Ausgabe 
(5.6.1896) 23
 
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Auffallend ist es, daß die 3. Ewmerauier Vita unsern^.IbsrtuZ nicht mehr Lsatu8 genannt, sondern durch-gehends mit dem PrädikateLunotuo" ausgezeichnet hat,während die katholische Kirche zwischen selig und heilig,Seligsprechung und Heiligsprechung damalsschon genau unterschieden hat. Das Kloster 3. Emmeramin Negensburg hatte von dem Verfasser zu Oberaltaichschon 1338/39 oder doch bald darauf eine Abschrift derVita Lsuti erhalten. Wahrscheinlich haben

nun die Verehrer Alberts im Benedikttnerkloster zu8. Emmeram unter anderen auch diese Veränderung vor-genommen, hatte sie ja der demüthige Biograph hiezuaufgefordert.")

Die Emmeramer Vita. hatte ohne Zweifel der un-genannte Verfasser der Schrift äo äuoidus Lavurius(13111372), welcher wohl im Kloster 8. Emmeramzu Negensburg gelebt und geschrieben hat, vor sich liegen,als er über Albert bemerkte: soäaw anno viäaliost,ur.eao.xi olriit äowiiius Albertus presbitsr et mo-nuo1lll8 in Obern ältueb, vir 3 umine rsligioniset rnaxims 8Lnotituti3. Wenn I. FriedrichBöhmer in den tontss rerurn Oerinunieurnin I.hiezu angemerkt hat:Der fromme Priester Albrecht,aus dem Hause der Grafen von Haigerlo in Schwaben ,starb am 26. oder 27. November 1311/ so hat erdieses im Hinblick auf die 8. Emmeramer Vita des Bern-hard Pez gethan,") wir haben dagegen jedoch überzeugendnachgewiesen, daß Albert am 26. (nicht 27.) Novemberim Herrn entschlafen ist. Möglich, ja sehr wahrscheinlichist es, daß er am 27. November 1311 in der Kloster-kirche beim Altare 8. Lartbvloinui rs3x. 8. Orucis bei-gesetzt und bestattet worden ist, eine sichere Nachrichtaber über den 27. November als Beerdigungs-tag hat sich unseres Wissens nicht erhalten.

Noch in demselben Jahrhundert, in welchem dieVita, ^Ibsrti geschrieben wurde, hat Abt Petrus ausdem Geschlechte der Ursenböckh^") demselben den obenbeschriebenen schönen Grabstein aus Untersberger Marmoranfertigen lassen. Die Chronik hat als Anfertigungs-jahr 13 94 angegeben/*) auf dem Monumente selbstaber erscheint in kleinerer Schrift (von späterer Hand)am Ranve der Südseite das Jahr 1395 (Ll.660.V6)eingemeißelt. Die Differenz erklärt sich wohl aus demUmstände, daß Abt Petrus den Auftrag zur Anfertigung1394 ertheilte, der Auftrag aber erst im folgenden Jahrein Vollzug gesetzt worden ist.

Unter Abt Ursenböckh (1379 1403) hat man auchangefangen, das Leben Alberts und die Wohlthaten,welche Gott an seinem Grabe der leidenden Menschheitzu Theil werden ließ, in Farben und Malereien darzu-stellen. Einige dieser Tafeln befanden sich nach Huef-nagl bis zur Zeit der schwedischen Bellona im Kapitel-hause mit der Inschrift: ^mio vowini LI.6600.XXXIlewxora Vausrudilis vomim llavobi"") 71b butis

") Vergl. Lxistola ^Iborti krioris Oobbarämn Ooeno-bitaw Lmmoramonsom: »quao Vobis äisxlicsnt, bouo nnimolinprobentur.« Chronik I. 0 . xa§. 586 u. 587; Pez xax. 53?u. 539.

") Stuttgart 1843 S. 139.

°°) Hemmauers Chronik hat S. 455/6 einige Nachrichtenüber das edle Herren- und Nittergeschlccht der Ursenbcck (Ursen-bach) gegeben.

°') I. a. S. 250.

Vita s. LIborti, Straubing 1699, S. 19 u. 20.

