Ausgabe 
(29.5.1896) 22
 
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ausgegeben^) und dieselbe als Simplex, nncla ettrivialis qualifizirt, während Biograph Albert HerrnHartwig nur als ersten Gewährsmann bezeichnet hat undes sehr zweifelhaft erscheint, ob Huefnagl am Ende des16. Jahrhunderts mit seiner sehr zweideutigen Dar-stellungsweise Besseres zu leisten im Stande ge-wesen wäre.

Von dem Autor der Vita, ^Idorti wissen wir leiderz. Z. nur anzugeben, daß er den Grafen persönlich nichtgekannt hat, mithin erst nach dem Tode desselben (1311)nach Oberaltaich gekommen ist, hier 1338/39 die Vitaals Prior geschrieben und sich dadurch kein geringes Ver-dienst um die Geschichte der Grafen von Zollern-Hohen-berg-Haigerloch erworben hat.Horr est kriorummomorirr" sagt Hcmmauer unter scherzweiser Bezugnahmeauf den Prediger 6 . 1 v. 11; bloß ihre Namen findetmau in Llortilogio (Chronik S. 38).

(Fortsetzung folgt.)

Berichtigung«

Statt xroenrats in Zeile 5 der Mouumcntinschrist (Beil.Nr. 21 S. 164) ist zu lesen xroourato d. h. xroourants.

Recensionen und Notizen.

Foseplii Dossier gnornlam Lxiseopi 8. LipxolM lusti'tutiouos LatrolvAias, gnas deuno roeonsnit,auxit, sdidit Lsrnardna .InnKmann. Domi IIxars altern. Ooniponts 1896, Dolle. Laueil. 8" La§.X, 712. Lrot. Ll. 5.40.

ch: Dein verdienten Professor der KirLcngeschichte undPatrologie an der katholischen Universität Löwen BernardusJungmann war es nicht mehr vergönnt, die Herausgabe derInstitutionss LatroloZiao des Bischofs von St. Pötten, JosephFehler, Hochselig, zu vollenden. Der Tod überraschte ihn mittenin der Arbeit gegen Ende der Schluß-Abtheilung. Daher diebeinahe 4jährige Verzögerung im Erscheinen derselben. Endlichliegt denn das Werk vollendet vor. Und wir müssen gestehen,der neue Fehler steht durchaus aus der Höbe der Zeit. Diereichen Forschungen auf dem Gebiete der Näterknnde seit demErscheinen der ersten Allsgabe vor fast 50 Jahren sind durch-weg wohl verwerthet. Einzelne Particen wurden neu aufge-nommen. Vorliegende Abtheilung beginnt im 7. Kapitel mitder Darstellung jener Vater und Kirchenschriftstellcr, welche dieIrrthümer des NestoriuS bekämpften. Unter diesen ragt vorAllem hervor der hl. Cy rill»s von Alcxandricn. Außer-dem zeichneten sich aucb aus der hl. Cölestinuö, Papst, derhl. ProkluS, Bischof von Konstantmopcl, und insbesondereunter den asketischen Schriftstellern der hl. NiluS undhl. Jsidor von Pelnsium. Das 8. Kapitel ist eingetheiltin 5 Sectionen. Unter den Bekämpfern der Monophpsiten istder bedeutendste der hl. Papst Leo der Große ; unter densehr berühmten Predigern des 5. Jahrhunderts ragen besondershervor der hl. PetruöChrhsologus und der hl. Maxi m u s,Bischöfe. Gegen die Semipelagianer wandte sich besondersder h l. ProSper von Aqnitanien. Im 6. Jahrh, warenbesonders ausgezeichnet der hl. FulgeutiuS, Bischof vonNuspe, der hl. CäsariuS, Bischof von Alles, der hl. Gre-ge rius, Bischof von Tours, und der bl. Abt JoanneSKlimakuö. Den würdigen Schluß bildet der hl. PapstGrcgoriuS der Große. Verdienterweise findet er eingehendeBerücksichtigung (S. 551611). Nur hätten wir gewünscht,seine Bedeutung als Kirchenlehrer wäre noch mehr betontworden, wie dies nachdrücklich thut Schneider in denThomas-blättern" (2. Bd. S. 289 ff., S. 321 ff.. S. 353 sf.) und mit

^) Gedruckt in der churfürstlichcn Hauptstadt Straubing bei Johann Chrhsostomo Haan 1699 S. 5 u. 6. L§o voro adwoum Lartavionm rodso, oujus Verba. ita. sonant.

") In lilisllo, gnom ds vita, ei wiraoulis 8. ^.1-bsrtj lintz'ua vornaenla, sod stxlo admodnm xerplsxoedidit 8traubinK'ao apuck Olrrzwost;. Laan anno 1699.Huefnagl nennt Albert den seeligen, nicht heiligen Grafen.Adalbcrt Ebner hat den Titel der Schrift Huefnagls mitgetheiltin den Sammclblättcrn zur Geschichte der Stadt Straubing Nr. 123 S. 490.

