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Gewohnheiten, in ihren Bedürfnissen, in ihrer BeschäftigungUnd in ihren Lebensamchaunngen, nnd hat man diese überausspannenden nnd interessanten Situationen zuletzt glücklich hintersich, so freut man sich unwillkürlich, dass dieics lauter teinpipassati sind und wir zu einer Zeit leben, in der nicht mehrdas so gefürchtete „Reckt deö Stärkeren" die entscheidende In-stanz bildet, sondern Reckt und Geictz sowohl den Starken alsauch den Schwachen beschirmen und den geordneten Bestandder menschlichen Gesellschaft sickern. — DaS Buch verdient alsGelegenhcitsgcsckcnk ganz besonders für unsere liebe reifereJugend die allgemeinste Verbreitung; eS ist so reckt geeignet,den biederen eckten deutschen Sinn zu Pflegen, zu kräftigen nndzu erhalten.
Baherntreue. Historische Erzählung aus dem 18. Jahr-hundert. Für das Volk und die reifere Jugend vonOtto v- Sckaching. Mit 2 Abbildungen in Photo-gravüren. NcgcnSbnrg. Nationale VcrlagSanstalt. gr. 8°.Preis brosch. M. 3,—; eleg. gebd. M. 4.—.r. Seit Hcrman von Sckmid in seinem „Jägerwirth vonMünchen oder die «Lendlinger Mordweihnackt" das in der Ge-schichte BaheruS so creignißsckwere Jahr 1705 znm Gegenständebelletristischer Darstellung gemacht hat, ist kein zweiter bayer.Schriftsteller demselben Sujet mit solcher Hingabe und solchlebhaftem patriotischen Empfinden gefolgt, wie Otto v. Sckachingin dem vorliegenden Bücke. Mit Reckt bemerkt der Verfasserin den einleitenden Worten, daß die Helden seiner Erzählungden gleichen Anspruch auf die Bewunderung der Nachwelt er-heben dürfen wie ein Andreas Hofcr nnd die anderen TirolerFrciheitshclden. In einer Zeit, die, wie die heutige, bald offen,bald geheim gegen Vaterland nnd Dynastie arbeitet, ist eS einVerdienst, dem Volke nnd der Jugend ein Bück zu.geben,welches der Verherrlichung des Vaterlandes uns dem Rubineder Vorfahren gewidmet ist. Was der „Baherntreue" eine be-sondere Bedeutung verleiht, das ist die gewissenhafte Sorgfalt,womit die Thatsachen der Geschickte für den Gang der in dreiTheile zerfallenden Erzählung herangezogen wurden. Wir sindsicher, daß das schöne Buch mit lebhaftem Beifalle aufgenommenwird. Nickt unerwähnt dürfen die prächtigen Abbildungenbleiben, welche von der Hand eines hervorragenden Münchener Künstlers gefertigt, zwei ergreifende Scenen aus der Erzählungschildern. Desfrcgger'scken Geist athmet geradezu das Bild:k. Haspicder vom Kloster Weyarn segnet dkd znm Kampfe aus-ziehenden Oberländer. Als „Weihnachtsgeschenk" wird Schachings„Bayerntrene" sicher vielen Herzen Freude bereiten.
Die 43. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands bat folgenden Beschluß gesagt: „Die 43. Generalversammlungder Katholiken Deutschlands bedauert, daß in katbol. Familienvielfach Bücher'und Zeitschriften Eingang finden, welcheden Glauben und die gute Sitte gefährden; sie hält es für Gc-wissenSpflicht eines jeden Katholiken, diese schädliche Lectüre fern-zuhalten . . , Im Sinne dieses Beschlusses ist ein Unter-nehmen des Verlages von F. W. Cordier in Heiligenstadt (EichSfcld) gehalten. ES nennt sich „Cordierö illustrirteVolköbibliolbek" und ist bestimmt, der Verbreitung jeneroft so bedenklichen Hefte entgegenzuwirken, welche namentlichauch durch ihre äußere Ausstattung darauf berechnet sind, dieKauflust der heranwachsenden Jugend und des Volks zu er-regen. ^ Die Ausstattung ist fesselnd, dabei geschmackvoll. Dieim ersten Bündchen geborene Erzählung „Um eine Handbreit"ist von ergreifender Wirkung. Nicht bloß, daß die unseligenFolgen der Prozeßincht — überhaupt des nachbarlichen Streites— in einem erschütternden Bilde gezeichnet werden: daS rührendeWirken aufopfernder kindlicher Liebe bildet das versöhnendeGcgenbild. — DaS Unternehmen der „Cordier'scheu VolkS-bibliothck" cst jedenfalls sehr cmpfehlenSwerth. Der PreisPer Bündchen beträgt nur 50 Pf.
„Kreuz und Schwert", Münster i. W. Inhalt desOktoberhestes: AnS dem Innern Deutich-QstasrikaS. — Ausder Togo-Mission. — AnS der Benediktiner -Mission Lnkulcdi.
