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einem gänzlich werthloscn und geradezu irreführenden Buch einzwar sehr dürftiger, aber doch nicht unbrauchbarer Leitfaden fürdie allererste Bekanntschaft mit dem Arabischen geworden; dieAusstattung ist vorzüglich, der arabische Druck klar und deutlich. —DaS Lehrbuch von Seidel behandelt nur den syrischen Dialekt,und zwar nur in TranSscriptions-Text, gegen den sich Ein-wendungen machen ließen. Die arabischen Lesestücke sind miteiner zum Rückübersetzen eingerichteten Uebersetzung versehen,was wir nur billigen können, denn mit Uebungen, die keineControle geben und vor Fehlern nicht sicher bewahren, ist für dasSelbststudium nichts gedient. Wer aus dem Bücke etwa erstdie Elemente des Arabischen lernen wollte, würde sich gründlichenttäuscht finden. Die Beispiele, wie auch der Wortlaut derRegeln (z. B. über die Femininbildung) würde ihm ganz unver-ständlich sein, ja geradezu verkehrte Begriffe beibringen. Fürden aber. der die Elemente der arabischen Grammatik schonüberwunden hat, ist das Buch von Seidel sehr lehrreich, beton»derö aber überaus brauchbar zur Vorbereitung für das Ver-ständniß der Sprachführer von Hartmann und Harfonchc. woraufSeidel ja ausdrücklich Bezug nimmt. Leser, die wissen, wieunbeständig und regellos die Aussprache der arabischen Um-gangssprache ist, werden sich nicht wundern, wenn Seidels An-gaben von denen anderer Autoren (z. B. Wabrmund) ganz be-deutend abweichen. — Der Sprachführer von Hartmann, fürAnfänger ein Buch mit sieben Siegeln, ist für den Kenner desSchriftarabischcn ein vorzüglicher, unentbehrlicher Reisebegleiter,der in seiner neuen Auflage an Knappheit und Deutlichkeit be-deutend gewonnen hat. — Auch das Büchlein von Harfoucke,Professor an der Jesuitenunivcrsität in Beiruth, kann dringendempfohlen werden. Es ist wieder ein neues Glied in der Reiheder billigen und trefflichen Lehrbücher, durch welche sich dieDruckerei der Jesuiten um Verbreitung der Kenntnisse in arabi-scher Sprache und Literatur verdient zu machen nicht müdewird. ^
8ssburA Rr., ckosspd Hageln: 8esnss äs !a vis ck'un Zraväartists, traäuib xar .1. äs Rostmx. 8" x. 240. 'i'ours,L. lllams, 1895. (V.) Rr. 2,00 rsl.
LssdurA Rr., ^ nsvslönö: koräitotta Lanleovits. 8°x.II-s-496. Luäaxost, Na^el, 1895. ü. 2,00.a Für höhere und niedere Töchter, deren erste Pflicht essein muß, französisch zu plappern, dürste es interessant sein, zuerfahren, daß Franz Hackers (Franz von Seeburg ) rührendeund gemüthöticfe Erzählung „Joseph Haydn " in einer sehr schonausgestatteten und auch recht hübsch illustrirten französischen Ausgabe vorliegt; man begreift nur nicht, wie es möglich ist,ein solches Buch gebunden um den Preis von 2 Franken zuliefern; die deutsche Ausgabe (2. Aufl. Regensburg , Pustet.16°, 440 SS.) kostet mehr als das Doppelte, ohne Bilder zuenthalten. — Desselben Verfassers „Marienkind" ist von einem»lllaA^ar omber- auf die Puszta verpflanzt worden, ohne da-durch ein naturkräftigereS Gebilde geworden zu sein, nur denNamen mußte es ändern in »Nsvslönö« (Erzieherin), vermuth-lich weil die ungarische Sprache kein passendes Wort hat fürdiese Kindschaft, die sich bei uns zu Lande weichherzige frommeSeelen in besonderem Maße zulegen. Die deutsche Ausgabe des„Marienkind" liegt bereits zum siebenten Mal (16°, 546 SS.Rcgensburg, Pustet. 1895. M. 4,70 gcbd.) vor — ein Beweisfür die Beliebtheit thräncnscliger Lectüre.
Rituals Lomauuw Rauli V. p. w. z'nssu säitnm st aReneäioto XIV. auotum st oastiAatum oui novissima.aeoeäit Lsnsäivtionum st Instrustionuru apxenäix 4°xp. VIII -s- 228 -s- 148. Ratisbonas, Rr. Rüstet 1895(V) 21. 6,00.
S. Diese tadellos ausgestattete Quartausgabe des »RitualsRomanum- wird auch die strengsten Anforderungen befriedigen;sie ist zum Kirchengebrauch vorzüglich geeignet, und es wäre nurzu wünschen, daß man bei uns zu Lande endlich einmal energischden Diöcesanritualien entsage; solange das nicht der Fall ist,können wir mit einem -Rituals Romanum- auch nichts an-fangen. Was hilft es, die herrlichsten Bücher zu drucken, Vor-schriften zu machen, sie immer neu einzuschärfen, Commentarezu schreiben u. s. w., wenn der Sinn für die uralten Kirchen-gebräuche^ unter der Ueberwucherung „volksthümlicher" An-dachten täglich mehr und mehr verloren geht und der Kirchen-vorstand in diesen Dingen so ziemlich thun darf, was ihm seineLaune eingibt. Möchten namentlich die berufenen Wächter Sionsangesichts dieser prächtigen Ausgabe des »Rituals Romanum-gute Vorsätze fassen und sich einmal zu Thaten aufraffen, umder heillosen Zerfahrenheit ein Ende zu machen'.
