Ausgabe 
(22.5.1896) 21
 
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besuchte die Universitäten Jena, Leipzig , Halle,Göttingen, Berlin, Breslau, Prag, Wien und Lands Hut, und kehrte im April 1823 überMünchen nach Tübingen wieder zurück, voll reicherErfahrungen und fruchtbarer Anregungen, um im Sommer-semester 1823 seine Vorlesungen zu beginnen. Wennnun später behauptet wurde, Mähler habe zur Zeit seinerersten schriftstellerischen und akademischen Thätigkeit nochnicht völlig mit dem positiven Glauben harmonirt, nochhabe die Kirche die Liebe seines Herzens nicht von Grundaus gewonnen gehabt, so ist Knöpfler gleichfalls bei-zupflichten, wenn er diese Darstellung verwirft und daraufhinweist, wie Möhler nach allen positiven Zeugnissen vonHaus aus eine tief religiöse, Überzeugungstreue, gläubigeNatur war, für die eS keine Aenderung der Gesinnung,sondern nur der Erkenntniß geben konnte; und wahrlich,wer sich mit Möhlers Schriften auch nur einigermaßenvertraut gemacht hat, der wird sich dem Eindrucke nichtverschließen können, daß ihm hier eine religiöse Be-geisterung, eine so innige Liebe zur Kirche und ihrenInstitutionen entgegentritt, wie sie nur aus dem tiefstenBorn eines kindlich frommen Herzens quellen, nimmer-mehr aber als das mühselige Produkt langer, nüchternerVerstandesarbeit, die doch ewig vom Zweifel angefressenbleibt, erworben werden kaun.

Auf Kuöpflers Schilderung Möhlers als Gründersder historischen Schule näher einzugehen, müssen wir uns,so schwer uns dies auch ankommt, leider versagen; da-gegen sei besonders hervorgehoben der AbschnittDer theo-logische Forscher", worin gewissen Tendenzen und Be-strebungen gegenüber Möhlers Stellung zum Primatins rechte Licht gesetzt wird; wohl hat derselbe früherdas Episkopalsystem möglichst schroff zu vertreten gesucht;aber bei näherer Prüfung kam er bald zur Ansicht, daßsowohl das schroffe Episkopal-, wie das extreme Papal-system in ihrer Einseitigkeit unhaltbar seien. Vielver-handelt wurde auch Möhlers Beurtheilung der Gesell-schaft Jesu ; auch hier haben wir uns nicht zu über-zeugen vermocht, daß er einen incorrecten Standpunkteingenommen, glauben vielmehr, daß er ihr gegenüberdie richtige Linie zwischen rückhaltlosem Lob und unver-dientem Tadel nicht überschritten habe.

Mit seiner berühmtesten und verdienstvollsten Schrift,der Symbolik, und deren Vertheidigung gegen die Ent-gegnung Baur's stand Möhler im Zenith seines Ruhmes;von da an neigte der Stern seines Lebens merklich demUntergänge zu. Nicht als ob seine geistigen Kräfte nach-gelassen hätten; schien er ja doch, in den leistungsfähigstenMannesjahren an einen neuen, aussichtsreichen Wirkungs-kreis berufen, die reifsten Früchte seines gottbegnadetenGeistes erst noch bringen zu sollen. Aber der zarte,schwächliche Körper hielt nicht aus, auch die Erholung inden weicheren Lüsten des sonnigen Südens brachte nurmomentane Erleichterung, keine Genesung, und so siechteer langsam dahin; am Charsamstag dem 14. April 1838bettete man ihn, der in wenig Jahren einen großen Laufvollendet, zur letzten Ruhe.

