348
Recensionen nnd Notizen.
Die Freundinnen und andere Erzählungen für jungeMädchen. Von Anna Benfoy-schuppe. Negcns-bnrg, Nationale VcrlagSanstalt. Preis gebd. 4 M., inGoldschn. 4 M. 50 Psg.
Cordelia's Geheimniß. Novellen für junge Mädchen.Von Rcdeatis. RcgenSburg. Nationale Verlagsanstalt.Preis gebd. 4 M., in Goldschn. 4 M. 50 Pfg.n Ueber diese neue, elegant ausgestattete und von den be-liebtesten modernen Erzählern verfaßte Collection illustrirterJngendschriften äußert siL der k. k. Professor I. Repiifch inWien folgendermaßen: Daß heutzutage das Viel lesen ge-radezu ein Bedürfniß ist, wird wohl von niemand ernstlichgcläugnet werden können; große Schichten des Volkes, die vor30 und 40 Jahren nur, wie man zu sagen pflegt, alle heiligenZeiten einmal — irgend ein Buch in die Hand nahmen, be-fassen sich jetzt gar eifrig mit der Lektüre, die einen zu ihremgrößten Nutzen, die anderen zu ihrem größten Schaden,je nachdem die literarischcn Erzeugnisse, die der Zufall ihnenin die Hände spielt, in gutem, reinem, moralischem, oder inschlechtem, schmutzigem, irreligiösem Sinne geschrieben sind. Istdie gute Lektüre für die Menschheit ein Hauptansporn zu edlemThun und Lassen, so ist die schlechte, die unmoralische, dienur auf die Sinnlichkeit berechnete, eines der ärgsten Gifte, dieder armen, viclgeplagten, von so vielen Seiten betbörten Mensch-heit gereicht werden können. Zum Glück, Gott sei es gedankt,haben wir ausgezeichnete VerlagSfirmen genug, welche weitentfernt sind, das Böse, das Schlechte, das Unmoralische zucultiviren- um es dann den Leuten unter verschiedenen mehroder weniger „ziehenden" und verlockenden Titeln, oft umschweres Geld, aufzuhalsen; wir haben VerlagSsirmcn, die es'sich znr besonderen Ehre anrechnen, dem Volke in seinenbreitesten Schichten nur von echt religiösem, von echt mo-ralischem Geiste durchwehte Lektüre zu bieten und es auf diesegar nicht genug zu lobende und anzuerkennende Art und Weisegeistig und moralisch im wahrsten Sinne des Wortes zu hebenund zu bilden. Und zu diesen hochehrcnwerthcn Firmen ge-hört auch die „Nationale VcrlagSanstalt" (früher G. I.Manz) in Regcnsburg, die soeben wieder eine Anzahl inter-essanter Werke herausgegeben hat, die man mit größter Be-ruhigung aus jeden Familicntisch legen, in jede gute Bibliothekaufnehmen und sowohl dem Alter, als auch der Jugendin die Hand geben kann.
Praits äu äroit naturel Idsorigus st uxpligus par Danoroäs
Lottrs, krokesssur anx Vasultss oattrolignes eis Lilie.
Uario, Laross.
Eine Recension mit der Aufstellung einer handgreiflichen„Wahrheit" beginnen, ist mißlich, und doch läßt es sich beider Besprechung des vorliegenden Buches nickt wohl ver-meiden. ES gibt eben derartige „Wahrheiten", die als solche,leider, lange noch nicht allgemein genug anerkannt und be-achtet sind, und so müssen wir denn vor Allem den verderb-lichen Einfluß betonen, den Hugo Grotins auf die Behandlungdes Naiurrechtcs ausgeübt hat. Besorgt über die in seiner Zeitimmer heftiger werdenden Angriffe gegen das Christenthum,suchte er daß Recht vor Gefahren zu sichern, indem er es vonseiner übernatürlichen Grundlage loslöste und es auf einer inder Natur des Menschen begründeten Basis neu aufrichtete.So gut die Absicht, so verhängnisvoll die Folgen. Man darfmit Recht sagen, daß der ganze moderne liberale Staatsbegrisf,und mit ihm der aus diesem entsprungene Socialismus, imKeime in dem Werke Grotius ' enthalten sind. Stahl konntemit voller Berechtigung GrotiuS als den „ersten und schon voll-ständigen Begründer einer Richtung, die in ihrer Folgerichtig-keit mit der Zerstörung der Sitte und des Rechts endet", be-zeichnen. Was sich seit diesem AuSspruche Stahl's ereignet hat,muß auch den Kurzsichtigsten belehren. Liegt nun aber dieWurzel des Uebels in dem Brücke mit der christlichen Rechts-auffassung des MittclalterS, so mutz daS Heil in einem Wieder-beleben desselben zu suchen und zu finden sein. Und von diesemGesichtspunkte vor Allem begrüßen wir mit Freude das Natur-recht Professor Rothe'S. Der vorliegende dritte Band behandeltdas Familien- und Erbrecht mit besonderer Betonung der Er-ziehungösragen. während der 1893 erschienene zweite Band dasEherccht umfaßt. Wie immer zeigt sich Rothe als tiefblickenderPhilosoph, als scharfdcnkender Jurist und, was mehr ist, als«in achter, frommer, gläubiger Christ. Wir können diesem treff-
lichen Buche nur die weiteste Verbreitung wünschen, denn wennunsere Gesellschaft gerettet werden soll, so mutz mit der un-heilschwercn Geistcsrichtnng gebrochen werden, die uns demdrohenden Verderben entgegenführt. Und Klarheit in die Geisterzu bringen, dazu ist Nothe's Buch vortrefflich geeignet. ZumSchlüsse nur noch die Bemerkung, datz dieses elegant undfließend geschriebene Werk nicht zu den trockenen, nur für denFachmann genießbaren Büchern gehört, sondern von jedem, derfür die Bedürfnisse unserer Zeit Sinn und Verstänvniß hat,mit Vergnügen und Nutzen gelesen werden wird. Insbesonderewäre dasselbe den Herren Parlamentariern warm zu empfehlen:es sollte aber auch in keiner Redactions-Bibliothek fehlen.