Der 29. Abt. der erste infulirte, Jakob Glettner vonRegensburg , reg. lM1438. Sein TepulchralmonuuM findet

oomx 3 .r 3 .tg, est basö l'abuls . / Die älteste dieserTafel-Malereien aber aus dem Jahre 1388 rührte vonk. Petrus her, welcher unter dem Abte Ursenböckh inNiederaltaich Kellner und später nach Huefnagl Prälat inFrauenzell, nach Hemmauer 1389 Abt in Metten ge-worden^) und am 18. Mai 1427 daselbst gestorben ist,nachdem er 38 Jahre und 1 Monat löblich und wohlregieret hat. (Chronik S. 249.)

Unter dem 34. Abte Christianus wurden nachHemmauer am 5. Februar (in l68to 8. Vir-

girÜ8 et Nurt^ris) 1489 Alberts hl. Gebeine vondem Orte des Begräbnisses, wo sie 178 Jahre geruht,erhoben und in den Chor neben dem Hochaltars(in die Mauer auf der Evangelienseite unter einen Schwib-bogen) feierlich übertragen?") Unsere große Chronik,sagt Prior Hemmauer, redet Seite 146 also von der Sache:088g,v6N6rubi1i8k'i'abri8^.äu1bsititran8-Irrta 8unt ab ultari 8. Orucia Oborumper Revörenäum in Obrmw Oatrsin ab Oominum,Oominum Obrmtiunum Tlbbutom anno Oomioi1489 Kon. I'ebr.

Schon in der Erhebung und Uebertragungder Reliquien Alberts unter Abt Christian 1489 liegtder schlagendste Beweis dafür, daß derselbe im KlosterOberaltaich als seliger Mann Gottes bis dahin angesehenund als solcher verehrt worden ist. Daß dieses aberin den folgenden 140 Jahren ebenso der Fall gewesen,dafür spricht die am 25. Juli 1630 erfolgte zweiteund letzte Uebertragung Adalberts vom Hochaltarbezw. von der Mauernische auf der Evangelienseite desHochaltares an die Stelle des jetzigen Hochgrabes, überwelches weitere Untersuchung und Berichterstattung vor-behalten bleibt.

Nachdem 1629 die beiden Thürme der Klosterkirchevollendet waren und die große Orgel von Herrn JohannGeorg Krafft , Bürger und Orgelmacher in Negens-burg, um 1550 fl. erkauft war, stand die Abteikirchevollendet vor Aller Augen und wurde das herrlich undschön gebaute Gotteshaus, das nach Hemmauer"") viel-leicht in Bayern und anderswo wenig seinesgleichen hat,vom Bischöfe Albert zu Negensburg und dem Suffragan-bischof Otto Heinrich am 21. Juli 1630 eingeweiht.

Es waren aber zu dieser Kirchweih geladen "*) KaiserFerdinand II., der durchlauchtigste Chur - und LandsfürstMaximilianus, die Bischöfe von Negensburg (Orämarirw),Wien und Naab, 17 Aebte und andere geistliche undweltliche Neichsgesandte, von welchen es sehr viele sichzur Ehre rechneten, persönlich zu erscheinen oder durchGesandte das Jubelfest verherrlichen zu helfen. PapstUrban VIII. ertheilte vollkommenen Ablaß, Kaiser Fer-dinand II. schenkte einen goldgestickten Kirchenornat imWerthe von 2000 spanischen Thalern.

Nicht den letzten Theil an diesem Festgepränge hattedie (zweite) Uebertragung der Ueberreste des

sich im 22. Bde. des histor. Vereins für Nicderbaycrn (S. 82und Beilage).

") Zweifelsfrei, sagt Huefnagl, hat der abergläubische Feindsie dem Vnloano zur Speise gereichet (1633/34), I. 0 .

°°) Chronik S. 297 u. 298. Abr Christian Tesenbachcr,gebürtig von Salzburg , führte den Abtöstab von 14881502.Sein Erabinonument siehe 22. Bd. des histor. VcreinS fürNicderbayern.

2 °) Cbronik S. 374. Ueber die von Abt Vitus (Hvscr)16221630 ncnerbaute Klosterkirche siehe Stadlbaur Bd. 22deö hist. V. f. Niedcrbahcrn S. 75 u. 76. Die steinerne Stiegeist sehr scbön und als Kunstwerk zu betrachten. Vergl. A. 601

") Chronik S. 577 u. 580 ff.