Raussou 01a, LloervöMl: Novells. 12", 13588. Lrsslau,8. 8eliottlänäer, 1895. 21. 0,75; Asb. 1.00.'
« Ola Hausson hecht der nordische Schriftsteller, der ein-mal — leider allerdings im Namen von vielen Tausenden seinerZeit — unumwunden das hündische Geständnis niedergeschrieben:„Ich habe kein anderes Interesse mehr, als das Geschlechtslebe zustudiren und zu genießen." Ist dieser Qla Haussen mit dem Verfasserobiger Novelle etwa identisch? Die „Meeivögcl" lassen dasnicht erreichen, sie sind ganz anständig. Aber wer weiß? Soein „Moderner" ist manchmal gedeimnißvolll Vielleicht soll derHeld der Erzäblung bereits das impotente Stadium beginnenderGehirnerweichung in Folge übermäßigen „SmdircnS" vor-führen? Die in mäßig gutem Deutsch geschriebene, wirklich äußerstflache Geschichte ist kurz diese: Ein abgelebter, abgehaufter HerrTuveson lernt irgendwo in der Sommerfrische ein gelangweiltesFräulein Berg kennen, sie stehen in Briefwechsel einen Winterüber, treffen sich dann wieder auf Verabredung zur Badekurim Norden, treiben dann in wunderlicher Laune ein kleines Ge-duldspiel zwischen gegenseitigem Ausweichen und Annähern, bissie nach 134 Seiten entdecken, daß sie sich lieben, aber kein Geldhaben, um zu heirathen. Wozu auch das? „Frei wie dieMeervögel und arm wie die Meervögel und stolz wie die Meer-vögcl, so wollen wir lebe», so lange der Schatz vorhält, den wirgefunden haben." Man sieht — die Sacke ist höchst nichts-sagend und geistesarm. Man könnte glauben, das Buch wäreetwa für Bahnhofcolportage gerade gut genug, um damit einStündchen todt zu schlagen und es dann wegzuwerfen. Esmuß aber doch Leute geben, die anderer Ansicht sind, denn anden Schaufenstern sehen wir das Heftchen mit der Aufschrif„Novität ersten Ranges", und die Verlagshandlung ver-öffentlicht in der Sammlung „Unterwegs und Daheim", derdas Buch angehört, nur „die bervorragendsten Neuheiten aufdem Gebiete der schöntu isseuschaftlicheu Literatur von den be-liebtesten Erzählern der Gegenwart". Wir danken für solchetraurige „Perlen", wie diese „Meervögel" sind!
von Berlepsch: Roman-Bibliothek. Jeder Band inroth Leinwand geb. M. 1,50. Verlag von I. Habbel,RegcnSburg.
K Jahrzehnte lang versorgte Frau v. Berlepsch die Tages»presse mit ihren gewandten Uebertragungcn amerikanischer Ro-mane, welche rasch ein ungemcin zahlreiches und dankbaresPublikum fanden. Die gut lesbaren Uebcrsetzungen betrafensämmtlich solche Romane, welche mit einer sehr spannenden,allerdings stets sensationell ausgeputzten Handlung eine vor-treffliche, hin und wieder sogar ungewöhnlich gute Cbarakter-zeichnung verbanden Und dabei hatten sie noch den, beispannenden Romanen nicht immer zu findenden großen Vor-zug, daß sie auch der reiferen Jugend in die Hände gegebenwerden konnten. Kein Wunder, wenn jeder dieser Romanedurch Dutzende von Zeitungen ging! Frau v. Berlepsch batnun den glücklichen Gedanken gehabt, jene Romane in eineRomanbibliothek zu vereinigen, und sie hat einen Verleger ge-funden, der den Plan in zweckentsprechender Weise und, wassehr wichtig ist, zu sehr mäßigem Preise ausführen wird. Dererste Band bringt gleich einen Roman, „Um Ihretwillen", derals Typus dieser Art von Uuterhaltungölcktürc dienen kann.Die Handlung ist sehr verwickelt und im hohen Grade unge-wöhnlich. Eine ebenso interessante Lektüre bieten die folgendenBände. Band 2: Regina; Band 3: In Ebbe und Fluth;Band 4: Eines Weibes Martyrium. Unter Syrlngen; Band 5:Dem Irrlicht gefolgt; Band 6: Geheimmßooll. Der billigePreis (1,50 M. im hübschen Callico-Einband) ermöglicht auchden Unbemittelten die Anschaffung dieser empsehlenswerthenRomane.
Literarischcr Handweiser, begründet, herausgegeben undredigirt von Msgr. Dr. Franz Hülskamp in Münster .24 Nrn. L 2 Bogen Hochquart für 4 M. P. Jahr.
1696. Nr. 1. Inhalt. Kritische Referate überSträter ErlösungSlehre des hl. Athanasius (Ehrhard), Weih-bischof Katschthaler Predigten und Welcher Homilien(Deppe), Rouäinlron Os l» Valiäits äss orälnationsunAlieanss und Rliss Oalsnäar ot Rntriss in Ichs kaxa.1RsZistsr» (Bellesheim), Hansjakob Der schwarze Bertholdund v. Romocki Geschichte der Explosivstoffe (Al- Wurm),Beissel Fra Giov. Angclico da Fiesole (Seb. Hubcr). —20 Notizen über -h Vering'ö Leben und Schriften (HülS-kamp), den Karthäuser Dionysius Nickel (Paulus), die 2. Aufl.Von Pottbast's Ribl. Nist. meä. asvi und verschiedene andereNova (Hülskamp). — Novitäten-Verzeichniß.