Ausgabe 
(15.11.1896) 48
 
Einzelbild herunterladen

seit dem Wiedcrcrwachen der tlwmistisch-molinistischenKontroverse auf thomistischer Seite erschienen sind, undverdient vollauf in der speziellen Frage, welche es be-handelt, den Ausführungen V. Schneemann's und seinerMeiuuugsfreundc gegenüber gehört zu werden. Der Ver-fasser verbindet mit einer gründlichen Kenntniß desh l. Thomas und seiner Schule eine sehr bedeutendespekulative Kraft und große dialektische Ge-wandtheit. Die Darstellung ist klar und frisch, dieSprache fließend und gewählt, die Polemik scharfund schlagend, aber durchweg objektiv und maß-voll würdig des großen Meisters, dessen Erklärungund Vertheidigung sie gilt. Den bleibenden sachlichenWerth des Buches fassen wir in das empfehlende Urtheilder officiellen Ordenscensoren, das es an der Stirne trägt:,,Vsram ac 8olidrun 8. Uromas ^uAvlici no8tri llraeceptorstdoetrinam üdslitsr oxpro88am ndiqns rcperimus; atqno allvindicandam osuodom 8. voetoris 8cirolam a rocentiornmaKore88ionidu8 (opus) apprimo idonoum sudicavimas." Sechsvolle Jahre nach Erscheinen dieses Dunnnermuth'schenWerkes, Anfang des Jahres 1893, ließ k. Frins seinoben genanntes Werk erscheinen als Vertheidigung Schnee-mann's, der im Jahre 1885 gestorben, gegen Dummer-muth. Die Darlegungen des Verfassers (Frins) werdenvom Kritiker in der Linzer Quartalschrift angepriesenals ein hervorragender Beweis für seine umfassende Eru-dition und seinen großen Scharfsinn, der Inhalt desBuches als reich und durchaus solid, als nothwendigesKorrektiv des Dummermuth'schen (1) Werkes, als einWerk ausgezeichnet durch Tiefe und Gründlichkeit in Er-fassung der behandelten Frage, durch Reichhaltigkeit deserbrachten Matcriales und durch Scharfsinn und Ge-wandtheit in Führung der Polemik, in der vorwürfigenFrage von maßgebender Bedeutung und klassischem Werthe.Allerdings dürften wir der langen Zeit wegen, welcheFrins zur Herstellung seiner Widerlegung brauchte, etwasrecht Gediegenes erwarten. Aber wie wenig dies derFall ist, zeigt die gebührende Beachtung, welche dem Bucheseitens der Gegner geschenkt wurde. Gleich nach Erscheinenwurde die ganze Oberflächlichkeit des Buches, die Un-kenntnis; des Verfassers mit der alten, aristotelisch-thomistischen Philosophie, seine vielen Textverdrehnngen u.Unwahrheiten in Darlegung der Lehre des hl. Thomas u. derThomisten und dergleichen offen bloßgelcgt von der RevueThomiste, sowie vom Commer'schen Jahrbuch (Artikel:,Meu-Thomisten", welcher noch immer fortgesetzt wird).Nach kaum 2 Jahren gab i>. Dummermnth eingehendeAntwort in dem sub 2) oben genannten und in Nr. 37 derBeilage kurz besprochenen Werke. Dasselbe zerfällt, wiedas gegnerische Buch, in 7 8setiono8. Die 8oetio I a handeltvon den Belobigungen, welche der Thomistenschule vonden Päpsten zuerkannt wurden. Die Abschwächung undEntstellung derselben seitens der Gegner werden dabeitrefflich beleuchtet. In der 8aetio II a wird der Frage-punkt auseinandergesetzt; insbesondere dabei sowohl diewahre (nicht unterschobene) Lehre der Thomisten dargelegt,wie die Meinung der unter sich durchaus uneinigen Moli-nisten. In der Leetio lila wird eingehendst gezeigt, daßder hl. Thomas an mehreren Stellen die praodotorminatio(xraemotio) plrz'eiea gelehrt, so 3. Bot. a 7; 1. g. 19, a. 3;g. 23, a. 1; q. 80, a 2; g. 83. a. I ad. 2 gt. 3; g. 105, a.5; 1. 2. g. 10, a 4; 3 e 6. cp. 70, 88 94 incl.;6omp. Ideolog. ep. 129; 3. ülal. a. 3; ü. Vor. a. 5,ad 1. dagegen die molinistische Meinung verworfen hat.Der Versass er geht dann dazu über, nachzuweisen, daß die Be-hauptung durchaus falsch sei, St. Thomas habe direkt (8eorioIVa) und indirekt (8sotio Va) die prasdotorminatio pilZ'mcadesfreien Willens geleugnet. Bei dieser Gelegenheit werdendie von 9. Frins aus verschiedenen Stellen der Werke desAquinaten vorgebrachten Zweifel gelöst, die gemachtenEimöürfe widerlegt, die falschen Auslegungen berichtigt.Leetio VI a bringt die Lehre der alten Thomistenschule inunserer Frage und den unzweideutigen Nachweis ihrervollen Uebereinstimmung mit der Lehre der heutigenThomisten. 8eotio VII a, behandelt Ursprung, Alter undUrsachen des Thomismus. Die immer wieder neu auf-getischte Fabel, Bannez sei der Erfinder der praomotiopiiz-siea, und die neueren Thomisten müßten nur mehrBanncsiancr genannt werden, wird durch die Anssprüche iauch mancher alten Anhänger Molinas gründlich abge- >

