hastig aus dem Zimmer, als fürchte er sonst von seinen schmerzlichen Empfindungen völligüberwältigt zu werden.
Auch Doktor Bernard nahm jetzt Abschied, denn er ging wieder nach Sorrent zu-rück, während Bloomhaus sogleich und auf direktestem Wege in sein Vaterland zurück-kehren wollte. Vergeblich hatte der Baron dem Arzt eine ansehnliche Summe als Ent-schädigung für seine großen Bemühungen angeboten, der Franzose wies sie mit Ent-schiedenheit zurück. Ich bin nach Italien nicht als Arzt gekommen, cntgegnete DoktorVernarb mit feinem Lächeln. Lassen Sie mir das angenehme Bewußtsein, Ihnen einenkleinen Dienst erwiesen zu haben. Ich habe Sie sehr hoch schätzen gelernt, Herr Baron,und Ihre aufopfernde Bruderliebe werde ich bewundernd im Gedächtniß erhalten.
Die beiden Männer schüttelten sich die Hände und nun setzte Jeder seinen Wegin entgegengesetzter Richtung fort.
(Fortsetzung folgt.)
Die Stätte, wo das Pontificat Petri seinen Ursprung nahm.
Reminiscenzen und Reflexionen aus dem Orient von Carl Schnabl.
Es war im Monate Juni vor zwei Jahren, als ich auf einer ausgedehnten syrisch-palästinischen Rundreise von den eisgckrönten Höhen und wettergesurchten Felsen desgroßen Hcrmons Herabstieg, um zu den Jordansquellen, welche dein hohen Hermon ihrDasein verdanken, zu gelangen. Der Hermon, ein 7 bis 8 Stunden langer, mächtigerin nordöstlicher Richtung Palästinas gelegener Gebirksstock, bildete die Grenzmarke fürdie Heimath Israels. Die Naturerhabenheit und Schönheit dieses Bergriesen, der mitseinen höchsten Gipfeln (gegen zehntausend Fuß) in die Region des ewigen Schnee'sreicht, drückt der Psalmist am schönsten und besten durch die Worte aus: „Tabor undHermon jauchzen in Deinem Namen." Naiurhistorisch, sowohl in geologischer Beziehungals durch seine Flora und Fauna, ist er sehr merkwürdig. Der von einem reichenSagenkreis umwobcne Berg ist aber auch historisch von hoher Bedeutung. Er giltgeradezu als palästinischcr Blocksberg, a^s dem die Heroen furchtbare Eide schworen;anderseits aber spielt er in der Götterlehre eine große Rolle als unnahbarer, heiligerBerg , die durch die Tempelüberreste für die Nachwelt eine archäologische Gestalt ge-winnt.
Drei Hochquellen des Jordans sind zu unterscheiden: die nördliche bei Hasbaya,der Hasbany genannt, die kleinste; die mittlere bei Banias und die südliche, die stärksteist die Danquelle.
Der Hasbany, der seinen Ursprung bei dem Städtchen Hasbany hat, kommt ausvulkanischem Gestein hervor und läuft durch das Teimthal, als Centralsitz des Drusen-volkes merkwürdig, um sich mit seinen Seitenquellen nach mehreren Stunden zu vereinen.Die südlichste ist die größte und stärkste bei Tell el Kadi, das ist Dan. Mit mächtigeinSchwall entströmt sie hier der Westseite des Danhügels. Das Wasser nimmt seinenUrsprung im Krater eines erloschenen VulcanS, dessen Ränder sich noch erheben und estritt mitten unter porösem Basalt aus mehreren Quellen hervor, nährt eine MengeSchildkröten und zwischen Lava und niederen Basaltbergen, zerrissenen Felsen und zer-wühlten Thälern rauscht es dem Hulesee, dem ersten Becken, das der Jordan bildet,zu. Den Danhügel bedecken prächtige, immer grüne Eichen; die Jordansqnelle aberumschatten dichte Oleandergebüsche, welche eben in schönster Blüthe waren. Hier inunmittelbarer Nähe stand die alte Stadt Dan, die Nordgrcnze des israelitischen Reiches;daher der so oft vorkommende Ausdruck von Dan bis Bcerseba, um die nordsüdlicheLängeausdehnung des gelobten Landes auszudrücken. Tell el Kadi, wie heute im Ara-bischen dieser Hügel heißt, ist identisch mit dem hebräischen Worte Dan; beides ist zuübersetzen mit „Richter". Bevor die Stadt von dep Daniten erobert wurde, hieß sieLais und gehörte zu dem Gebiete von Sidon . Als sich später die nördlichen Stämmevon Juda trennten und als Reich Israel dem theokratischen Staate Juda gegenüber-