eingehenden Belegstellen in seinen verschiedenen Werken, insbe-sondere inWissen Gottes" (4 Bde., NegenSburg, Mauz), nach-weist. St. Grcgorius ist für die Kenntniß der Theologie derVater von noch größerem Nutzen wie AugnstinuS. Er hat ebenAngustinus'Weisheit bereits in sich ausgenommen. Er erklärtdie Glaubenswahrheiten mit den gleichen Ausdrücken, wieAugustinus . Was bei diesem jedoch als Most der Forschunggewissermaßen noch gährt und schäumt, ist bei Grcgorius tiefes,aber ruhiges und bis auf den Grund klares Wasser. Spielendgleichsam überwindet er die Schwierigkeiten; ja seine Dictionfließt so leicht faßlich dahin, daß fast den Eindruck macht,als gebe es in der Theologie keine Schwierigkeiten mehr.Ein zum besseren Verständniß der einzelnen Zeitabschnitte gewißnutzbringender Beitrag sind die bei den Hauplvätern beigcgebencnProben ihrer Lehre. Der Appendix bringt die Syrischen Kirchenschriftstellcr aus dem 5. und 6. Jahrh., sowie die Ar-menischen Väter und Kirchenschriflstcller von Bekehrung diesesVolkes an bis in das 6. Jahrh., von letzteren besonders denhl. Grcgorius Illuminator, Bischof von Cäsarea inKappadozien, den hl. Jsaak, Patriarchen von Armenien , mitdem Beinamen des Großen, und den hl. Mesropes, zubc-nannt Mastosins. Die Darstellung der Päpste bis einschließlichGregoriuö d. Er. in der 5. Sectiou bewegte Professor derPatrologie in Löwen Ad. Hcbbelynck, die des Appendix Pros.T. I. Lauch an derselben kath. Universität. Die Addendaauf S. 670 bringen den Literatur-Nachtrag zu Dom. II, p. 1,8 155Lriseillianus". Der genaue Personal- und Neal-Jndcx ist eine recht willkommene Beigabe znr Erleichterungdes Gebrauchs der hiemit vollendeten trefflichen Patrologie.Die Verlagsbuchhandlung sorgte ihrerseits auch für würdigeäußere Ausstattung.

Dogmatische Theologie von Dr. Heinrich, fortgiführtdurch Dr. Gut beriet. VII. Bd. S. LXXIX, 846.Mainz 1896, Kirchheim. M. 12.-.chp Nach geradezu 9 Jahren der 6. Bb. erschien 1837liegt endlich der 7. Bd. der Dogmatik des unvergeßlichen Dom-dekans Heinrich vor. Der Tod überraschte ihn mitten in derArbeit, mit der Behandlung der unbefleckten Empfängnis;.Professor Gutbcrlet von Fulda hat eS übernommen, das großeWerk im Geiste des verewigten Verfassers fortzusetzen. SeineArbeit nun beginnt mit der mittelalterlichen Controvcrsc überdie unbefleckte Empfängnis. Der Fortsetze!.' ist bestrebt, treu denFußstapfen Heinrichs folgend, in streng' kirchlichem Sinneund insbesondere nach Anleitung des heil. Thomas dieGlaubenslehre zur Darstellung zu bringen. Letzteres hindertihn jedoch nicht, in einzelnen Punkten von der Lehre deö heil.Thomas abzuweichen. Ob dadurch die Dogmatik wirklich eineFortentwickclung erfahren hat, dürfte, wenigstens von thomist-ischcr Seite, stark in Frage gestellt werden, und wird dies voneigentlichen Fachzeitschriften auch näher zu beleuchten sein.UebrigenS sind dergleichen Abweichungen geradezu gefordertdurch den, allerdings ganz kirchlichen, molinistischcn Standpunktdes Fortsetzers, und waren deßhalb auch vorauszusehen. BeiAuseinandersetzungen mit einzelnen Dogmatikern oder mit einerganzen Richtung bcmübt sich der Fortsetze! möglichst der Sach-lichkeit nno Ruhe. Gegebenen Ortes werden auch Angriffeandersgläubiger Theologen gebührend zurückgewiesen; so z. B.Harnack's heftiger AuSfall gegen die katholische Genugthuungs-Ichre. Im Unterschied von Heinrich nimmt Gntberlet in denText selbst längere Stellen der hl. Schrift oder aus den Werkendes hl. Thomas von Aguin aus; ob dadurch die Darstellunggewonnen, überlassen wir dein Urtheile des Lesers selber.Der Betrachtung des JnkarnationS- und Erlösungödogma'sgehen im 1. Kapitel voraus Untersuchungen über die Wichtig-keit und den Charakter dieser Dogmen und über den ewigengöttlichen Nathschlnß und die zeitliche Vorbereitung der Mensch-werdung und Erlösung. Der Gott-Mensch Jesus Christus istGegenstand des 2. Kapitels. Der Reihe nach ist da Rede:von der göttlichen Natur und Persönlichkeit Christi ; von seinermenschlichen Natur an sich (daran schließt sich die Mariologic);von der Vereinigung beider Naturen in der Person des Wortes(hypostalische Union) und ihren Folgerungen für den ganzenChristus. Das 3. Kapitel behandelt dann die Vorzüge dermenschlichen Natur des Gottessohnes als solcher und das4. Kapitel die Erlösung. Dem Umfange nach stillen dieVorfragen ein Drittel des Bandes, die sogenannte Christclogiedie Hälfte, die Soteriolozie nur ein Sechstel, wohl nicht imrichtigen Verhältnisse. Allen wird eine sehr willkommene Bei-gabe sein: Porträt und Lebensskizzc deö Verfassers selig