fertigt. Trotz aller phrasenhaften Anpreisungen des Frins'-schen Buches stehen wir nicht an, die Frage, ob St.Thomas die praemotio plrz-oioa gelehrt habe, von k. Dum-mermnth im bejahenden Sinne als unzweifelhaftgelöst zu betrachten. Mit vollem Rechte schreibt letztererim Vorworte zu seiner Antwort auf V Frins: >liste stsicnti oportsd paoato st t.ranquillo animo oxpendi siugulaqnas k. k. Vriii8 in 8>ro opsro oovK688it. Invsni autsmquasoumqns a ms in ro8po»8iono all V. 8o!insomann nllatasuut, nou 8olmn 8olii1i88iinc> niti Inndamsuto, 8sd 6t Maximeeonürmari sx modo 8ingutari quo L. V Vrius dootrinammeam impuKiravst. Osinds in omnibns tsgtimonüs pogitivis6t no^ntivi8, dirsotst st indirsotie a 11. katrs alleKatig, nsovorbulnm quidem doprslrsndi quod ZloliniZdia kavsat; contra,iinrnmsra ropsrii grins Zlolinistis pninm ndversantur. 8tnclluinmsmn Isetori subsioio. Hand <1ubis meenw oonoludet, Dlro-mistns 6886, LMiuanos 8. lllromns disoipnloe, 6t vsros doetrinasTtnAslioi Ooctoris 8eetntors8, ut 608 8nnuni llontllioo8 vocant.;Llolinintas vsro 6886 mnnitsotos dootrinas 8. Mromne ndvor-snrios.- Das Urtheil der officiellen Ordenscensoren überdiese Antwort lautet dahin; -Illud (opno) di»nnm planez'udieavimue nr tzgiis urnndstnr, ntpots 8. Mromns eju8qusLobolas doetriiias einosrs iokeren3, on8quas a persArinis rsoeu-tiorum qnorumdnm interprotationibu8 exrsAis vindieano.r Professor Morgott sagt im oben bereits angeführtenHeft IV der Linzer Quartalschrift S. 904:Den seitSuarez oft erneuerten Versuch, den heil. Thomas zumMolinisten zu machen, halten mir, wie Molina selbst undseilte ersten Schüler: Kardinal Toletns, Percrius n. a.,für ein vergebliches Bemühen." Sapienti ent!

Der Odd-Fclloiv-Orden lind das Decret der Kon-gregation der Inquisition vom 20. August1894. Von Hildebrand Gerber. 60 S. Preis80 Pfg. Berlag der Germania, Berlin .

Der Verfasser ist durch seine früheren ArbeitenSckwindlcrund Beschwindelte" undDie Freimaurerei und die öffentlicheOrdnung", sowie dadurch, daß er den ersten Anlaß gab zurAnsteckung des Margiotta-Vaughan-Sckwindcls, alsgründlicher Kenner der Freimaurerei bei Feindenund Freunden derselben in den weitesten Kreisen bekannt.In der obigen Schrift wird die Geschichte, Organisation undStatistik, Zweck, Bestrebungen und religiöser Standpunkt desOod-Fcllow-OrdcnS auf Grund bester Quellen einergründlichen objectiven Besprechung unterzogen. Auch dieTragweite der den Odd-Fellow-Orden betreffenden kirchlichenBestimmungen wird erörtert. Neuere, auf Ammenmärchen be-ruhende, Angriffe französischer Antürcimaurcr aus den Ordenwerden zurückgewiesen. Die Schrift Gerbers überragt mit Hin-sicht auf Genauigkeit und Reichhaltigkeit der in ihr gebotenenAufschlüsse weit alle bisher herausgegebenen kleineren Schriftenüber denselben Gegenstand. Dieselbe kann daher nicht bloß denKatholiken, sondern auch Nicktkatholiken und selbst Freimaurernund Odo-Fellows aufs Angelegentlichste empfohlen werden.

Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter. Jahr-gang 1896. Zehn Hefte M. 10.80 (oder zwei Bändes M. 5.40). Freiburg im BreiSgau. Herdcr'scheVerlagshandlung. Durch die Post und den Buchhandel.

Inhalt des 8. HeftcS: Die Einheit der Kirche nachdem päpstlichen Rundschreiben 8at.i8 ooßpntum vom 29. Juni1896. (E. Lingcns 8. I.) Die geistliche OrtSscbulaussicbt inPreußen . (V. Cathrcin 8. ck.) Der Orden Unserer LiebenFrau von der Barmherzigkeit. I. (C. A. Kneller 8. ck.)Hundert Jahre Polarforschnng. II. (I. Sckwarz 8.1.) DieKirchenbauten Englands im 11. und 12. Jahrhundert. II. (I.Braun 8. ,1.) Recensionen: Probst, Die abendländischeMesse (St. Beiffel 3.1.); Kots. Oonoilii 6ou8tanoivn8i8. I. Bd.Herausg. von Finke (O. Pfülf 8.1.); Schüch-Grimmich, Hand-buch der Pastoral-Lheologic (A. Lehmkuhl 8. I.); Spillmann.Ein Opfer des Beichtgeheimnisses (W. Krcitcn 8. ll.). -- Em-psehlenSwertbe Schriften. Misccllen: DieKrönungs-scicr des Winterkönigs; Eine heilsame Ernüchterung des Göthe-CultuS in England ; Die neue Kolonie für Epileptische im StaateNew-Aork; Von Antwerpen nach Rom im Jahre 1653.

Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .