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Gedanken, iiicbt in den Worten, auch nicht in der Anziehungs-kraft eines blühenden Lstils liegt." Der Inhalt des vorliegen-den Bandes ist anS den Ueberickriften der iüuf Abhanvlungeuzu erkennen: Die Aufgabe der Apologetik und ibr wissenschaft-liches Recht; Die Bedeutung deS GotteSbegrisfs iin Gottes-glaubeu; DaS Kausalgesctz und die seldinoirkliche Ursache; DasSystem der Eottcsbcwcise; Die Persönlichkeit GoiteS. Amwichtigsten sind die dritte und die fünfte Abhandlung, weil die-selben gegen die Haüpteiuwände der modernen Philosophie ge-richtet sind.
(schanz, Theol. Quartalschrift. 1896. Hest H)
Ueber den Priest er stand. Vortrüge von Joh. Bapt.Lohma nn 8. R Mit kirchlicher Genehmigung. Padcr-born, 1896. Druck und Verlag der Juiifcrmann'schcnBuchhandlung (Albert Pape). 256 S- M. 2.
Der durch seine ascctnchen Schriitcu,. besonders „die Be-trachtungen auf alle Tage des Jahres für Priester und Laien"(in demselben Verlag bereits in 5. Aufl. erschienen), rühmlichstbekannte Verfasser übergibt hier seine in den Studienjahren1870 bis 72 für die Marianiiche Sodalität der Akademikerzu Padcrborn, die alle Aspiranten des geistlichen Standeswaren, gehaltenen Vortrüge rcvidirt und stellenweise erweitertder Ocffcutlichkeit. In 28 Nummern werden die erhabeneWürde des PriestertbninS, speciell des Scelsorgeamtes, diepriesterliche Heiligkeit hinsichtlich ihres Sinnes und ihrer Ver-pflichtung, die pflichtschuldige Heiligkeit des Ordinauden, dieBerufung zum geistlichen Stande, die Gefahren des Priester-standeS sowie die vier niederen heiligen Weihen nebst ihrer Vor-stufe. der Klerikaltonsur (speciell die Verpflichtung zum Tragender Tonsur und der standesgemäßen Kleidung), unter steterZugrundelegung der hl. Schrift und der kirchlichen Disciplinar-vorschrüten, namentlich der neueren und neuesten Zeit (Con-cilien von Baltimore, Prag, Gran, Köln, Utrecht ), mit be-sonnener Ruhe und warmer Begeisterung für das priesterlicheAmt behandelt. Das schöne Büchlein ist vor allem für dieCandidaten des geistlichen Standes bestimmt, und wir wünschtennur. daß alle Zöglinge der Convictc und Seminarien dasselbesich zum Gegenstand eingebender Lectüre und eindringlicher Be-herziguug wählten. Auch dem wirklichen Priester und Seel-sorger kann es,»ur bestens empfohlen werden. Wir selbst hättenfreilich gewünscht, vag neben „den Gefahren des Priester-standes"(S. 172—197) auch die großen Gnaden und Schutzmittel, dieim geistlichen Stand als solchem gegeben sind, der studirendeuJugend vorgeführt worden wären. Denn wie die Berufungzum geistlichen Staude in erster Linie ein Werk der göttlichenGnade ist, so darf auch der Seelsorger in allen seinen Funk-tionen stets auf die Hilfe des „einzigen Hohenpriesters", des-pastor et episeopus a.nimarum< (1 Pctr. 2, 25. Vgl. 1 Petr.5, 4. Hebr . 13, 20), mit unfehlbarein Vertrauen hoffen undbauen!
D. L. L.
Ein Opfer des Beichtgeheimnisses. Frei nach einerwabren Begebenheit erzählt von Joseph SPiIlmann,8. ck. Frciburg i. Br., Hcrder'sckie Vcrlagshaudlg., 1896.
21. Das Ereigniß, welches der vorliegenden Erzählung zuGrunde liegt, hat sich in unseren Tagen zugetragen und wurdevon der katholischen Presse vor einigen Jahren bekannt gemachtund erörtert. Da wir uns jener Mittheilungen der TagrS-blaltcr noch entsinnen, können wir constaijren, daß bei allerFreiheit der dichterischen Ausschmückung, welche der Autor sichvorbehielt, doch die hier vorgeführte Priesterliche Heldengestaltvollkommen der Wirklichkeit entspricht. Die Gewissenhaftigkeitdes Beichtigers, welche hier zu einer dem AUtagsmenschen un-verständlichen Treue und Subtilität gesteigert erscheint, istkeineswegs in zu grellen Farben dargestellt. Nein, in unsererZeit —uns nicht allzuferne gerückt — iahen wir aus dem Schoßedes Pricsterthums thatsächlich die Palme dcS BckeuncrS empor-wachsen. Dieses Zeugniß, daß die Kirche ein Heldenthum anCharakteren erzeugt, wie keine andere Institution, hat ?. Svill-maiin der Welt neuerdings vor Augen gehalten. Er hat es ineine den weiteren Krciicn zugängliche Form gebracht, diese Formausgestattet mit den Vorzügen einer plastischen, lebcnswarmenSchilderung innerer Vorgänge und der modernen, äußerenParieiverhältiiisse — und hat den ganzen Zauber seines an-muthigen Stiles darüber ausgegasten. Die Erzählung biciet,abgrüben von ihrem Werth für die katholische Lesewelt, auchfür Andersdenkende den Reiz einer auf öffentlichen Thatsachenberuhenden merkwürdigen Criimnal-Novellc.