— Aus der Mission der Vater vom hh. Herzen Jesu in Nen-Guinca. — Von Sansibar zum Kilimandscharo . (Fortsetzung.)-- Die Tochter des Sklavenhändlers von Sansibar . (Schluß.)
— Gefahren im Missionsleben. — Kleine Nachrichten. — Ajrika-VereinS-Einnahmen. — Quittungen über die beim Herausgeber
eingegangenen Gaben. — Sprachrohr. — Büchersckan. — Il-lustration: Elefanten im Uiwalm — Auf dem Umschlag: AusPins' IX. schweren Tagen. Historische Erzählung von A. deLamothe. (Fortsetzung.) — (Halbjährlich 75 Psg., mit Porto90 Pfg.)
Weiß, vr. I. B. von, k. k. Hofrath, Weltgeschichte, dritteverbesserte Auflage. Lieferung 154—161. Graz undLeipzig 1896. Verlags-Bucbhandlnng „Styria". Preisder Lieferung 50 kr. — 85 Psg.
Mit dem nun erschienenen Bande XX dieses epochalenWerkes treten wir in unser Jahrhundert ein. Dieser Bandumfaßt zwar nur sechs Jahre (1800-1806), aber es ist einepolitisch bäckst interessante, gewaltig erregte Zeit. Die Revo-lution bar ihren Bändiger gefunden und Frankreich , das inFolge der Revolution in einer unsäglichen Verwirrung war,durch Bonaparte eine neue Verfassung erhalten. Mit welch'schöpferischer Kraft und organuatorischem Talente Bonapartedabei zu Werke ging und die Umgestaltung Frankreichs voll-führte, kann nur Bewunderung erregen, und die Verwaltungdie er schuf, besitzt Frankreich heute noch. Aber Napoleon fandund suchte nicht seine Befriedigung darin, die inneren ZuständeFrankreichs zu ordnen; von einem Manne, dei- die Beweglich-keit selber war, konnte man keine Nnbe erwarten, ibn be-herrschten zu sehr zwei Leidenschaften: Ruhm und Krieg.Wir sehen, wie er sich aufmacht, um die Welt zu erobern undumzugestalten, wie er alte Tbrone stürzt und Siez an Siegüber die gefürcbtetsten Heere deS Festlandes an seine Fabuenheftet. Vermöge seimr Macht ist er gewissermaßen der Herrschervon ganz Europa, selbst Rußland steht unter seinem Einfluß,nur das meerumgürtete England hält stolz sein Banner undsetzt der drohenden Weltherrschaft zähen und wüthigen Wider-stand entgegen.
Achtzig lehrreiche Geschickten sür Erstcommuni-kanten sür die Zeit vor und nach der ersten heiligenCommnnion. Nach den besten Quellen von vr. J os.Anton Keller, Pfarrer in Gottcnheim. Vierte ver-mehrte Auflage. Mit einem Stahlstiche. 8°. (XVI u.238 S.) Mainz , 1896, Franz Kirchheim. Preis geh.1,50 M., gebd. 2 M.
Im Erstcommunion - Unterricht machen solche Geschichteneinen ganz besonders tiefen Eindruck, bei denen es sich nichtbloß um den Inhalt, sondern auck um Erwccknng frommerund andächtiger Gefühle handelt. Dazu leistet dieses bei Seel-sorgern und Katecheten, Eltern und Kindern so beliebte, weit-verbreitete Büchlein nicht nur bei der Vorbereitung der Kinderzur ersten heiligen Commnnion ausgezeichnete Dienste, sonderneS belebt auch nach der ersten heiligen Commnnion den Eiferzum öfteren und würdigen Empfang derselben und zur gewissen-haften Benutzung der auS dem hl. Meßopfer uns zufließendenGnadenschätze.
Das Hotel Niorres. Eine Erzählung frei nach dem Fran-zösischen des Ernst Capcndu von H. von Vcltheim.Zweite Auflage. Zwei Bände. 8°. (415 u. 449 S.)Mainz , 1897, Franz Kirckhcim. Preis geh. M. 6,—.In 2 eleganten Callicobänden M- 8,—.
ES ist eine überaus dunkle spannende Geschichte, die sichallmählig vor dem Auge des Lesers entrollt und befriedigendauslöst. Die Erzählung spielt in der Zeit unmittelbar vor derfranzösischen Ncvolntion und bietet eine iu's Einzelne gehendegetreue Schilderung der damaligen Zustände. Ein besonderesInteresse gewinnt die Erzählung dadurch, daß eine Reibe Per-sönlichkeiten. die später in der Revolution und im Kaiserthumeine Rolle spielten, in ihren ursprünglichen ganz anders ge-arteten Verhältnissen dem Leser vorgetübrr werden. Daß keineL-ilbc darin vorkommt, welche irgendwie das sittliche Gefühlzti verletzen geeignet wäre, versteht sich eigentlich von selbst,dürste aber doch bei der heutigen sogenannten „realistischen"Tendenz unserer Nomanliteratur besonders hervorgehoben zuwerden verdienen. IV.