L. L.
Ave Maria. Ein Waldkapellenstrauß von Gust. AdolfMüller. München , Seitz u. Schauer. 1896. kl. 8°.64 S. M. 2.
In einer Sammlung kurzer Lieder läßt der Dichterdie Scclennoth eines wcltmüdcn Wanderers ausströmen vordcnr gnadenreichen Bilde der Oonsolatrix aktlietoruw. Nureinige dieser Lieder haben was wirklich Ergreifendes. Im all-gemeinen aber leiden sie an einer gewissen Einförmigkeit inFolge der steten Wiederkehr der Sclbsivorwürfe. sie gleichen sichzu sehr, und sowaS stumpft das Zutrauen und die Stimmungdes il Lesers nach und nach ab. Das sind rein künstlerischeGebrechen, und zwar speciell nach unserem Empfinden. Wirsind indeß überzeugt, daß das Büchlein, zumal da es bei hoch-feiner innerer und äußerer Ausstattung spottbillig genanntwerden muß, ein beliebtes Geschcnkwerk werden wird.
Der Katholik. Nedigirt von Joh . Mich. Naich,12 Hefte, M. 12. Mainz , Kirchheim. Inhalt von 1896,Heft IX. September. Dr. Jos. Nirschl, Der Briefwechseldes KönigS Abgar von Edcssa mit Jesus in Jerusalem oderdie Abgarfrage. — De Waal, Der Name Maria auf alt-christlichen Inschriften. — l>r. N. Paulus, Die angeblicheLehre, Christus sei nur für die Erbsünde gestorben. — ?. Jos.Henninger 0. 8. L. — Dr. Seidcnbergcr, Ein hervor-ragender Gelehrter unserer Tage und sein neuestes Werk. —Literatur: OsorAso Oogmu, Luärs kerats, ?aul Labrs, LsVatioan, los kaxss st la Civilisation, lo Oonvsrnsiuenb äsI'Lxliss. -- L. ?. Lseanusd, Llontaiswdsrt. — NikolausSchleiniger, Grundzüge der Beredsamkeit. — Dr. SimonWidmann, vr. Joh. Bumüller's Lehrbuch der Weltgeschichte.— H.. XanusiiZisssr, ckuiks st Catliolignss sn Lartrieirs-HonAris. — Dr. H. Brück, Geschichte der katholischen Kirchein Deutschland im 19. Jahrhundert. — Schreiben des Hochw.Herrn Nuntius Petrus Franziskus Meglia an den Hochw.Herrn Erzbischof Paulus Melchers in Köln . — Dr. G.Natzinger, Lorch und Passau (Nachtrag).
Litcrarische Rundschau für das katholische Deutschland .Herausgegeben von Dr. G. Hoberg, Professor an derUniversität Freiburg i. Br. 22. Jabrg. 1896. 12 Num-mern. M. 9. — Freiburg im Breiszau, Hcrder'sche Ver-lagshandlung. — Durch die Post und den Buchhandel.
Inhalt von Nr. 9: Daschean, Armenische Texte zurApostcllehre. (Vetter.) — Schall, Die Staatsverfassnng derJuden rc. (Ad. Schulte.) — Xabsr, Liavü llosopki Operaomnia. (Arens.) — Balbus, Das Verhältniß Justins desMärtyrers zu unsern synoptischen Evangelien. (Hoberg.) —8olrrsvel, Listoirs äu ssmiuairo äs LruFss. (PlenkcrS.) —Stöckl, Lehrbuch der Apologetik. (Schanz.) — Atzberger, Ge-schichte der christlichen Eschatologie. (Röeler.) — Matthias,Praktische Pädagogik für höhere Lehranstalten. (Egen.) —Ziegler, Der deutsche Student am Ende des 19. Jahrhunderts.(Orterer.) — Muß-Arnolt, Assyrisch-englisch-deutsches Hand-wörterbuch. (Dornstettcr.) — Llsmoirss äu gchusral (st» äs8ainti-OInrmans. (Al. Schulte.) — Wirz, Quellen znr Schweizer Geschichte. XVI. Bd. (Ebses.) — Aus den Briefen des GrafenProkesch von Osten . (Franz.) — Schund, Cäremoniale fürPriester, Leviten nnd Ministranten rc. (Ebner.) — Hilgers,Kleines Ablaßbuch. (Pruner.) — ä'rl.älismar, Xouvells säu-cation äs la ksmms äaus iss olasses eultivsss. (Kcppler.) —Spillmann, Die Sklaven des Sultans. (Seeber.) — Thamm,Am Herdfeucr. (Seeber.) — Börsch, Wieland, der Schmied.(Seber.) — Nachrichten. — Büchertisch.