?. Theophilus von Körte aus dem FranziSkaner-vrden. Ein Lebensbild von'!?. Arseniuö Dotzler.München , Schuh u. Camp.
§ DaS Lebensbild eines Reformators, aber eines bessernals es die kirchlichen Revolutionäre des 16. Jahrhunderts waren!V. TbeophiluS war ein OrdeuSmann, der ganz erfüllt war vondem Geiste deö hl. Frapziskus; er liebte die Armuth und Welt-eiitiaguiig, er weihte sich ganz seinem Gotte und dem Wohlestiiicr Mitmenschen. In diesem Sinne suchte er auch auf seineMitbrüder einzuwirken und die ihm zugewiesenen Klöster zuresormireu. Die Schwierigkeiten, mit denen er zu kämpfenhalte, waren groß; aber das heroische Tugendbeispiel, das er-gab, überwand dieselben. Der gute Same, den er ausstreute,fiel auf fruchtbares Erdreich und brachte huudertiältige Frucht.?. Theophilus. ist im Januar heurigen JabreS von Papst Leoselig gesprochen worden. DaS von einem Ordensbruder des-selben verfaßte Leben ist für das Volk bestimmt, dem entsprechendkurz angelegt und in einfacher, edier Sprache geschrieben.
Blüthe u n d F r uckt. Erzählungen. — Herzenswünsche.Erzählungen, Von Rcdeatis. 2 Bände mit je 2 Ab-bildungen in Phorogravure. Regensburg , Nationale Ver-lagöaiistalt. gr. 8°. Preis brosL. ä M. 3,—; eleg. geb.ä, M. 4,— ; mit Goldschn. ä M. 4,50.
4. R. Rcdeatis, diese bereits in der ganzen gebildetenWelt allgemein bekannte und hochgeachtete Schriftstellerin, derenuncrmüdctcm, geistvollem Schassen daS Lestpnblikum in allenseinen Schichten schon so herrliche geistige Genüsse zn verdankenbat, überrascht uns abermals mit nicht weniger als zweiBänden von Novellen; , der erste enthält: Blütbe undFruLt;— Schein und Sein (262 S.); der zweite: Herzens-wünsche; Meine Geschichte; — Gertrud (263 S.), beide inschönem Großoeravsormat. Wir können diese zwei Bücher derberühmten Verfasserin dem deutschen Lesepnbliknm ausS wärmsteund angelegentlichste zur Anschaffung anempfehlen. Es paßtdiese Lectüre sowohl auf den Tisch des vornehmen Salons,als auch auf jenen der einfachen, bescheidenen Laudstube,-jeder Stand und jedes Alter wird diese Bücher wegen der indenselben vorkommenden überaus ergreifenden Situationen undrührend schönen Momente mit gespanntester Aufmerksamkeitlesen und gewiß vollends befriedigt wieder aus der Hans geben.Gern möchte der Gefertigte von den zwei Büchern, die manwohl mit Reckst als überaus zarte, als köstlich duftende Blüthenauf dem mächtigen Baume der deutschen Belletristik bezeichnenkaun, eine kurze Inhaltsangabe liefern, doch er müßte be-fürchten. dadurch das Interesse für dieselben abzuschwächen;gern überläßt er es daher den lieben Lesern und Leserinnen,sich an diesen herrlichen Lebensbildern voll und ganz zu er-freuen und durch deren weitere gütige Empfehlung i» den ihnennahestehenden Kreiicn denselben noch recht viele gute Freundezu gewinnen. Werke, wie die von Rcdeatis. sind eine Zierdejeder Bibliothek, ein Glück für jede Familie, sie sind Perlen inuiticrer schonen, stolzen, großartigen Literatur. Wir könnendaher nicht umhin, den herzlichen Wunsch auszulprcchen, esmö.tcn sich dafür auch recht viele Käufer finden, damit aufdiese Art die Mühe und Arbeit der im Dienste der gutenSache, der wahren, echte» Bildung und Erziehung unseresVolkes, rastlos und Mit den größten Opfern thätigen VerlagS-firmn allgemein anerkannt und daiür wenigstens theilweiseentschädigt und gelohnt erscheine. — Die Ausstattung derBücher ist eine durchaus elegante, der Preis auffallend billig.
Geschichten aus alter Zeit. (Meier Helmbrccht — PeterBuchwald, der Husit — Leben und Abenteuer des Sim-piiclus.) Für daS Volk und die reifere Jugend. VonOtto v, Schachtng. Mit 2 Bildern. Regensburg ,Nationale Verlagsanstalt. gr. 8°. Preis broich. M. 3,—,eleg. gebd, M. 4,—.
ll. R. Der Referent hält sich vollkommen überzeugt, daßdieics vornehm ausgestattete, durch und durch echt nationaleund geistvoll geschriebene Werk in Kürze einen großen Leser-kreis, namentlich in unserer, für Ideale begeisterten Jugend,sich erobern, daß es allgemeinen Beifall und uiigctheilte Aner-kennung finden wird. Es ist diese Lectüre so reckt danach an-gethan, um den Leser stundenlang aufs augcucbmste zu unter-halte», ihn zu zerstreuen und zu erheitern; dieselbe ist ein echterSorgenbrecher, denn wenn man in diese köstlichen Geschickten,Nitterkämpfe und Abenteuer sich vertieft, so wird man wenigstensaus einige Zeit über die Misvre und die Unannehmlichkeitendes Augenblicks glücklich hinweggetäuscht; mau hat da eine Zeitvorsieh, die einem völlig fremdartig erscheint in allen ihre»