Wir müssen Knöpfler aufrichtig dankbar sein, daßer dem Andenken seines Vorgängers und Landsmanu.esdieses schöne Gedenkblatt gewidmet hat. Innige Pietätund Verehrung für den allzufrüh Entschlafenen hat ihmHiebei unverkennbar den Griffel geführt, und es ist ihmauch vollauf gelungen, den äußern Lebensgang, wie dasinnere geistige Streben und Weben, Ringen und Schaffen,die ganze lautere, makellose, herzgewinnende Persönlich-

keit dieses außerordentlichen Mannes in so anschaulicherund fesselnder Weise zu schildern, daß wir immer wiedergerne zu dem Schriftchen greifen.. Dasselbe gehört auchkeineswegs der Gattung der raschverwehenden Fest- undTagesliteratur an, sondern ist von bleibendem Werthe,nicht bloß wegen der mannigfachen Correcturen und Be-richtigungen, die es an früheren Möhlerbiographien übt,sondern insbesondere auch deßhalb, weil es eine so sorg-fältige Zusammenstellung aller aus Möhler's Feder ge-flossenen Schriften, Aufsätze, Abhandlungen und Be-sprechungen bietet, wie sie in solcher Vollständigkeitnirgends zu finden war.

Aber noch aus einem andern Grunde verdientKnöpfler's Schrift weiteste Beachtung.BegeisterteVerehrung und Dankbarkeit", schreibt er in der Vorrede,hat bereits an der Geburtsstütte, wie über dem Grabedes gefeierten Lehrers Denkmale aus Stein errichtet;könnte dessen hundertster Geburtstag nichtAnregung werden, an der Stätte seinesletzten Wirkens ein noch schöneres, vielleichtauch dauerhafteres, gewiß aber dem GeisteMöhlers mehr entsprechendes Denkmal zuerrichten: ein Stipendium zur Heranbildungtüchtiger katholischer Theologen? Hiezu sollder Reinertrag dieser Schrift den erstenBaustein liefern, welchem die Verehrer desum die Kirche Christi so hochverdientenMannes ihre Dankesgaben beilegen mögen."

Wir glauben diesen Worten nichts beifügen zusollen und schließen mit dem einen lebhaften Wunsch»,daß Knöpflers Schrift im katholischen Klerus, nament-lich auch unter den Theologiestudirenden, rechtviele Leser finden möge! Dr. I. S.

Beattts Adalbertns

ein Graf Zollern-Hohenberg-Haigerloch,Mönch, Priester und Prior in der nieder-bayerischen Benediktinerabtet Oberaltaich1261 1311von I. N. Seefried.

Leatus Oouksssor Läalbertus ex Lnsvia cls9?erritorio Oonetkntienei §ainilik>. Ocnnitninäe HaMLr'Ioeb xroAenio militari oxortus.

(Vita, Läaldsrti eax>. I.)

In dem AussatzeDie Könige von Preußen und dieFürsten von Hohenzollern sind Abenberg - Zollern, nichtZollern-Abenberg" habe ich die Vermuthung ausgesprochen,Elisabet , die Gemahlin Friedrichs I. von Zollern oder mitdem Löwen, sei als die Schwester Alberts II. von Hohen-berg und als Tante des Benediktiner -Priors von Ober-altaich, Alberts Grafen von Haigerloch , anzusehen, welcher1239 (nicht 1229 nach Schmid) geboren und am26. November 1311 (nicht 1316) in Oberaltaich ge-storben ist.

Meine Begründung für diese Annahme stützte sichauf den Umstand, daß Friedrich II. oder der Erlauchteam 12. Januar 1271 den Grafen Albert II. von Hohen-berg avrmoulus d. h. Oheim oder Mutterbrudergenannt hat, wozu ich noch bemerkte, daß die Darstellungvr. Ludwig Schmids über den in Oberaltaich als seligverehrten Hohenberger Grafen nicht genüge, auch manchesUnwahre enthalte, weßhalb ich auf den Prior Albert(Adelbert) von Haigerloch später speziell zurückkommenwerde?)

i) Beilage zur Augsb. Postzeitung 1894 Nr. 25 S. 198;Separatcibdruck S. 16 A. 34.