auf der Hand,daß er sich, wie früher so diesmal, durch diese selber am wirk-samsten wird einführen können. Die übersichtliche Anordnung,die Befreiung von jedem entbehrlichen Citatcnballast machtJungmannS Handbücher zu Lern- und Wiederholungsmittclnersten Ranges. _

Die Lauretanische Litanei nach Ursprung, Geschichteund Inhalt von Jos. Sauren, Rektor am St.Maricuhospital zu Köln . 78 S. 5 Bg. Kemptcn, Kösel.

V. Vor mehreren Jahren noch bestand die Ansicht, daß derUrsprung der lauretanischen Litanei in's fünfte Jahrhunderthinaufreiche, und auch der Verfasser vorliegender Schrift hatdieser Anschauung früher gehuldigt. - Jetzt widerlegt er dieseMeinung in ziemlich ausführlicher Weise. Die Autoren, welchefür die Widerlegung sprechen, werden nicht bloß citirt, sondernwörtlich angeführt. Auch die auf die Litanei bezüglichen De-krete sind dem Wortlaut nach im Anhang wiedergegeben. DieErklärung des Inhalts der Litanei ist bündig und zutreffend.Daran reiht sich bei jedem Titel eine kurze dogmatische Be-gründung, wie auch die Angabe jener Väter und Lehrer, welcheder allcrseligsten Jungfrau dieselben oder rast dieselben Ehren-namen gegeben haben. Kürze und doch Gründlichkeit, das istder Hauptvorzug dieser Schrift, welcher derselben auch mancheFreunde unter den Theologen erwerben dürste.

Heft 10 des Deutschen Hansschatzes, der, wie wirzu unserer Freude hören, im neuen Jahrgang wieder einigetausend Abonnenten gewonnen hat, bringt die Fortsetzung derprächtigen Erzählung von M. Ludolsf-Huyn: Die kleineLandgräfin, sowie der Nciseiomanö von Karl May : DieJagd auf den Millionenvieb, dann die tief ergreifendeNovelle einer hochgestellten Dame: Ein ewiges Geheimniß,die den tragischen Tod dcö Königs Ludwig II. von Bayern be-handelt. Daran reibt sich wie immer eine reiche Auswahl von'' unterhaltenden und belehrenden Artikeln aus allen Gebieten der, Wissenschaft. Wir heben nur die folgenden hervor: Die« kleinen Religionen von Paris von Dr. I. M. Höhler,! Das Chinin von vr. A. Schmid, Abessinien, ein Blickj auf Land und Leute, Wozu die Chemie gut ist, von A.; Weber, Das Rad als Symbol, von Dr. Dreibach. Außer-i dem enthält das Heft, wie jedes der beliebten Zeitschrift, eine! außerordentliche Fülle von interessanten kleinen Beitraget' Diej Illustrationen sind sehr geschmackvoll und zahlreich.

s OesterreichischesLitcraturblatt, herausgegebue von, der Leo-Gesellschaft in Wien . redigirt von Dr. Franzs Schnürer. (Administration: Wien I., Annagasse 9.) Inhaltder Nr. 6 : Holz hey K., Die Inspiration der bl. Schrift inder Anschauung des MittclalterS. (Univ.-Prof. Dr. BernhardSchäfer, Wien .) (161.) -- Weiß Joh., Die musikalischenJnstrnm.mc in den hl. Schriften des A. T. (StudiendirektorMszr. Dr. A. Fischer-Colbrie, Wien .) (163.) Leit-schnb Fr.. Katalog der Handschriften der kgl. Bibliothek zuBambcrg. I.: Bibelhaudschrikten. (Ist Jld. Veit h, Prag -Emaus.)(165.) Gebbardt Br., Die Aravamina. der Deutschen Na-tion gegen den röm. Host (Pros. L. Wintern, Vraunau i. B.)(165.) Holzmann H., Theolog . Jahresbericht. XIV. Bd.:1894. (au.) (165.) Romstöck F. S., Personalstatistik u.Bibliographie des bisch. Lyceums in Eicbstätt. (165.) Nip-pel d Frdr., Die jesuitischen Schriftsteller der Gegenwart inDeutschland . (166.) Haas G. E., Der Geist der Antike.(Dr. A. Fischer-C olbr ie.) (166.) - Otten Al., Einleitungin die Geschichte der Philosophie. Die Gottesidee, die leitendeIdee der Entwicklung der griech. Philosophie. (Ders.) (166.)Huber Scb., Die Glückseligkeitslehre des Aristoteles und hl.Thomas v. A. (Dr. C. Ludewig, Preßburg.) (168.) Ber-liner A-, Geschichte der Juden in Rom. (Univ.-Prof. vr. L.Pastor, Innsbruck .) (169.) Maag Rud., Daö Habs-burgische Urbar I. (Pros. Max Straganz, Hall i. T.) (170.) Mayer Gust., Lassalle als Socialökonom. (vr. Fricdr.Frhr. zu Weichs-Glonn, Innsbruck .) (181.) DuboisF., Die anarchistische Gefahr. (Sg.) (184.) Voigt A.,Excursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen, (vr. R. v.Kralik, Wien .) (185.) HrabLkI., Praktische Hilfstabellenfür logarithmischc und andere Zahlenrechuungen. (gr.) (185.)

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Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas k Grabherr in Augsburg -