Ausgabe 
(1.7.1880) 1
 
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M i s e - l l - n.

(Limpson >8 oominZ".) Aus Portland, Oregon , wird folgende ergötzlicheGeschichte gemeldet: Spitz, ein Reisender für ein Kleidergeschäft, wurde in Wall« mitA. D. Simpson, Reisenden für ein Putzwaaren-Geschäft bekannt und beschlossen Beide,dieselbe Tour zu machen. Am Tage der Reise nach Waitsburg wurde Simpson jedochdurch Umstünde verhindert, mitzureisen, gab aber Herrn Spitz den Auftrag, den Leutendaselbst anzuzeigen, daß er kommen würde. Herr Spitz versprach, diesem Auftrag nach-zukommen und reiste ab. In Waitsburg angekommen, ließ derselbe sogleich große An-schlagzettel mit den WortenLimpson is eominK" drucken und sowohl an allen Eckenund Zäunen der Stadt als auch in den Indianer-Dörfern der Umgegend ankleben. Alle,welche diese Zettel lasen, wünschten zu erfahren, wer dieser Simpson sei, ob ein Circus-Direktor, ein Menagerie-Besitzer oder ein Seiltänzer. Die Indianer suchten sofort Arbeit,einen halben Dollar zu verdienen, umSimpson" sehen zu können und die Stadtjungensammelten alles alte Eisen, Blechbüchsen und Lumpen, um sich Geld für denselben Zweckzu verschaffen. Endlich kam der Tag, an demSimpson" ankommen sollte, die ganzeStadt war in Aufregung, die Indianer kamen in großer Zahl, und an allen Ecken hattensich Gruppen gebildet, die aufSimpson" warteten. Da sah man die Postkutsche vonweitem, aber zugleich erschienen auch ein halbes Dutzend Jungen mit Handglocken, undläutete!» an allen Ecken, indem sie ausriefenLiw.xson is evming!^ un-d zwei Neger,ebenfalls mit Handglockcn, eilten der Kutsche entgegen und läuteten, bis dieselbe vor demHotel hielt. Das Gedränge vor demselben war groß, die ganze Bevölkerung war dortund jeder wollteSimpson" sehen. Simpson hatte die Anschlagzettel gesehen und wußtegar nicht, was er davon denken sollte, mit großer Mühe arbeitete er sich durch das Ge-dränge, um das Hotel zu erreichen, da wurde er Spitz gewahr und es ging ihm nuneinLicht" auf. Der Herausgeber derTimes" war anwesend mit einer Rechnung vonDoll. 25 für Anschlagzettel u. s. w welche Simpson sogleich bezahlte, und als es be-kannt wurde, daß Simpson kein Seiltänzer, sondern bloß ein Handlungsreisender sei,war das Bedauern und die Enttäuschung allgemein.

Landrichter: Kaum zum eilften Male wegen Diebstahl aus dem Gefängniß ent-lassen, ist er jetzt schon wieder hier! Kann er denn das Stehlen gar nicht lassen,KriSphulcr? Gefangener: Nee! Landrichter: Zum Henker! es ist ihm doch nichtangeboren! Leider Gottes doch, Herr Landrichter, ich hab ein Paar Nabeneltern gehabt.

(Bureaukratische Höflichkeit.) (Gegenüber der Excellenz, welche zu hustengeruht, unter tiefster Verbeugung.)Euer Excellenz erlauben, gnädigst zu bemerken, daßHochdicselben Dero unschätzbare Gesundheit im Feuereifer für daS Wohl des Staateszu wenig schonen. Allerunmaßgeblichst gesagt, wäre nicht alljährlich für Euer Excellenzeine sechsmonatliche Badekur in Karlsbad oder Pyrmont angezeigt?"

Ein Bauer, der sich auf der Gallerie des ungarischen Nationalversammlungs-Saales befand, soll, da die Adreß-Berathungen gar kein Ende nahmen, gesagt haben:Na, wenn die Herren schon mit der Adresse nicht fertig werden können, wie viel Zeitwird dann der Brief erst wegnehmen?"

Ein bekannter Wucherer wollte mit einen: Wiener Fiaker fahren.I kann nitEw. Gnaden fahren," antwortete der Fiaker,denn schau'n Ew. Gnaden, wenn i mitIhnen fahr', so sag'n die Leut': da fahrt der Spitzbub', der Hallunke! und i weiß dannniemals, geht's mi an, oder Ew. Gnaden."

Ja," sagte ein Offizier,wenn ich so unglücklich wäre, einen dummen Sohn zuhaben, nichts Anderes als ein Geistlicher sollte er werden." Ein Prediger, der inder Gesellschaft zugegen war, antwortete gelassen:Sie denken da anders, mein Herr,als Ihr Herr Vater dachte."

Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterariicbc'.i Institus von Or. M. Hnülcr.