er für's Erste noch in der Stadt am Tiber verweilen.Später soll er sich über Deutschland nach Polen begebenhaben. Die Heimath sah er niemals wieder; wahr-scheinlich zu seinem Glück, denn wie leicht hätte ihndas traurige Schicksal anderer Convertiten treffen können,von denen die schwedische Regierung die Wohlfahrt desReichs und der lutherischen Kirche gefährdet erachtete.Katholische Sympathien zu hegen, war damals im Wasa-reiche ebenso hoffnungslos wie gefährlich.
Aus gleichem Grunde stockte bald der Zugang vonSchweden und Finnen zu den jesuitischen Lehranstaltenund hörte allgemach ganz auf. Es beweist dies einVraunsberger Visitationsprotokoll vorn Jahre 1741. DieFrage: „tznurs ox rsZais et xrovinoiis, xro c;uil>us68b tacta l'unduckio, non 8U8oixig.ntur juvon68?" wurdefolgendermaßen beantwortet: „Lt hniäein Hnod Lvetiana,Ltotlrinin, Vundulinw, HorvoZium, Oaniarn attinot,luorunt primitrm udmissi juvenös Iruinrn irationaur^uairr xluriini, nb eonstab ox raabrioula. ulunrnornurU8<^no ad lanaxora (tai'oti Lveoi, LiZlsrnnndo III.rsZi ?o1onia,6 rofföllis, yni ex odio contra, trnnoregoin conoexto duv8 sx Lveois, ^ni in ulnnrnatnlusrant, czuusi onnr rege kolonia.6 oons^irnssent,orndelissiino snxxlioio nü'ecit, xroinnlgnta. insnxsrlege, N6 nlluL xost trac Kvecoruin alurnna-tninLrun8derg6N86rn ingrediatur, ant aliffi apnd de8uitN8Student, snii a,inis8ion6 donornin suaec^ue lraeredi-tnti8 nunc;narn ndeunda.6, xo3t osnod dscretuin rnrnsex Luevia. et Ootffiu Iino venit, nrodo ssverioriduslegrffus in 60 regno nd lavorern Iiaereseos tubri-cutis,^) piano nullu3.")
Neceusiouen und Notizen.
Heinrich Naspe. Drama in 4 Auszügen von Dr. FranzK lasen. Zweite, neu bearbeitete Auflage. München ,Lentncr. 1896. VI, 111 S. M. 1.50.
-v- Es ist unbestreitbar ein erfreuliches Zeichen, daß Klasens„H. Naspe" in Jabressrist bereits neu aufgelegt werden mußte.Ueber die erste Auflage babcn wir in Nr. 1 der Beilage vorn4. Januar 1895 ausführlich berichtet. Wir können heute darumInhalt und Geist des Dramas als bekannt voraussetzen undwollen nur auf das ueu Bearbeitete hinweisen. Das Stück hatin seiner zweiten Auflage eine thatsächliche Verbesserung erfahren,es hat bedeutend gewonnen. Nicht nur in formaler Hinsicht, inSprache und Metrik, sondern auch im inneren Organismus.Vers und Ausdruck sind gefeilt worden, wie ein Vergleich derbeiden Auflagen leicht ergibt. Der dramatische Ausbau ist festergefügt, die Struktur straffer geworden, vieles tritt plastischerheraus. Die erste Scene des II. Aktes zeigt eine völlig umge-modelte Gestalt, und, waS wir bei unserer citirtcn Besprechungglaubten ehedem aussetzen zu müssen, den Mangel an Entwick-lung und Erklärung im Charakter NaSpcS, daö ist behobenWorden. Ebenso kommt der inneren Geschlossenheit des Ganzenes sehr zu statten, daß der III. Akt jetzt mit dem titanen-trotzigen Selbstgespräche NaspeS schließt und nicht mehr mit dersüßen Abschiedsaric der Elisabeth: „Ich wollt' nach Ungarn gehen." Elisabeth bleibt überhaupt da, Naspe läßt sie (IV. 1)einkerkern, und am Schlüsse des Dramas erscheint sie versöhn-lich nochmals an der Leiche ihres Uebelthäters. Die Geister-crscheinungcn in IV, 3 der alten Auflage sind weggelassen, dasürführt der Dichter den jüngeren Bruder Konrad zu einem psycho-logisch wichtigen Gespräche mit Heinrich Naspe ein. Ucberhanpthaben die neuen Zuthaten und die Streichungen und Kürzungenden Helden sowohl wie die Hauptpersonen des Stückes unsmenschlich näher gerückt. Bei einer Vühneuauffübrung würdeder Dichter ganz gewiß sich auch noch zum Weglassen der An-sprache Elisabeths an den Geist ihres Gemahls bekehren (vgl.unsere Gründe in der angeführten Besprechung). Einer solchen
") sind jetzt abgeschafft und bestehen katholische Gemeindenin Stockholm, Göteborg, Malmö, Gefle; auch im finnischen Abo cxistirt wieder eine katholische Gemeinde.
*°) Aufzeichnungen AhlqufftS im Schwcd. NeichSarchiv.
Ausführung aber und nicht minder einer verbreiteten Lektüredes „Heinrich NaSpe" möchten wir hiemit angelegentlichst daSWort reden. _
Veronika. Schauspiel in 3 Aufzügen von Emilie NingS-eis. Vierte, verbesserte Auflage. Freiburg , Herder.1895. 8°. 91 S. M. 1,40.
-o- Die Lektüre dieses ergreifenden und erhebenden Schau-spiels erweckt im Leser das lebhafte Gefühl des Schmerzes überden großen Verlust, welchen mit dem Hingänge von EmilieRingseis am 4. Febr. 1895 die Dichtkunst, namentlich für unSKatholiken erlitten hat. Die Persönlichkeit der Verblichenen,speciell ihre literarische Bedeutung, ist damals in Nr. 9 und 10der Beilage von feinsinniger Hand in einem verständnißvollenBilde uns vorgeführt worden. Wir dürfen darum von einerbesonderen Würdigung des Schauspiels „Veronika" absehen,dessen Kenntniß ohnehin bei einem Kreise katholischer Literatur-freunde vorausgesetzt werden kann und das mit seinem 1. Er-scheinen 1854 bezw. der Jnscenirung im Museum zu München 1857 den Dichterruhm von Emilie Ningseis begründet hat.Heute liegt es in 4. verbesserter Auflage vor. Freilich moderneTheatergänger wird das Stück nicht befriedigen, und auch dem„Sebastian" würden sich die Pforten des k. Nesidenztbeaters zuMünchen nicht mehr öffnen wie anno 1863. Heute lädt mandort Madame Judic zu Gast, und die jetzt beliebte Dramatikhat zum Zweck nicht nach der Auffassung eines Aristoteles dieReinigung von Leidenschaften, sondern die Erregung derselben.
Das göttliche Drama von Joh. Gruber. Paderborn ,Schöningh. 1896. kl. 8°. 44 S. M. 0,80.
-e- Der verstorbene F. W. Weber hat dem Verfasser aufdie Lektüre dcS Büchleins hin einige liebenswürdige Zeilen ge-schrieben, die zur Empfehlung vorausgedruckt sind. Die Dichtung,in 1 Prolog, 3 Theilen und 1 Epilog, bietet thatsächlich „inedler Form edle Gedanken". Allein das Drama der Welt bezw.der Kirche Gottes vom Engelsturz angefangen in etwa 120 sechs-seitigen Strophen reimloser spanischer Trochäen vorzuführen, istdoch ein grandioser Vorwurs, der ein Genie fordert. Verskünsteaber wie die folgenden erzeugen da wenn auch unfreiwilligeKomik vom Genre des sel. Herrn von Miris:
S. 35: „Manichäer, Pelagianer,
Methodisten, Puritaner,
Nestorianer, Janscnisten,
Zwinglianer, Calvinisten,
Panthcisten, Philosophen,
Socialisten, Theologen,
Anarchisten, MaterielleWiedertäufer, RationelleForscher der Natur, Waldenser,
Herrenhuter, Albingenscr ...u. s. w.
Manassewitsch B., Die Kunst, die arabische Sprache durchSelbstunterricht zu erlernen. II.Aufl. 8°. VIII-s-186 SS.1895. M. 2 geb.
Seidel A., Praktisches Lehrbuch der arabischen Umgangssprachesyrischen Dialektes. 8°, VIII 190 SS. 1895. M. 2gbd. Wien-Leipzig , A. Hartlcben.
Hartmann M., Arabischer Sprachführer: ConverfationS-wörterbuch für Reife und Haus. 32°, XII -s- 313 SS.M. 5 geb. Wien-Leipzig , Bibliogr. Institut. 1895. (II.)Harkouollo los., I>6 ckraFoiuan arabs: 6uicko pratiguo cksI'arabs parls. 12°, pp. XVI -s- 354. Ir. 5 rel. Lsvroutli, Iiibrairio catholiguo. 1894.k Mit dem wachsenden Interesse, das der Orient in An-spruch nimmt, mehrt sich auch die Zahl derer täglich, welchesich an das Studium dcS Arabische» heranwagen, wie auch dieHilfsmittel immer reichlicher werden, welche uns die Kenntnißeiner der allerschwierigstcn Sprachen zuführen wollen. Leidersteht der Werth dieser Bücher in keinem Verhältniß zu ihrerMenge. In Hartlcbenö „Kunst der Polyglotte" war die arabischeGrammatik von Manasscwitsch schon die schlechteste mit Aus-zeichnung : sie wimmelte von Fehlern und bewies in jeder Zeile,daß ihr Verfasser seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Nachseinem Tode hat sich vr. Bohatta des Buches erbarmt und war— wie er allzu mild urtheilend sagt -- „redlich bemüht, diezahlreichen Druckfehler und sonstigen Irrthümer, die sich in dasWerk eingeichlichen hatten, zu verbcsscn". Er hat neueBeispiele hinzugefügt, die Orthographie in der Transscriptioneinheitlich durchgeführt und die Vulgärsprache mehr be-rücksichtigt. Daß er sich WahrmundS Lehrbuch zum Mustergenommen, konnte nur zum Vortheil gereichen. So ist auS.